In den Armen des hirngestörten Mannes, wache ich auf. Gerade will ich aufstehen, doch als ich mich auf meine Beine stellen will, wird mein Prozess gestört durch ein komisches zurückhalten und klimpern. Geschockt schaue ich zurück und erkenne wie an meinem einem Arm eine Kette angemacht ist. Was zur Hölle...
So stark ich auch dran rüttle, gelingt es mir nicht mich von der eisernen Kette wegzureissen. Das einzige was mir gelungen ist, dass ich R geweckt habe.
„Was ist das für ein Lärm?" fragt er mit einer rauen, verschlafenen Stimme.
Sofort höre ich auf und setze mich hin.
„Du bist ja schon wach! Gestern hast du es schön gemacht, Dolorea. Wirklich! Hat mir gefallen." lobt er mich und setzt sich augenreibend auf.
Ich sage nichts und starre irgendwo auf den Boden. Da merke ich, wie R einen kleinen Schlüssel unter seinem Kissen rausnimmt und mir die Handfessel abnimmt. Diese legt er neben sich hin und starrt mich an. Was denkt er bloss?
Sein Arm hebt sich und mit der Hand zieht er mich am Nacken näher zu ihm.
„Du bist das, was ich jeden morgen sehen will." haucht er und legt seine Lippen auf meine.
In mir kommt ein komisches Gefühl auf. Als hätte man mir Knaller in den Magen gelegt und diese dann angezündet. Auf einmal knallt es draussen laut und er löst sich sofort von mir worauf zwischen seinen Lippen und meinen, sich ein Speichelfaden zieht.
„Was war das?" fragt er sich selbst, steht auf und zieht mich hoch.
Ohne dass ich ich mein Gehirn drauf einstellen konnte, schleift er mich mit raus.
Draussen fällt mir beim Anblick ein Stein vom Herz. Makoto, Tatsuno und Stanley stehen vor einem bewusstlosen Rivus und schauen uns überrascht an. Ich merke auch, wie Tatsuno auf unsere haltenden Hände schaut und in ihm giftige Eifersucht zu erkennen ist. Am liebsten würde ich loslassen aber er hält meine Hand so fest, dass meine Knöchel wahrscheinlich schon rot sind.
„Was habt ihr getan?!" schreit R und drückt nach, worauf ich leise aufquieke. „Was hast du ihr getan?!" schreit Tatsuno zornig zurück. Das wird nicht im Ansatz gut enden. Plötzlich atmet Rivus laut auf und erwacht wieder. „Wiege dich zurück in den Schlaf!" schreit Makoto Rivus an und kickt mit Schwung in seinen Kopf. Da schläft der Rotschopf wieder.
Stanley funkelt R böse an. Das kann er ganz gut, das sieht man gleich.
„Bruder! Was hast du meinem besten Freund angetan?!" R bricht in Tränen aus.
Ich realisiere auf einmal einen komischen, ekelhaftigen Gestank.
Als ich sah was es ist, bleibt mir der Atem in der Lunge stecken.
Daisy haben sie in einzelne Teile gerissen und da liegt sie. Die Eingeweide zerfetzt und aus dem Korpus rausragend. Geschockt starre ich Daisy an. Sie hat niemanden etwas angetan!
Jetzt merkt es auch R, der meine Hand loslässt und zu Daisy rennt. „Nein. Nicht Daisy. Was habt ihr getan?! Wie habe ich dies verdient?!" schreit R weinend und versucht die Organe wieder in Daisy's toten Körper reinzupressen. Am liebsten würde ich ihm sagen, dass sie nicht wieder aus dem Tod kommen könnte, doch Tatsuno zieht mich gleich zu ihnen und nimmt mich in seine fest, schützenden Arme. Er drückt meinen Kopf stark in seine Brust, damit ich das ganze Massaker nicht mitansehen muss.
„Ihr seid mir zwei Entschädigungen schuldig!"
R steht auf und aus seinem Rücken erheben sich die Spinnenbeine. Ich drehe meinen Kopf in R's Richtung und sehe, wie mächtig er nun aussieht. Er schreitet auf Tatsuno zu, der sich gleich von ihm abwendet und mich immernoch in den Armen hat.
„Ich sage dir das nur einmal. Fass sie nicht an!" droht eine Stimme, die ich Makoto zuorde.
Aus seinen Schulterblättern ragen zwei weisse Flügel raus. Ein Engel?
Das alles ist nicht mehr real. Sowas gibt es auf dieser Welt nicht!
Ich glaube ich bin einfach nur wahnsinnig geworden. Stanley tastet seine Hosentaschen ab und schaut dann bedrohlich auf Rivus hinab, der inzwischen schonwieder wach ist. Als Makoto und R miteinander stritten, macht sich Tatsuno leise und langsam auf den Weg zur hölzernen Türe. Diese Türe... Dort hat alles angefangen.
Er tastet die Türe nach der Klinke ab und findet sie dann schlussendlich auch, worauf er sie fest griff.
Das Geschreie wandelt sich um in laute Flügelschläge und dumpfe Zerdroscherei. Ich höre jeden Faustschlag, den sie sich gegeneinander geben. Die zerbrechlichen, laut ausgeschrienen Sätze. Mein Blick fällt auf Stanley, der mich schon die ganze Zeit anschaut. Dieser Blick sagt so etwas wie: „Was habt ihr vor?"
Ich nicke rüber zu Tatsuno's Hand, die die Türklinke fest im Griff hält. Stanley will gerade zu uns rennen, hält aber nach dem ersten Schritt und schaut zu Rivus zurück, den ihn zornig aber auch verängstigt zugleich anstarrt.
Makoto und R streiten immernoch. Immer wieder schlägt er eine auf den anderen ein. Auf einmal zieht Stanley Rivus hoch und schleppt ihn mit sich zu uns. Tatsuno macht schnell die Türe auf. Stanley und Rivus gwhen schonmal rein. Das Gequängel von Rivus nervt mich abnormal. So wie er es scgon immer getan hat. Dann will mich Tatsuno ebenso hinter die Türschwelle bringen, aber ich reisse meine Hand von ihm. R scheint gemerkt zuhaben dass ich mich geweigert habe, mit Tatsuno von hier weg zu gelangen. Ohne Makoto mache ich mich nicht aus dem Staub.
Gerade als sie ihre Gewichte aufeinander legen und zwischen denen zwei eine Art Energie erzeugt wird, meint R: „Da seht! Die Kleine will bei mir bleiben!" , „Geh! Ich komme nach!" schreit Makoto und lächelt als wäre er in bester Sicherheit. Wie...
In meinen Augenwinkel bilden sich schwere Tränen, die jeden Moment runterkullern könnten.
Ich werde ihn doch nicht einfach so verlieren? Ich kann ihn doch nicht einfach so im Stich lassen?
Plötzlich zieht mich Tatsuno grob am Handgelenk mit. Geschockt, schaue ich Makoto nach, der sämtliche Federn verliert und langsam hinter der hölzernen Türe verschwindet. „Makoto!!! Komm mit!!! Ich lass dich nicht stehen!!!" schreie ich immer wieder doch er schaut nicht mehr zurück. Auch Tatsuno zerrt mich immer weiter weg von der Türe.
Wir rennen und rennen, bis wir wieder bei den drei Gorillas ankamen. Immernoch liegen diese leblos am Boden. Ist mein Herz denn nicht schon genug gebrochen?
Wir rennen weiter zur donut-artiger Höhle. Als wir drinnen sind, schleisst Stanley sofort das metallene Tor. Das Erste was ich tue ist, auf den Boden zu sinken und leise vor mich hin zu weinen. Tatsuno lässt mich aber nicht los. Mit der freien Hand wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht.
Wie hat Makoto das nur verdient? Eine wichtige Person in meinem Leben habe ich verloren!
„He..." gibt Tatsuno kalt von sich und geht vor mir in die Hocke. „Er wird es schaffen klar?"
Mit seiner warmen, grossen Hand, fährt er mir durchs Haar. „Er kommt wieder. Ich kenne Makoto."
„Nein! Bitte Stanley! Leg das weg!" schreit Rivus. Erschrocken schauen wir rüber, auf das Drama.
„Ich habe kein Erbarmen mehr." sagt Stanley, der mit einer Pistole auf Rivus gerichtet, vor ihn steht und das völlig verkrampft. „Tatsuno! Dolorea! Sagt doch was!" bettelt er und schaut uns verzweifelt an. Doch das was er uns angetan hat, ist für uns unverzeihlich.
„Leg das weg, Stanley." befehlt Tatsuno mit ruhiger Stimme. „Was?!" Entsetzt nimmt Stanley die Waffe runter und dreht sich zu Tatsuno. „Er wollte uns-" , „Das ist mir egal." unterbricht Tatsuno.
„Schliesslich wird er eh bald sterben."
Ich wische mir die Tränen weg und schaue abwechselnd von Tatsuno, auf Stanley und zu Rivus, der erleichtert schien. Stanley schmeisst die Waffe auf den Boden und setzt sich haaresträubend hin. Eine Weile wirft Tatsuno noch die letzten abwertenden Blicke auf Rivus und geht vor mir wieder in die Hocke. „Können wir denn nicht zurück?" frage ich ihn mit zitternder Stimme. Er schüttelt den Kopf. „Es würde uns das Leben kosten. Ausserdem hat er mir gesagt, dass ich auf dich aufpassen soll und dir kein Haar gekrümmt wird. Egal was, du sollst am Leben bleiben. Das hat er sich von mir gewünscht."
Das ist doch verrückt...
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Es tut mir leid dass dieser Teil spät rauskam >.<
Das wird warscheindlich noch mehrere Male passieren da ich am 12. Juli, für einen Monat weg bin. Sommerferien eben :3
Ich bemühe mich aber trotzdem die Teile nicht zu spät rauszubringen!
~ Seraina
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Dollphotographer
Mystery / ThrillerDolorea, 17, jung und ahnungslos. Yamato, ihr grosser Bruder, ist der Einzige aus der Familie, nachdem ihre Eltern auf der Reise nach Venedig wegen eines Flugzeugabsturzes umkamen. Als sie in ihrer neuen Schule sich einigermassen zurechtfand, war da...
