Makota's secret

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„Niemand wird es erfahren..." flüstert er mir ins Ohr.
Ich stosse ihn von mir weg.
Doch das bringt mir nichts.
Er macht nicht einmal einen Schritt zurück, nein, er bewegt sich kein bisschen!
„Lass mich bitte..."
sage ich in voller Ruhe. Er legt seine Hand erneut auf meine Oberschenkel. Diesmal aber weiter oben, was mir zu nah ist.
Schnell versuche ich seine Hände von meinen Oberschenkeln zu stossen.
„Lass es. Geniesse es so wie ich..."
Seine Stimme klingt nicht wie seine eigene. Hat ihm jemand etwas ins Essen geschüttet?
Er macht einen Schritt zurück.
„Komm Süsse. Ich mag es nicht wenn man mich warten lässt."
Makota ist sehr warscheindlich auf Drogen oder jemand hat ihm ein Mittel eingespritzt.
Tatsuno.
Ich schaue um mich rum, wärend Makota mich pusht.
Irgendwie muss es ja einen Weg geben ihn davon zu erlösen.
Da, neben mir, ein kleines Küchenmesser.
„Warte! Da knabbert eine Maus am Kleiderschrank!"
schreie ich zur Ablenkung.
„Nein! Nicht der Kleiderschrank!"
Tatsächlich, er lässt sich ablenken, das aber nicht zu lange, denn er hat blitzschnell begriffen, dass es ein Scherz war. Eher ein Ablenkungsmanöver.
Ich lasse mir die Zeit nicht nur zum dastehen, sondern nehme so schnell es geht das Messer in die Hand und verstecke sie hinter meinem Rücken.
„Du kleine Ratte." sagt er mit einem Schimmer von Wut.
Er zieht darauf eine Augenbraue hoch und beginnt wieder zu grinsen.
Ich habe dieses Lachen langsam satt.
„Dann können wir ja mal beginnen."
Das lasse ich mir natürlich nicht gefallen.
„Zieh dich aus. Oder soll ich es tun?"
Meine Muskeln scheinen wie versteindert zusein. Was kann mich denn so unsicher machen?
Ich weiss selber nicht wieso ich das Messer nicht benütze.
Ich kann das einfach nicht.
Makota ist immernoch Makota und nicht Tatsuno.
„Zieh dich aus!" schreit er.
Ich schüttle den Kopf.
„Entweder..."
Er schlägt mich mit der offenen Hand.
Der Schlag ist so gewaltig, dass ich den Boden küsse und mir das Blut aus dem Mund und aus der Nase kommt.
Reglos liege ich auf dem kalten Betonboden.
Ich spüre Maotas stechender Blick in meinem Nacken.
Da sieht er seinen Fehler ein.
Er hält seine Hände vor den Mund und sinkt zu Boden.
Nach einer Weile versucht er mich hysterisch aufzuwecken.
Meine Augenlider werden immer schwerer.
„Wach auf! Schau mich an! Ich bin's. Ich bin's..."
Es wird immer finsterer. Ich bekomme nur noch einen Viertel vom Ganzen mit.
„Okay, dann."
Makota steht auf und wischt sich die Träne vom Gesicht.
Ein Windstoss, ein grelles Licht, gefolgt von einem Blitz.
Ich wache von einem starken Stoss in meinem Schulter auf. Kraftlos rolle ich mich auf den Rücken und sichte einen 1
„Makota."
Er steht da, mit weissen grossen Flügeln und schneeweissen Haaren.
„Hey, Du bist wach."
Er setzt sich zu mir runter, haltet meine Hand und prüft den Puls.
„Geht's dir gut? Es tut mir so leid, was ich getan habe war nicht angebracht. Ich weiss selber nicht wieso. Vergib mir. Bitte."

Im Raum herrscht absolute Stille.
Nicht einmal draußen hört man Schritte, die man sonst immer hört.
Alles scheint wie ausgeschalten zu sein.
Makota öffnet seinen Mund doch
gerade als er anfangen wollte, geht die Tür auf.
Es ist Stanley.
Sofort ändert Makota sein Aussehen.
„Dolorea, du musst jetzt kommen" keucht er. Wie glücklich macht es mich, ihn wieder mit einigermassen anständigen Klamotten zusehen.

Ich stehe auf und blicke noch ein letztes Mal zu Makota.
Jedoch sieht er nicht mehr aus wie eben. Habe ich das etwa geträumt?
Ich folge Stanley, der eine Kamera in der Hand hat.
„Was hat Tatsuno dir gesagt?" frage ich ihn voller Neugier.
„Er sagte dass ich mich auf meinen Job konzentrieren sollte und ich so etwas nie wieder machen dürfe."
Wir kommen am Fotoshootingraum an. Als er die Türe öffnet, steht uns etwas Unerwartetes vor unseren Augen...

Dollphotographer Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt