Kapitel 25

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Cassandras P.O.V. 

Das konnte er mir nicht antun! Wie zum Teufel konnte mein eigener Bruder mich vor die Wahl stellen und mich zwischen ihm und Louis entscheiden lassen? Das konnte er doch nicht machen! Gab es nicht irgendein Gesetz, in dem verboten wurde, seine Schwester vor so eine Wahl zu stellen? Ich brauchte Zeit, um darüber nachzudenken. Immerhin ging Familie vor Liebe. Aber Liam hatte mich in den letzten 4-5 Wochen einfach nur ignoriert und nur das Nötigste mit mir gesprochen. 

"Ich gebe dir bis morgen Zeit, um dich zu entscheiden." sagte Liam dann und stand von der Couch auf. "Ich kenne dich und weiß, dass du die richtige Entscheidung treffen wirst." fügte er hinzu, als sich ein Lächeln auf seinen Lippen breit machte. Dann beugte er sich nochmal kurz zu mir runter und gab mir einen Kuss auf die Stirn, ehe er sich von mir abwendete und das Wohnzimmer verließ.

Nun saß ich hier. Alleine und mit nur einer Frage im Kopf: Liam oder Louis? Das Gefühl war wirklich beschissen, sich zwischen zwei geliebten Menschen entscheiden zu müssen. Familie oder Beziehung. Bester Freund oder fester Freund. Ich konnte mich nicht entscheiden. Das war mehr als gemein von Liam und ich konnte es nicht glauben, dass er mir das wirklich angetan hat. Er, mein eigener Bruder stellt mich vor die Wahl. Was, wenn ich das bei ihm und Danielle machen würde? Er würde sich natürlich für die Familie entscheiden. Doofer Liam.

Irgendwann konnte ich mich schließlich dazu überwinden, von der Couch aufzustehen und nach oben in mein Zimmer zu gehen. Zu meinem Glück ist Louis mir nicht über den Weg gelaufen und wenn ich ehrlich war, würde ich heute auch liebend gerne auf ihn verzichten, denn sonst kann ich mich nicht konzentrieren und somit auch nicht entscheiden.

Die Türe schloss ich ab, damit mich niemand stören konnte. Es musste doch wohl irgendeine Lösung geben. Wieso war es so schwer, sich zu entscheiden? Ich wollte meine Familie nicht hintergehen, doch ich will Louis auch keinesfalls das Herz brechen oder so. Das könnte ich einfach nicht, es war einfach nur schlimm, ihn kaputt und zerbrochen zu sehen. Aber ich schien keine andere Wahl zu haben.

Seufzend setzte ich mich im Schneidersitz auf mein Bett und starrte auf die Bettdecke. Ich musste nachdenken, mich entscheiden, doch es ging einfach nicht. Wie sollte ich mich auch zwischen zwei Menschen entscheiden, die mir beide unglaublich viel bedeuteten? Ich könnte Liam dafür hassen, dass ich ihn so sehr liebe.

Ich lehnte mich gegen das obere Ende meines Bettes und schüttelte leicht den Kopf. "So ein Mist." knurrte ich genervt vor mich her und raufte mir durch die Haare. Gott ich würde das einfach nicht schaffen. Wie denn auch bitteschön?

Ich konnte mich nicht zwischen meinem Bruder und meinem besten uns gleichzeitig festen Freund entscheiden. Ich verstand einfach nicht, wie Liam mir das nur antun konnte. Ich bekam es einfach nicht in meinen Kopf und würde es wahrscheinlich auch nie. Niemand hatte es verdient, vor so eine Entscheidung gestellt zu werden. Schon gar nicht von seinem eigenen Bruder.

Auf einmal klopfte es an der Türe, was mich augenblicklich zusammenzucken ließ. Man, wer nervte mich denn jetzt? Ich brauchte meine Ruhe und wollte mit niemandem reden. Nie wieder am Besten!

Als ich die Türe öffnete, sah ich direkt in die blau-grauen Augen von Louis. Ich schluckte leicht und trat einen Schritt zurück. "Hey." sagte ich nur leise und versuchte, ihm nicht mehr in die Augen zu sehen, doch das war um einiges schwerer, als ich eigentlich dachte.

"Hey." sagte auch er leise und fuhr sich durch die Haare. "Ich wollte nur Bescheid sagen, dass das Abendessen jeden Moment fertig ist." sagte er sichtlich unsicher. Das verwirrte mich ziemlich. Was war denn mit ihm los? Schließlich war er sonst nie so unsicher mir gegenüber. Zumindest nicht mehr, seit wir richtig zusammen waren.

It makes me feel aliveGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt