Kapitel 55
Liv
Langsam öffnete ich die Augen. Mein Zimmer wurde sanft von der Sonne durch die Schlitzen in meiner Jalousie beleuchtet. Ich drehte mich auf meine Linke Seite. Mein Bett war leer. Ich setzte mich auf, was ich einige Sekunden später bereute. Mein Kopf dröhnte vor Schmerzen. Meine Augen taten weh und ich hatte Halsschmerzen. Um es zusammenfassend zu sagen, mir ging es mehr als beschissen. Ich räusperte mich kurz und rief nach einem blonden Jungen. Ich bekam jedoch keine Antwort. War er gegangen? Um sicher zu sein stand ich auf und verließ mein Bett, obwohl ich in diesem lieber versunken wäre. Ich schlüpfte in meine pinken Hausschuhe. Aus der Küche kam ein klappern und klimpern. Zielstrebig lief ich auf diese zu. Es musste Marry sein, welche sich um unser Geschirr kümmerte. Doch mein Blick verriet mir etwas anderes. Austin stand mit dem Rücken zu mir. Er räumte unserem Geschirrspüler aus. *Warum hat er so ein gutes Herz?*, fragte ich mich in Gedanken. Leise schlich ich auf ihn zu. Ich legte meine Arme von hinten um ihn und drückte mich gegen seinen Körper. Daraufhin zuckte er zusammen und ließ fast einen Teller fallen. “Guten Morgen.“, meinte ich. “Du hast mich aber erschrocken. Guten Morgen.“, lachte Austin. Er drehte sich zu mir um und umarmte mich. “Alles gut bei dir? Geht es dir besser? Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Ich bin für dich da, okay?“, redete er auf mich ein. “Ich möchte nicht mehr darüber reden.“, sagte ich ehrlich und vergrub mein Gesicht in seinem Shirt. Austin fuhr mit seiner Hand über meinen Rücken. “Das Gute ist, die meisten verstehen, was du durch machst. Du bist also nie alleine, vergiss das bitte nicht.“, sprach mir Austin gut zu. “Ich bin echt froh, dass du für mich da bist.“, lächelte ich ihn an. “Gerne.“, lächelte er zurück und stupste mir auf meine Nase, woraufhin ich noch mehr lächelte. Ich hätte noch lange in seinen Armen verharren können, jedoch klingelte es an der Haustür. Also löste ich mich von Austin und lief zur Haustür. Ich öffnete diese und eine wütende Marry schaute mich an. “Endlich auch mal zu Hause?! Wo wart ihr die ganze Nacht über? Ich musste bei Brandon übernachten.“, rief sie aufgebracht. Völlig überrumpelt musterte ich sie. Wenn mich nicht alles täuschte, trug sie ein Shirt von Brandon. “Jetzt bist du ja da. Komm runter.“, versuchte ich sie zu beruhigen. Noch ein Problem kann ich jetzt echt nicht gebrauchen. “Ich soll runter kommen?! Ich habe eine nicht gerade angenehme Nacht hinter mir. Ich habe wenig Schlaf bekommen und dann ist da noch Brandon. Ihr wart die ganze Zeit nicht zu erreichen und ich habe mir echt Sorgen gemacht.“, regte sich Marry auf. Ich wusste, dass sie nichts davon persönlich meinte. Jedoch traf es mich trotzdem hart. Ich hatte sie noch nie so aufgebracht gesehen. “Was zickst du mich denn so an?!“, zickte ich zurück. Tränen stiegen mir in die Augen. In der Verfassung für Streit war ich wirklich nicht. “Tut mir leid, es ist nur so, dass ich echt durcheinander bin.“, entschuldigte sich Marry. Sie zog mich in eine Umarmung. “Ich wollte dich nicht so anbrüllen.“, redete sie weiter. Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten und fing an zu weinen. Marry drückte mich von ihr weg. “Nicht weinen, es ist doch alles gut.“, versuchte sie mich aufzumuntern. Nun trat Austin aus der Küche hervor. “Ich denke mal, dass ihr euch viel zu erzählen habt. Ich bin dann mal weg.“, verabschiedete er sich und verließ unser Haus. Marry warf mir einen verwirrten Blick zu. Ich nahm ihre Hand und zog sie mit zum Sofa, wo wir uns hinsetzten. Nachdem ich einmal tief Luft holte, erzählte ich ihr alles, was in der letzten Nacht vorgefallen war. “Liv.“, seufzte sie meinen Namen. “Das tut mir so unendlich leid. Aber ich habe dir schon immer gesagt, dass Scott dir nicht gut tut. Sei froh, dass du ihn los bist. Das klingt vielleicht hart, aber so ist es nunmal. Du musst jetzt nach vorne schauen und ihn aus deinem Leben verbannen. Ich helfe dir auch dabei. Du kannst immer zu mir kommen. Ich werde dir, bis an dein Lebensende beistehen. Irgendwann wirst du dich erneut verlieben und dann bestimmt in Jemanden, der dich besser behandelt als Scott. In Jemanden, der dich so liebt, wie du bist. Der dich zu schätzen weiß.“, begann Marry ihre Rede zur Aufmunterung. Inzwischen hatte ich mich wieder gefangen und die Tränen verschwanden. “Soll ich dir ein Geständnis machen?“, fragte ich Marry. Sie sah mich erwartungsvoll an. “Ich denke, dass ich gar nicht mehr in Scott verliebt bin.“, ich hielt kurz Inne,“Wir sind soweit von einander entfernt gewesen. Mit jedem Tag den wir uns nicht sehen konnten, verschwanden meine Gefühle zu ihm. Ich hatte immer einunwohles Gefühl im Bauch, wenn ich an ihn dachte. Das nötige Vertrauen zu ihm war nie da.“ Meine beste Freundin nickte verständnisvoll. “Das glaube ich dir sofort. Dann ist es doch gut, dass keine Gefühle mehr im Spiel sind oder?“, fragte Marry mich. Sie schien nicht überrascht zu sein. “Um ehrlich zu sein, hatte ich mir sowas schon gedacht.“, fügte sie noch hinzu. Ich legte meinen Kopf schief und sah sie fragend an. “Das werde ich dir später erklären.“, antwortete sie, auf meine gedanklich gestellte Frage. “Kann ich dir auch etwas erzählen?“, fragte Marry mich nun. Ich nickte.
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would you mind to be mine?
Fanfictionρrєττyмυcн Prolog: Liebe, davor haben die meisten Menschen Angst. Sie ist kompliziert und bringt Probleme mit sich. Liebe kann einen Menschen blind machen, ihn total durchdrehen lassen. Sie bereitet einem Schmerzen. Das sind die negativen Seiten. D...
