Joshamee Gibbs. Ein Mann der Navy, der auch auf dem Schiff war, das Kaylin und Will vor acht Jahren mit nach Port Royal gebracht hatte.
Am Nachmittag des folgenden Tages kamen die Piraten wieder und nahmen Will mit, der sich in der vorausgegangenen Zeit lange mit seiner Freundin unterhalten hatte. Ehe man ihn die Treppe hochzerrte, rief er Kaylin zu:
"Ich hol dich hier raus, vertrau mir" Ein Lächeln war alles was die Angesprochene ihm als Antwort geben konnte. Auf einmal verging ihr die Lust, weiterhin zu sprechen, mit den neuen Gefangenen nicht, weil sie diese nicht kannte, mit Fíli nicht, da sie nun nicht mehr alleine waren. Stattdessen rutschte sie näher zu ihm und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
"Darf ich so schlafen?", murmelte sie. Die jüngsten Ereignisse hatten sie doch recht müde gemacht.
"Natürlich, sicher", bestätigte der Pirat verwirrt.
"Danke" Ein seliges Lächeln zierte ihre Lippen, doch einschlafen konnte sie nicht. Unter anderem, weil die übrigen Gefangenen, exklusive der blonde Pirat, lautstark miteinander diskutierten. Das Thema bekam sie nicht mit, es war ihr auch fast egal.
Als es bereits mitten in der Nacht war, hörten sie, wie jemand leise die Treppe in die Brigg hinunterschlich. Zur Überraschung aller war es Elizabeth, die hastig die Türen aufschloss. Kaum war Kaylin frei, erkundigten sich beide nach dem Wohlbefinden der anderen.
"Wir waren beide auf diesem Schiff gefangen, ohne es zu bemerken, dass beide hier sind", fasste die Tochter des Gouverneurs Kaylins Gedanken in Worte. Indessen wollte Fíli den anderen zeigen, wo es womöglich Waffen haben könnte, da fiel der jungen Frau auf einmal ein, dass sie dem Piraten die Stiefel wiedergeben könnte. Einige Stunden nachdem sie eingesperrt worden waren, begann Kaylin fürchterlich zu frieren, da sie bloss ihr dünnes Nachthemd und den Mantel des Piraten trug, keine Schuhe. So entschied sich der Mitgefangene, ihr seine zu überlassen. Noch ein Versäumnis kam ihr in den Sinn, sie hatte bisher nicht daran gedacht, ihm dafür zu danken. Kurzerhand streifte sie die Stiefel ab und reichte sie dem Besitzer zurück.
"Seid Ihr sicher, dass Ihr sie nicht mehr benötigt?"
"Naja..." Eigentlich wusste Kaylin es nicht, einerseits hätte sie sie gerne anbehalten, anderseits waren sie ihr zu gross und sie hatte Angst nicht damit laufen zu können. Zudem wollte nicht, dass Fíli nun derjenige war der ohne Fussbekleidung herumlaufen musste, immerhin war es seine. "Ich denke nicht. Danke übrigens"
"Nachdem Ihr so gezittert habt, hielt ich es für das Beste, sie Euch zu überlassen, denn sind die Füsse einmal warm, hat man auch am übrigen Körper nicht mehr so kalt. Wahrscheinlich hätte ich sie irgendwann eh abgezogen." Dankbar nahm er die Schuhe an und schlüpfte hinein. Anschliessend widmete er sich wieder der Tür, hinter welcher er unter anderem Waffen vermutete. Offenbar bekam er das Schloss nicht auf, also trat er einige Schritte zurück und murmelte: "Wahrscheinlich wird Jack mich dafür umbringen, aber was soll's?" Mit Schwung traf sein Fuss gegen die Tür und tatsächlich ging sie auf, war allerdings nicht mehr ganz heil. Die Enttäuschung kam sogleich, Waffen waren dort keine zu finden, lediglich Essensvorräte. Teilweise ungeniessbar. Schulterzuckend wandten die Piraten sich ab und gingen auf das Deck, wo Elizabeth sogleich versuchte, ein Beiboot ins Wasser zu lassen und die anderen um Hilfe bat. Bald wurde Kaylin klar, was ihre Freundin vorhatte, Will retten. Sie eilte zu Elizabeth und half ihr, das Boot hinunter zu lassen, während sie ihr versicherte, dass sie ihren Freund retten würden.
"Sieht ganz so aus, als dürften wir Frauen die Männerarbeit alleine erledigen. Elendes Pack", knurrte Elizabeth an ihre Freundin gewandt, welche fast grinste. Als hätte er es gehört, trat Fíli zu den beiden.
"Geht nicht alleine, das wäre unklug", riet er.
"Wie denn, wenn niemand mitkommt?", konterte Elizabeth genervt.
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Descendants of the Sea
FanficJahrelang hat Kaylin einen Verehrer, interessiert ist sie jedoch nicht im Geringsten. Genau genommen kann sie ihn nicht einmal leiden. Ausgerechnet in dieser Zeit passieren Dinge, die ihr Leben für immer verändern werden. Als wäre das nicht genug...