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Mitten in der Nacht riss mich etwas aus dem Schlaf. Ein wenig schweißgebadet lag ich in meinem Bett. Neben mir war die Decke zerknittert, doch niemand lag dort. Gestresst wischte ich mir übers Gesicht und durch die Haare. Yoongi hatte mich ins Bett gelegt, aber er war nicht da. Naja, vielleicht war er nur was zu trinken holen oder so. Aber da ich selber Durst hatte, stand ich auf und ging vorsichtig in die Küche. Mit der Handytaschenlampe schlich ich durch den Flur, vorbei am Bad, durchs Wohnzimmer in die Küche. Dort nahm ich mir ein Glas und ließ Leitungswasser in dieses laufen. Beim trinken lehnte ich mich gegen den Tresen und erkannte erst jetzt den Lichtspalt unter der Badezimmertür. Ah, da war wohl Yoongi.

Nach meinem dritten Glas Wasser legte ich mich wieder ins Bett und wartete darauf, dass Yoongi auch mal wieder kommt. Aber er kam nicht.

Um 4:30 Uhr war wieder eine halbe Stunde vergangen. Alleine wälzte ich meinen Körper auf der Decke rum. Was macht er denn die ganze Zeit?
Wieder ließ ich eine viertel Stunde vergehen und entschied mich, mal nach Yoongi zu sehen. Etwas zitternd stand ich auf und ging zur Badezimmertür, unter der sich Immernoch der Lichtspalt befand. Was wenn ihm etwas passiert ist? Oder er bewusstlos ist? Ich muss ihm doch helfen!
Vorsichtig klopfte ich gegen die Tür und legte meinen Kopf dagegen, in der Hoffnung etwas zu hören.

Ich: Yoongi? Yoongi, alles okay?

Nichts. Es kam nichts von der anderen Seite. Kurz schaute ich nach, ob abgeschlossen war und siehe da! Die Tür konnte man öffnen. Bevor ich reinkam, klopfte ich nochmal dagegen, aber wieder antwortete er nicht. Mit meinem Kopf lukte ich in das erleuchtete Zimmer. Yoongi stand mit dem Rücken zu mir am Waschbecken und bewegte sich keinen Zentimeter. Heftig bewegte sich sein Oberkörper auf und ab und seine Atmung kam auch nur stoßweise. Er zeigte keine Reaktion, als ich das Zimmer betrat und von der Seite auf ihn zu ging. Geschockt blickte ich dann auf die dunkelrote Flüssigkeit im Waschbecken und auf seine damit beschmierten Arme. Deutliche Wunden zeichneten sich auf diesen ab und er hielt eine verdreckte Rasierklinge in der rechten Hand. Entsetzt schaute ich in sein Gesicht und merkte, dass seine Augen geschlossen waren.

Ich: Yoongi?!

Yoongi machte nichts und öffnete nicht seine Augen. Plötzlich setzte er die Klinge wieder an seinem Arm an und wartete kurz. Da ich wusste, was er da machen wollte, rannte ich auf ihn zu und hielt ihn davon ab den nächsten Schnitt durch seine helle Haut zu ziehen. Meine Hand lag um sein Handgelenk und mit einem zucken riss er seine Augen auf. Verwundert über die Situation schaute er zuerst mir in die Augen und dann auf die zahlreichen Schnitte. Unbewusst ließ er die Rasierklinge fallen die klangvoll auf dem Stein des Waschbeckens aufkam.
Tränen sammelte sich in den Augen des Älteren und bahnten sich ihren Weg durch sein Gesicht. Eine Träne tropfte an seinem Kinn hinunter, direkt auf eine der Wunden, was ihn aufzischen ließ.

Yoongi: Jimin... Ich-
Ich: Yoongi- was- was machst du da?!
Yoongi: Ich- Ich weiß es nicht.. Das- Warum?-

Er strich mit dem Zeigefinger über seinen inneren Arm und schrie qualvoll auf.

Ich: Shhh.. Lass das.. Warte, ich versorge das..
Yoongi: Jimin-
Ich: Sag einfach nichts.

Schnell holte ich Tücher, Salben und Verbände aus dem kleinen Schrank und legte alles auf der Kante des Waschbeckens ab. Behutsam ließ ich lauwarmes Wasser über Yoongis Amre laufen, was ihn laut aufzischen ließ.

Ich: Tut mir Leid.
Yoongi: Es geht schon. AH!

Federleicht strich ich über seine Arme. Qualvoll verzog er das Gesicht und ballte seine Hände zu Fäusten. Das Blut schoss förmlich aus den Wunden und vermischte sich mit dem Wasser.
Als ich das Wasser wieder abdrehte, stieg sofort das Blut in die frischen Fleischwunden und schoss wieder aus ihnen. Immer wieder tupfte ich es behutsam ab und schaute Yoongi gar nicht mehr an, ansonsten hätte ich geheult. Was war das? Wieso macht er sowas?
Ich wartete, bis die Wunden etwas gegrindet waren und legte dann Wattetücher mit der Wundsalbe auf die ca. 20 Schnitte. Yoongi beobachtete jeden meiner Schritte und biss sich schwer auf die Lippe.
Vorsichtig, um es nicht noch schmerzhafter werden zu lassen, wickelte ich noch Verbände um seine Arme und versiegelte sie mit Pflastern. Danach wusch ich mir selber die blutverschmierten Hände und auch die von Yoongi. Noch schnell das Blut vom Waschbecken abgeputzt und schon führte ich Yoongi ins Schlafzimmer. Dort angekommen legte ich ihn auf seine Bettseite und legte mit den Tränen kämpfend meine Arme um ihn. Mein Gesicht war so lange auf seiner Brust gelegen, bis er sich seitlich zu mir drehte und meine Tränen wegküsste.

Ich: Was war das?
Yoongi: Wenn ich das wüsste..
Ich: Warum hast du dich geritzt? Du musst mit mir reden, Min Yoongi!
Yoongi: Jimin, hör mir bitte zu, ich habe das nicht bewusst gemacht. Ich habe so lange geschlafen, bis du mich am Handgelenk gepackt hast. Ehrlich!
Ich: Was? Du hast geschlafen?
Yoongi: Ja.. Anscheinend habe ich geschalfwandelt. Und dabei verletzt.
Ich: Hast-Hast du das schonmal gemacht?
Yoongi: Nein! Noch nie!
Ich: Hab ich irgendwas falsch gemacht?! Ich meine, man ritzt sich nicht ohne Grund...
Yoongi: Nein! Bitte denke nicht sowas! Du machst mich zum glücklichsten Menschen der Welt, du trägst keine Schuld, Schatz!!!

Sanft legte er seine weichen Lippen auf meine und bewegte diese. Sofort erwiderte ich den Kuss und plazierte meinen Hände auf seinen bereits verweinten Wangen.

Yoongi: Jimini, ich liebe dich. Du trägst nie Schuld, okay?
Ich: Mm...

Sanft küsste ich ihn wieder und kuschelte ihn wie einen Teddy an mich. Langsam strich er meinen Nacken entlang, über meinen Rücken bis zum Steißbein und wieder nach oben.

Ich: Mach das nie wieder!
Yoongi: Ich wünschte, ich hätte das heute schon nicht gemacht.
Ich: Baby, schlaf jetzt.. Morgen kommt eh Jin wieder und schaut nach meiner Platzwunde, da versorgen wir deine auch richtig!
Yoongi: Okay. Schlaf gut. Ich verspreche dir, wenn du aufwachst, dann bin ich da.
Ich: Okay..

Mit einem letzten Gähnen verfiel ich meiner Müdigkeit und schlief ein. Leise murmelte ich immer wieder "Ich liebe dich", da ich nicht wollte, dass er wieder geht und mich alleine lässt. Das war die schlimmste Nacht meines Lebens. Mitanzusehen, wie dein ein und alles sich selber verletzt, ist das Grauenhafteste, was dir passieren kann. Fest drückte ich Yoongis Körper an mich und mein Kopf wurde von sanften Küssen bearbeitet.

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Da musste einfach mal wieder etwas Drama kommen, sonst wird das hier nich zu langweilig 😂💛 Ich hoffe, es gefällt euch 💛😊

ⁿᵒᵗ ᶠⁱᵗᵗⁱⁿᵍ •ㅅ• уσσηмιηWo Geschichten leben. Entdecke jetzt