Von lautem Geschrei geweckt blinzel ich ein paar mal und drehe mich brummend auf die andere Seite. Das kann doch nicht wahr sein. Die erste Nacht Zuhause und schon schreit sie fast ununterbrochen. Im Krankenhaus war sie doch auch ruhig. Harrys Arm, der sanft auf meinem Oberarm streicht holt mich zurück in die Realität.
"Ist gut, Schatz. Ich gehe schon." meint er verschlafen und steht auf. Schon das 4 mal schreit sie jetzt und wir haben gerade mal 4 Uhr. Letzte Nacht im Krankenhaus war sie ruhig. Sie hat seelenruhig durchgeschlafen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass sie mit mir in meinem Bett geschlafen hat und heute in ihrem Zimmer.
Harry kommt wieder ins Zimmer aber nicht alleine. Nein mit unserer kleinen, nun ruhigen Tochter. Eigentlich will ich es erst gar nicht anfangen sie in unserem Bett schlafen zu lassen aber gestern war es eine Ausnahme, da ich sie nicht aus den Händen geben wollte und heute, da sie so schreit. Hoffentlich waren das so ziemlich die einzigsten Ausnahmen. Beide kommen ins Bett und die Kleine liegt jetzt in ihrem pinken Schlafsack zwischen uns. Ich streiche ihr über ihr Köpfchen und schlafe wie Harry und Alexa gleich ein.
Von alleine wache ich dieses mal auf und sehe weder Harry noch Alexa neben mir. Müde reibe ich mir über die Augen und stehe auf. Ich wechsle meine Schlafsachen durch eine kurze sportliche Hotpants und ein Top und gehe leise nach unten in die Küche. Am Türrahmen stehen bleibend schaue ich zu, wie Harry versucht Frühstück zu machen und gleichzeitig mit unserer Tochter herumalbert. Die Kleine ist in Harrys Armen und schaut ihn mit ihren süßen blauen Äuglein an, welche aber immer kleiner werden.
"Du willst doch wohl jetzt nicht schlafen. Wir müssen doch für Mama noch Frühstück machen." sagt er fassungslos, als er sieht, dass sie ihre Augen geschlossen hat. Ich schmunzel und schaue ihm weiterhin zu. Einhändig kümmert er sich um die Rühreier in der Pfanne. Aber immer wieder einen Blick wirft er auf die Kleine.
"Uhhh Alexa. Da muss wohl jemand gewickelt werden." verzieht er seine Nase und stellt die Pfanne neben den Herd. Ich gehe auf ihn zu und gebe ihm einen kurzen Kuss.
"Morgen Schatz." begrüßen wir uns gegenseitig, bevor er Alexa wickeln geht und ich weiter Frückstück mache. Ich schenke uns Orangensaft ein und schneide etwas Obst in eine Schüssel. Das Rührei verteile ich auf zwei Teller und stelle alles auf den Tisch als Harry wieder kommt.
Wir essen gemütlich, während wir Alexa im Kinderbett im Wohnzimmer lassen. Es ist so ungewohnt, dass man jetzt immer auf sie aufpassen muss. Immer muss man Rücksicht geben und so. Egal bei was, sie verändert alles. Aber ich liebe sie und ohne sie würde etwas fehlen.
Spät am Nachmittag wickel dieses mal ich die Kleine, aber sie schreit nur. Sie quängelt, zappelt und brüllt ohne Ende. Sanft streiche ich ihr einmal über die Wange und schließe dann die Klebestreifen ihrer Windel. Ich ziehe ihr schnell den roten Strampler wieder richtig an und nehme sie auf den Arm. Aber aufhören mit schreien tut sie auch nicht. Verzweifelt versuche ich sie zu beruhigen.
"Shhh Kleine. Alles ist gut." flüstere ich und küsse sie auf den Kopf. Ohne Erfolg. Mit Tränen in den Augen laufe ich ins Wohnzimmer und setze mich auf die Couch. Ich setze mich bequem hin und schaue auf sie runter. Ihr kleines Köpfchen ist schon ganz rot von dem vielen weinen.
"Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein, mit dem purpurroten Mäntelein.
Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein." singe ich leise. Ich habe keine Ahnung von Kinderliedern. Nur an dieses konnte ich mich noch einigermaßen erinnern. Ein Versuch war es wert aber sie schreit trotzdem weiter. Frustriert nehme ich sie anders in meine Arme.
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alright?
CasualeFortsetzung von Du! - meine Hoffnung Alles ist gut. Probleme gelöst, Ängste bekämpft. Was kann da noch schief gehen? Einen Job der Spaß macht, eigenes Geld, erste Wohnung. Das alles haben Lilly und Harry jetzt. Ihr Leben geht weiter und somit wird...
