Tatsuno steht auf und hilft Stanley & co. bei der Abtastung der Säule.
Ich stehe einfach nur da und mache mit der Taschenlampe ein wenig Licht.
Ich bin so in meinen Gedanken versunken, dass ich nicht mitbekommen habe, dass sie schon lange fertig sind und ich die Taschenlampe wieder weglegen kann.
„...Rea... lorea... Dolorea..."
Aus meinen Gedanken gerissen, schaue ich ruckartig zu Makoto.
„Alles gut? Du kannst die Taschenlampe wieder hinstellen."
Ich lege die Taschenlampe auf den Boden.
„Ich bin müde. Kann ich ein wenig Ruhe haben bitte?" meckert Rivus.
„Du hättest früher schlafen gehen sollen!" antwortet Stanley genervt.
„Wer ist hier der, der ständig Augenringe hat?!" gibt Rivus zurück.
Sie sollen sich beide doch mal beruhigen! Sonst versinkt das alles noch im Chaos. Stanley ist schon nervös genug und Tatsuno erwartet etwas von mir!
„Was gehen dich meine Augenringe an?" faucht Stanley und dreht sich mit dem ganzen Körper zu Rivus, der auf den kalten Steinboden hockt.
„Die zeigen, wie unvorsichtig du mit dir selbst bist! Du weisst nichts von Pflege und Gesundheit!"
Da merke ich es... Ich merke ganz genau, wie Stanley's Grenze überschritten wird.
Makoto hält ihn zurück, als er es ebenso gemerkt hat. „Komm runter! Nimm es nicht zu persönlich!"
„Dieses verdammte Ding vor mir, hat kein Recht zu leben!" schreit Stanley schon fast verrückt.
Tatsuno gibt Rivus einen auf's Maul.
„So, jetzt hältst du für eine Weile deine gottverdammte Klappe. Wir wollen keinen einzigen Scheiss mehr von dir hören. Ist das klar?"
Rivus, der ganz geschockt von Tatsuno's Schlag und Worten ist, nickt verängstigt. „J-ja! Klar! Kann ich machen!" stottert er.
Tatsuno dreht ihm den Rücken zu, läuft gerade aus und stoppt neben den zurückgehaltenen Stanley der immernoch auf Rivus stiert. „Lass dich nicht drauf ein." sagt er und klopft ihm auf die Schulter.
Rivus ist ein kleineres Kind als ich es mir dachte. Er schien als allererstes nett, höflich, hilfsbereit und ruhig.
„Scheisse Stanley, es tut mir leid." entschuldigt Rivus sich und steht auf.
Auf einmal löst sich Stanley mit einem Ruck, von Makoto und drückt ihn an die Wand. „Jetzt hör mal gut zu. Du hast KEINE leisestd Ahnung wieso ich wohl solche Augenringe habe. Ebenso weiss du nicht was ich von dir halte. Lass es mich dir jetzt sagen. Du bist das nutzloseste Stück Dreck, das ich je gesehen habe." schimpft Stanley leise und dicht an Rivus' Gesicht.
„Ich heile die Menschen! Das willst du als nutzlos bezeichnen?!"
„Ihr seid unmöglich!" schreie ich.
Überrascht von mir selbst klatsche ich mir die Hand vor meinen Mund. Habe ich das jetzt wirklich aus Instinkt gesagt? Tatsuno stellt sich neben mich hin und legt eine Hand auf meine Schulter. „Rivus kannst du mal aufhören die ganze Zeit über so tun, als seist du ein Kleinkind, das immer recht hat?" bittet Makoto Rivus und versucht Stanley zurückzuziehen aber er schupft Makoto weg und knallt Rivus erneut gegen die harte, spitze, unebene Steinwand.
„Hör auf!" rufen Tatsuno und Makoto immer wieder aber Stanley kann man jetzt nicht stoppen.
Ich habe Stanley nie so stark ausrasten gesehen. Wie er mit Rivus umgeht bringt mich zum weinen. Rivus ist eben mal so und Stanley soll es respektieren!
Er nimmt Rivus von der Wand weg und knallt ihn erneut hin. Auf einmal bröckelt es kleine Steinchen von der Decke runter. Hat er ihn jetzt so fest dagegen gedrückt?
Die beiden hören auf zu streiten und schauen sich erschrocken rum. „Hättest du nur aufgehört!" schimpft Tatsuno und hebt die Taschenlampe auf. „Ich untersuche die Säule mal nach Rissen."
Stanley lässt Rivus auf den Boden fallen und hilft Tatsuno, als wäre nichts gewesen. Makoto blickt kurz mitleidend auf Rivus, doch hilft dann doch mit. Ich jedoch, kann es mir nicht mehr anschauen wie Rivus alleine gelassen wird und knie mich zu ihm runter. „Hey...Gehts?" Er blickt schwach zu mir rauf und nickt langsam. Es sieht so aus als stünde seine Lebenschance bei 5%.
Er lässt seinen Kopf wieder hängen.
„Darf ich?" frage ich ihn. Als er nickt, drehe ich ihn so um, sodass ich mir seinen Rücken anschauen kann.
Der Anblick lässt mich kalt.
Durch dein weisses Hemd, welches Löcher drin hat, sieht man blutende grosse Stellen und viele Kratzer. Das Blut durchnässt das Hemd, sodass es an seinem Rücken klebt.
Mein Blick schiesst rauf zu Stanley, der ohne schlechtem Gewissen die Säule untersucht. „Bist du durchgedreht?!" schreie ich ihn an. Darauf schaut mich Stanley ,wie auch die anderen, völlig verwirrt an. „Wie kannst du ihm sowas antun? Haben deine Eltern dich nicht so erzogen, dass man aufhören soll wenn der andere sich nicht mehr wehrt?!"
Er schaut mich wortlos an. Soll er mich so dumm anstarren aber ich weiss genau dass er weiss was ich meine. Ich stehe auf und klatsche ihm meine Hand auf seine Wange. Wie angewiedert ich von diesem Menschen bin. Tatsuno kommt zu mir und hält mich sanft an der Schulter. „Komm runter." , „Hattest du Spass Rivus halb zu töten?!" , „Dolorea, beruhige dich." , „Du bist hier nicht der Einzige der Schmerzen fühlt!" schreie ich ihn an. Doch Tatsuno drückt mich dann gegen die Wand und hält mir den Mund zu. „Beruhige dich. Bitte." flüstert er fast.
Ich atme tief ein und wieder aus. Dann nimmt er seine Hand wieder weg und streicht mir über die Haare. „So ist es gut." lobt er mich.
Auf einmal hören wir ein krankhaftes Stöhnen aus dem dunklen, nichtbeleuchteten Tunnel. Tatsuno und ich tauschen unsere Blicke aus. „Was war das?" fragt Makoto. Woher sollen wir das wissen? Jedenfalls bin ich total angespannt. Es könnte 'Er' sein!
Ich höre, wie unregelmässige Schritte sich nähern. Tatsuno schiebt mich hinter sich. Mein Blick wandert zurück zu Rivus. Er macht keine kleine Bewegung. Es scheint so als sei er gestorben. Darum also, knie ich mich zu ihm runter und nehme ihn in meine Arme. „Es ist alles gut. Steh auf." versuche ich ihn zu ermutigen.
Wie auf Befehl, steht er langsam auf und schaut mich an. Aus seinem Mundwinkel läuft ein wenig Blut raus. Dieser Schwachkopf macht mir Sorgen... bei einem Haar hätte Stanley ihn umgebracht!
... Aber Ausrutscher können ja immer, bei jedem Menschen passieren...
Er stützt sich an meiner Schulter ab und schaut geschwächt in den Tunnel.
Wie der grösste Prahler, hebt Stanley die Taschenlampe auf und leuchtet den Boden an. Da hat wohl jemand Angst, eine verstellte Gestalt in Sicht zu bekommen.
Langsam führt er das Licht immer weiter rauf. Erst magere, schwarze, riesige Hundebeine.
Dann einen Oberkörper, der so dünn ist, dass man meinen kann der Gestalt fehle einiges an Organe.
Knochige, verbrannte Finger und Arme.
Das Licht geht immer weiter rauf.
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Tut mir so leid!!!
Es tut mir so leid dass ich die Teile nicht regelmässig veröffentliche >.<
Ich habe im Moment, bis zu den Sommerferien einfach so viel zu tun, dass ich manchmal nicht einmal dazukomme, einen Teil zu schreiben...
Es tut mir tausendmal leid!
Ich hoffe ihr könnt es verstehen ^^;
Danke vielmals für die vielen Reads und meinen 320sten Platz in Mystery/ Thriller!
Auch wenn es der 320.ste ist, bin ich damit sooooowas von zufrieden!! Alles dank euch!
Danke! ❤️
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Dollphotographer
Misterio / SuspensoDolorea, 17, jung und ahnungslos. Yamato, ihr grosser Bruder, ist der Einzige aus der Familie, nachdem ihre Eltern auf der Reise nach Venedig wegen eines Flugzeugabsturzes umkamen. Als sie in ihrer neuen Schule sich einigermassen zurechtfand, war da...
