The Other Dolls Behind Bars

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Mit einem lauten Krach von aussen wache ich auf.
Aus weiter Entfernung werden Türen gewaltsam aufgeschlagen. Dieses Geschletze kommt immer näher.
Jeder kommende Knall macht mich immer nervöser.
Plötzlich öffnet sich meine Türe.
Wieder jemand anderes ist hier Angesteller.
Den habe ich noch nie gesehen.
Er verschwindet nach kurzer Zeit wieder.
Ich setze mich an die Bettkante und reibe mir den Schlaf aus den Augen.
Eine Frau in einem Prachtkleid und ausgepeitschter Haut kommt zu mir rein.
„Hey! Bist du die Neue?"
Es hat andere Gefangene hier? Ist das sowas wie ein Geschäft?
„Kann sein" antworte ich.
„Komm, ich zeig dir wo das Esszimmer ist."
Ihre Stimme klingt sehr verängstigt.
Warscheindlich hat sie schon so viel erlebt sodass sie sich fast nicht mehr getraut ihre eigene Stimme zu hören.
Da gibt es sogar noch andere Mädchen die aber hinter Gittern gefangen sind.
Beim Vorbeilaufen schauen sie uns hilflos und hoffnungslos an. Diese Blicke zerreissen mir das Herz. Die haben alle viel mehr erlebt als ich.
Ich würde sie alle so gerne befreien aber das müsste ich später erledigen, wenn ich überhaupt noch am Leben bin.
Doch in einer Zelle sitzt ein sehr spezielles Mädchen.
Diese hat angenagelte weisse Flügel und wird nur mit weissen Bändern warm gehalten.
Ihr roter starker Blick erhascht mich.
Sie sieht, trotz all den Foltern die man an ihrem kleinen Körper erkennt, sehr stark aus.
Ihre Augen sagen mir dass sie selbstbewusst ist und weiss dass sie irgendwann hier raus kommt.
„Kommst du?" fragt die andere Frau die mir zeigen wollte wohin es geht.
Ich schenke diesem Mädchen noch kurz meine Aufmerksamkeit und folge der Frau.

„Falls du dich wunderst wer ich bin, mein Name ist Anaya. Wie heisst du denn?"
fragt Anaya mich und schaut mich willkömmlich an. „Dolorea..." , „Ah, wie die Engelspuppe."
Fragend schaue ich sie an.
„Die, die du vorher betrachtet hast."
Was für ein Zufall. Dass man sich hier schon als Puppen bezeichnet, zeigt dass die schon ziemlich lange hier in der Pampe sitzen. Wir sind nun angekommen.

Das Tor zum Saal ist riesig. Man könnte glauben man sei in einem Schloss. Anaya öffnet mit jeglicher Kraft das Tor und wir treten ein.
Der Saal selber ist fast doppelt so hoch wie das Tor. Alles beschmückt mit Gold und was weiss ich!
Woher haben sie nur das Geld?
Ach ja. Von den Fotos. Aber dass man damit so viel verdienen kann?
Wir setzen uns an einem Platz, das weit vom Tor liegt.

„Und wie alt bist du denn?"
fragt sie mich.
„Siebzehn."Anaya erschrickt.
„Was?! Du bist noch zu jung um hier zu sein!" Ja, das habe ich natürlich nicht gewusst...
„Wieso?"
„Das alles hier, all diese 20 Mädchen, müssen diese Qual ertragen. Aber alle sind älter als du. Man muss mindestens 20 sein! Ich bin mit 20 hier gefangen worden und schon 4 Jahre habe ich hier gearbeitet. Es ist eine Zwangsarbeit, Dolorea."
Das verstehe ich nicht. Wieso hat mich Stanley dann hierher gebracht?
Noch nie im Leben habe ich so viele Fragen offen gehabt. Da kommt Stanley.

Nachdem Anaya erzählt hat wie es hier abläuft, hasse ich ihn abgrundtief.
„Ist hier noch frei?"
„Nein." zische ich und ignoriere ihn auf das weitere. Er schaut mich überrascht an und nickt akzeptierend.
„Na dann...Einen guten Appetit."
Das kann er sich sonst wohin schieben.

Anaya schaut mich positiv überrascht an. „Wow... Noch nie hatte jemand so, mit einem Angestellten, geredet!"
Ich seufze und lehne es ab:
„Irgendwie tat es mir aber vorher , nachdem ich ihm mein klares 'Nein' gegeben hatte, schon leid."
Anaya's Blick verwandelt sich zu einem leicht enttäuschten.
Ich schaue zu Stanley rüber.
Er sitzt in der hintersten Ecke mit seiner Kapuze über seinen weissen Haaren. So wie ich weiss, ist er ein Jahr älter als ich, wenn nicht gleich alt. Eigentlich hat er das nicht verdient. Diese ganze Arbeit hier. Ich bin mir sicher dass er sich das nicht selbst ausgesucht hat.

Was denken sich eigentlich meine Lehrer? Merken die überhaupt dass wir nicht in der Schule auftauchen?

Dollphotographer Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt