Als ich das nächste mal aufwachte war es 04:23 Uhr. Ich probierte wieder einzuschlafen, aber es funktionierte nicht. Irgendwann stand ich genervt auf, zog mich um, nahm meine Tasche und ging zum Astronomieturm. Ich nahm mir ein Buch das ich mir in der Bibliothek ausgeliehen hatte und las drin.
In dem Buch standen Zauber, welche eigentlich erst in höheren Klassen dran kommen, aber das machte mir nichts aus. Auf einer Seite stand einiges über den Patronuszauber, es scheint ein eher komplizierter Zauber zu sein. Obwohl er in der Theorie eher einfach klingt, eigentlich muss man nur an die glücklichste Erinnerung denken die man hat und Expecto Patronum sagen.
Die Schwierigkeit bestand wahrscheinlich darin die glücklichste Erinnerung zu finden, dennoch versuchte ich es.
Nach kurzem überlegen dachte ich an die Hochzeit von Ruby und Alex und sagte:
,,Expecto Patronum." Ein Lichtstrahl kam aus meinem Zauberstab der wenige Sekunden später aber wieder verschwand. Also brauche ich wohl eine noch glücklichereErinnerung, wow das ist echt schwerer als gedacht.
Ich saß noch eine ganze Weile dort und probierte an eine glückliche Erinnerung zu denken, aber jedes mal kam nur der kleine Lichtstrahl raus.
Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben als mir noch eine letzte Erinnerung ins Gedächtnis kam. Na gut, noch dieser Versuch, wenn das nicht klappt ist das okay, dann höre ich auf.
Ich dachte an den Tag an dem ich in Hogwarts eingeschult wurde. An den Tag, wo ich nach Gryffindor gekommen bin, meine Freunde kennengelernt habe, aber am wichtigsten: es ist der Tag an dem Dad an mich gedacht hat und ich die Kette und Tris bekommen habe.
,,Expecto patronum." Wieder kam ein Lichtstrahl aus dem Zauberstab, welcher sich diesmal allerdings in eine Hirschkuh verwandelte. Ich hörte Schritte, welche auf mich zukamen, doch ich konzentrierte mich weiter auf meinen Patronus, ich war total fasziniert von dem Tier vor mir. Es war einer der schönsten Zauber, die ich je gesehen habe und ich fühlte mich so geborgen wie noch nie. Am liebsten würde ich diesen Zauber mit meinen Freunden teilen.
Die Schritte kamen zum stoppen. ,,Was veranlasst sie dazu, so früh am Morgen schon durch die Gänge zu schleichen Miss McGonagall?" Hörte ich Snapes Stimme neben mir
,,Ich konnte nicht schlafen."
,,Ist das ihr Patronus?"
,,Ja, wieso?" Ich sah zu Snape, im selben Moment verschwand mein Patronus, zu meinem Bedauern. Snape wirkte kurz so als hätte ihn grade total aus der Bahn geworfen.
,,Weil das hohe Magie ist, das ist noch nicht mal für ältere Schuler einfach." Meinte er als er sich wieder gefasst hatte, komischer Typ.
,,Ich habe es einfach so lange probiert bis es geklappt hat, man darf einfach niemals Aufgeben man muss immer weiter machen wenn man seine Ziele erreichen möchte, dann kann man alles schaffen."
,,Das ist eine gute Einstellung, leider haben so eine nicht viele Menschen. Woran haben Sie gedacht, wenn ich fragen darf?"
,,Ich habe an den Tag gedacht, als ich in Hogwarts eingeschult wurde. Unter anderen weil mein Dad an dem Tag an mich gedacht hat. Das er daran gedacht hat, dass ich dieses Jahr eingeschult wurde macht mich glücklich." Sogar sehr.
Er nickte und meinte:
,,Sie sollten jetzt lieber wieder in ihren Gemeinschaftsraum, bevor ihre Mitbewohner sich noch Sorgen um Sie machen."
Ich nickte und ging. Im Gemeinschaftsraum saß keiner also schlich ich ganz leise in mein Zimmer, als ich die Tür aufmachte fiel mir jemand um den Hals.
,,Wo warst du schon wieder? Wir haben uns Sorgen um dich gemacht, Ich dachte schon du wärst wieder abgehauen. Oder dass du im Krankenflügel bist" Sagte Josy ganz aufgewühlt.
,,Warum sollte ich im Krankenzimmer sein?"
,,Weil du heute Nacht ganz komisch warst, du hast erst im schlaf gemurmelt : Dad bist du das kannst du mich hören? Dann haben wir probiert dich zu wecken das hat aber nicht geklappt, dann bist du wach geworden und hast dich umgeguckt. Wir haben mit dir geredet und gefragt was los sei, aber du hast einfach nur irgendein Punkt an der Wand angestarrt. Wir haben uns vor dich gesetzt, aber du hast trotzdem starr grade aus geguckt. Irgendwann hast du dich hingelegt und bist ganz normal wieder eingeschlafen. Glaub mir das war mega gruselig." Erklärte Viki.
,,Echt?"
,,Ja." Sagten alle wie aus einem Mund.
,,Ouh das tut mir leid, aber zu eurer Frage, ich war auf dem Astronomieturm und hab gelernt."
,,Sowas machst auch nur du." Sagte Viki und schüttelte schmunzelnd ihren Kopf.
,,Das machen bestimmt noch ganz viele andere Kinder hier." Verteidigte ich mich.
,,Ja natürlich Amy." Kam es nun ironisch von Pia.
Etwas später gingen wir in den Gemeinschaftsraum, dort erzählte ich den Mädchen und Fred und George, die dazu gestoßen waren, von meinem Patronus und machte es vor.
,,Wow du bist echt gut." Meinte Pia staunend.
,,Es sieht wunderschön aus." Kam es von George, welcher fasziniert meinen Patronus betrachtete.
,,Dankeschön."
Snapes Sicht:
Amy hat wirklich vieles von Liss. Nicht nur das Aussehen, auch die Art wie sie denkt, ist der Art von Liss sehr ähnlich. Als ich Amys Patronus sah, dachte ich erst Liss würde vor mir stehen, da ich nicht viele Menschen kenne die eine Hirschkuh als Patronus haben. Genau genommen kenne ich nur 4 Leute, Liss, Lily, Amy und mich.
Ich hätte damit gerechnet, dass sie eine Katze oder so als Patronus hat irgendetwas was mehr zu einer McGonagall passt. Es macht mich deshalb umso glücklicher, dass sie ein Patronus hat, der zu Liss und mir passt.
Ich dachte noch eine ganze Zeit lang an Liss und die Ähnlichkeit von ihr und Amy.
Rückblick Snapes viertes Schuljahr:
,,Liss wir sitzen schon seit Stunden hier, möchtest du nicht so langsam mal aufhören den Zauber zu üben?" Fragte ich das Mädchen neben mir.
,,Nein, ich muss weiter üben." Sagte sie nur und konzentrierte sich weiter auf den Zauber. Lächelnd schüttelte ich meinen Kopf. Ich sah ihr zwar gerne beim Üben neuer Zauber zu, aber wir saßen schon echt lange hier draußen.
,,Wann gibst du endlich auf?" Mir war bewusst das sie das Wort aufgeben nicht mochte.
Sie funkelte mich nun grimmig an, aber ich wusste das sie nicht wirklich sauer war.
,,Niemals! Aufgeben ist keine Option für mich. Wenn man seine Ziele erreichen möchte darf man erst gar nicht ans aufgeben denken, sonst wird man nie etwas im Leben erreichen."
Nach diesen Worten konzentrierte sie sich wieder voll und ganz auf den Spruch.
,,Du bist mit Lily zusammen Jahrgangsbeste, du wirst ihn schon noch hinbekommen aber warum unbedingt jetzt?"
,,Weil ich es mir in den Kopf gesetzt habe."
,,Du warst schon immer stur."
,,Stimmt gar nicht."
,,Oh doch."
,,Du musst ja nicht hier warten, meinetwegen kannst du schon ins Bett."
,,Und dich hier draußen alleine lassen?"
,,Ja warum nicht? Wir sind in Hogwarts hier wird mich schon niemand angreifen und falls doch kann ich mich gut verteidigen."
,,Das weiß ich doch, trotzdem mag ich es nicht wenn du Nachts alleine durch die Gegend läufst."
Das war schon immer so, ich sorge mich einfach zu sehr um sie und möchte sie um jeden Preis beschützen.
Ich lehnte mich an den Baum hinter mir und beobachtete sie weiter. Sie sieht echt niedlich aus wenn sie konzentriert ist, manchmal verzieht sie das Gesicht und zwischendurch beißt sie sich auf ihre Unterlippe, das macht sie immer wenn sie in ihren Gedanken ist.
Es vergingen noch einige Minuten, ich wollte Liss grade nochmal fragen, ob sie nicht doch für heute genug gelernt hatte, als plötzlich ein leuchtendes Schleier aus ihrem Zauberstab kam, welcher sich in ein Wesen verwandelte.
,,Sev ich habe es geschafft!" Schrie sie glücklich und blickte fasziniert auf das Wesen, ihr Patronus hatte die Gestalt einer Hirschkuh.
,,Wow." Hauchte ich und sah erst ihren Patronus und dann Liss an. Ihre Augen hatten wieder dieses euphorische in sich, sie sieht grade so verdammt glücklich aus.
Die Hirschkuh verschwand und noch bevor ich reagieren konnte, hatte sich Liss in meine Arme geworfen.
,,Danke das du bei mir geblieben bist."
,,Ich würde immer bei dir bleiben."
,,Du bist der beste."
Ja Liss war wirklich die außergewöhnlichste Hexe die ich je kennenlernen durfte.
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Die Falsche McGonagall
FanfictionMit acht Jahren wird der kleinen Amy Snape, zum Schutz vor Voldemort, die Erinnerung an ihren Vater genommen. Sie wächst nun in dem Glauben auf, dass Minerva McGonagall ihre Mutter ist. Über ihren Vater wird so gut wie nie gesprochen. Doch als die j...
