Müde öffne ich meine Augen und blicke in Harrys müdes Gesicht. Aus kleinen, noch verschlafenen Augen schaut er mich an. Es ist wunderbar aber dennoch etwas seltsam neben ihm bzw. in seinem Armen aufzuwachen. Mein Kopf lag bis eben noch auf seiner Brust und mein Arm war um seinen Oberkörper gelegt. Seine eine Hand war auf meinem Rücken. So lange, ja eine Woche kann einem ewig vor kommen, habe ich alleine geschlafen. Ohne die Wärme und Geborgenheut von Harry. Es tut so unfassbar gut ihn jetzt wieder bei mir zu haben. Selbst wenn er gleich wieder gehen sollte, auch wenn er mich wieder verlässt und das für ihn nur ein Versehen war. Es war eine Nacht, seit langem, in der ich wieder ruhig und gut schlafen konnte. Ohne Alpträume, Tränen oder dauerndes Seitenwechseln. Nein, diese Nacht war ich beschützt in Harrys Armen und habe geschlafen wie ein Stein. Unfassbar gut und ruhig.
Er hat zwar gestern hier geschlafen aber was jetzt genau zwischen uns ist, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass er mich mit dem Kind unterstützt und sich freut Dad zu werden. Ich weiss nicht, was mit uns ist, ob er mich noch liebt, ob er mir verzeiht. Ich weiss nicht, ob er nicht doch den Kontakt zu mir abbricht und wir uns nur sehen, wenn er unser Kind abholt. Das wäre schrecklich. Ich liebe ihn so sehr. Ihn nur ab und zu zu sehen, wenn er sein Kind bei mir abholt, damit sie ein schönes Wochenende gemeinsam verbringen können, wäre furchtbar für mich. Ich weiss nicht, wie ich ohne ihn lieben soll.
Habt ihr euch einmal vorgestellt, ohne die Person zu leben, die euch alles bedeutet? Das ist unsagbar schwer. Stellt euch die Person vor, die euch alles bedeutet; die ihr mehr liebt als euch selbst. Für die Ihr sterben würdet. Ohne die ihr glaubt, dass das Leben sinnlos wäre. Ohne die ihr nicht einen Tag getrennt sein wollt. Stellt euch den Schmerz vor, den ihr verspürt wenn diese Person den Kontakt zu euch abbricht. Es schmerz so sehr. Ich war eine Woche von ihm getrennt, nicht mal . Es waren 6 höllische Tage. Auch wenn es "nur" 6 Tage waren, war es so schlimm für mich, da es erstens Harry war. Wäre irgendeine andere Person gegangen, hätte es nicht so sehr geschmerzt wie bei ihm. Zweitens wusste und weiss ich nicht, was aus uns wird. Werden wir wieder glücklich? Kommen wir wieder zusammen? Bleiben wir getrennt? Ignorieren wir uns?
"Morgen." murmle ich leise und richte mich etwas auf. Kaum sitze ich aufrecht, überkommt mich auch schon so ein Kribbeln im Bauch. Schnell mache ich die Hand vor den Mund und flitze ins Badezimmer. Wie eigentlich jeden Morgen übergebe ich mich. Nur, dass heute meine Haare von Harry zurück gehalten werden.
"Oh Gott. Hat das immernoch nicht aufgehört?" fragt er und gibt mir ein Tuch und Glas mit Wasser. Dankbar lächel ich ihn an und spüle meinen Mund aus.
"Nein, nicht wirklich." gebe ich zu und lehne mich an die Wand. Die Bauchschmerzen, die ich letzte Woche noch hatte, sind schon seit ein paar Tagen zum Glück weg. Ich hasse Bauchschmerzen und diese waren wirklich schlimm.
Mit Harrys Hilfe stehe ich auf und gehe dann mit mit ihm zusammen in die Küche. Er stützt mich und verlangt, dass ich mich erst mal auf einen Stuhl setze. Ich kann seine Sorge aber nicht verstehen. Ich bin schwanger und nicht todkrank. Diese Übelkeit habe ich schon seit über einer Woche und bin auch damit zurecht gekommen. Interessiert hat es ihn in dieser Woche auch nicht, wie es mir geht. Wieso schiebt er jetzt fast Panik, nur weil ich mich übergebe? Obwohl ich nicht so viel erbrechen konnte, da ich fast nichts gegessen habe.
Nachdem frühstücken, auch wenn ich nur ein halbes Brötchen gegessen habe, liegen wir zusammen auf die Couch.
"Ich weiss du magst das Thema nicht, aber es ist wichtig, dass du was isst. Die Zeiten, in denen du nichts gegessen hast sind vorbei. Außerdem hast du jetzt noch die Verantwortung für unseren Nachwuchs." ernst schaut er mich an.
"Bitte sag nicht Nachwuchs, das hört sich so an wie im Tierreich. Ich bin aber kein Tier, welches nur dazu da ist um deine Kinder zu bekommen." gebe ich schroff von mir. Mein armes Baby. So kann er es doch nicht nennen. Außerdem fühle ich mich dann so ausgenutzt und wertlos. Es wird schon schwer genug für mich werden, immerhin werde ich bald richtig dick. Irgendwie macht mir das schon Angst. Harry hat mich als mega schlankes Mädchen kennengelernt. Ich war nur Haut und Knochen. Trotzdem hat er mich geliebt und so aber jetzt bin ich normal. Er hat mir bewiesen, dass er mich auch so liebt aber was macht er, wenn ich plötzlich dick werde? Mein Bauch wird immer größer werden, ich will das nicht.
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alright?
De TodoFortsetzung von Du! - meine Hoffnung Alles ist gut. Probleme gelöst, Ängste bekämpft. Was kann da noch schief gehen? Einen Job der Spaß macht, eigenes Geld, erste Wohnung. Das alles haben Lilly und Harry jetzt. Ihr Leben geht weiter und somit wird...
