Es war Samstag früh und Lea räkelte sich unter der dünnen Decke. Der Juli zeigte sich mit schönem Wetter von seiner besten Seite, doch das bedeutete, das es bereits früh morgens schwül warm war.
Etwas, das sie nicht mochte.
Etwas, das sie nicht vertrug.
Zusätzliche Hitze verströmte der schlafende Männerkörper auf der anderen Seite des Bettes. Kai schnarchte und Lea seufzte. Als sie ins Bett gegangen war, hatte er wie so oft vor dem PC gesessen und ein Video geschnitten. Wann er tatsächlich endlich ins Bett gekommen war, das hatte sie überhaupt nicht mitbekommen.
Wie so oft in letzter Zeit.
Wie so oft in den vergangenen Monaten.Flink schwang die junge Frau ihre Beine aus dem Bett und erhob sich. Es war noch früh und sie hatte an diesem Samstag frei, aber sie war noch nie ein Langschläfer gewesen. Schon früher, seit frühesten Schultagen, schickte ihr innerer Wecker sie zwischen halb sechs und halb sieben in den Tag, Sommer wie Winter.
Bereits am Vortag hatte sie geputzt und den Haushalt geschmissen, da an dem Nachmittag noch ein Event mit dem Karnevalsverein anstand.
Die jährliche Mitgliederversammlung stand an, mit anschließendem Grillen und Sommerfest. In diesem Jahr würde es bei Steffen und Chrissi stattfinden. In deren Garten war die Poolparty direkt inbegriffen.
Seit einem Jahr hatten sie einen festeingelassenen Pool. Und Lea liebte diesen Pool, wie auch ihre beste Freundin. Sie hatte ihr beigestanden, als sie Jahre zuvor hatte lernen müssen, allein im Leben zu stehen.Lea fuhr mit ihrem A3 Cabrio zu Steffen, um ihm bei den Vorbereitungen zu helfen. Sie gab sich wie immer, aber Steffen hatte die Entwicklung zwischen Kai und der schlanken Freundin seit Monaten still miterlebt.
Kai hatte zwei Jahre zuvor mit YouTube angefangen und steigerte sich zunehmend hinein. Immer häufiger hatte der Freund den Eindruck, das alles weitere bei Kai in die Gleichgültigkeit rutschte, zu allererst seine Freundin. Allerdings merkte er in letzter Zeit auch immer wieder, das die beste Freundin seiner Frau die Beziehung nicht mehr zu retten versuchte. Früher hatte sie Kai genötigt irgendwo mit dabei zu sein, sie hatte ihm Ansagen gemacht. Jetzt aber ließ sie ihn einfach da wo er war und machte ihr Ding. Und er verstand sie.
„Und, kommt Kai heute auch?", wollte er von Lea wissen. Die junge Frau mit der Lockenmähne schüttelte den Kopf. „Er muss arbeiten und davor noch ein Video schneiden!", gab sie an. Freundschaftlich legte Steffen ihr eine Hand auf die Schulter und drückte diese. Er musste nichts weiter sagen, Lea verstand ihn auch so.Nach den abgeschlossenen Vorbereitungen ging die junge Frau noch einkaufen. Sie war für das Mitbringen von Nudelsalat und Baguette zuständig.
Als sie am Bäcker stand, wurde sie ohne Ankündigung von hinten umfasst. Dieser jemand zog sie so fest an sich und drückte ihr die Lippen auf den Kopf. Sie spürte den Schritt des Freundes an ihrem Po und gemeinsam fielen sie für kurze Zeit in einen Wiegerhytmus zu einer Melodie, die nur sie hören konnten.
Während die Umstehenden das missbilligend sahen, lachte sie auf. Sie wusste, wer das war.
Es gab nur eine Person, die so unverfroren handelte. „Wann wirst Du endlich mit mir durchbrennen?", raunte ihr die bekannte Stimme in ihr Ohr. Sie drehte sich leicht in seinem Arm um und sah in die grünen Augen des rotblonden Arztes mit dem sie seit einigen Jahren befreundet war.
„Mario, du weißt, mit Dir jederzeit!", entgegnete sie. „Du musst nur sagen wann und ich werde mein Köfferchen packen!" Sie klimperte mit den Lidern. Beide lachten sie auf. Kurz sprachen sie und verabredeten, das er sie für die Veranstaltung am Nachmittag mitnahm.Zuhause stellte Lea fest, das Kai immer noch schlief. Sie schnippelte alles für den Salat und stellte die gut gefüllte Schüssel kalt.
Sie packte ihre Tasche und ging im Anschluss duschen.
Als sie nach dem duschen ihren Körper mit Sonnenmilch eincremte besah sie sich im Spiegel.
Sie war 29 Jahre alt, drei Jahre älter als Kai. Blaue Augen zierten ein schmales Gesicht mit Sommersprossen auf der Nase. Dunkelbraune Locken fielen tief in den Rücken. Sie hatte bei einer Größe von 1,76 eine schlanke Figur mit den Kurven an den richtigen Stellen.
Ihre Hände verteilten die weiße Flüssigkeit auf den Schultern als sie aufseufzte.
Sie selber hielt sich zwar für gutaussehend, zeigte das aber nicht jedem. Ihre Kleidung hielt sie unauffällig, aber sie wusste wann sie ihre Reize einsetzen konnte und wie sie diese einzusetzen hatte. Bei Kai aber verpuffte das Reizen zunehmend in Nichts.
Sie konnte sich kaum erinnern, wann ihr Partner das letzte Mal beim Sex geglänzt hatte. Inzwischen glich es einer Pflichtübung, wenn sie ihn denn einmal dazu bekam. Zu Beginn ihrer Beziehung war er sehr bedacht darauf, das auch sie auf ihre Kosten kam. Das hatte aber mittlerweile die Tendenz gleich Null. Wenn Kai seine Befriedigung erlebt hatte, drehte er sich um und schlief.
So oft hatte Lea bereits Angebote bekommen, aber sie wollte nicht untreu werden, nur um ihrem sexuellen Drang nachzugeben. Sie hieß das nicht gut, fragte sich aber, ob es ihrem Lebenspartner überhaupt auffallen würde. Stattdessen hatte die zunehmende Fingerfertigkeit erlangt, die sie schnell und heftig zum Höhepunkt bringen konnte. Allerdings trieb das die Frustration auch höher. Sie mochte Sex, sie wollte Sex.

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Jeden Tag ein wenig mehr
RomanceSie kannten sich. Sie waren Freunde. Sie waren vergeben. Und sie hätten nie einen Gedanken an das verschwendet, was auf sie zukam!