»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Es war ein neuer Tag angebrochen. Diesmal war mein erster Stopp nicht die Kanzlei, sondern das Revier. Can hatte mir gestern nach Feierabend gesagt, dass die Akte noch auf dem Revier wäre. Also machte ich mich zügig auf den Weg. Es war wichtig, die Akte gründlich zu prüfen, um meinen Mandanten umfassend beraten zu können. Schließlich war dieser Fall von großer Bedeutung – mein erster richtiger Mandant und noch dazu so ein wichtiger Fall. Ich fragte mich, was ich im Leben richtig gemacht hatte, dass ich eine solche Herausforderung erhielt.
Ich versuchte, meine Gedanken zu sortieren und mich auf den Verkehr zu konzentrieren. Manchmal überkam mich der Drang, die Menschen, die sich im Verkehr rücksichtslos verhielten, an den Kragen zu gehen. Doch ich musste mich daran erinnern, dass ich eine Frau war und solche Konfrontationen mir nichts bringen würden. Also schob ich die Vorstellung beiseite und konzentrierte mich darauf, sicher ans Ziel zu kommen.
Mein Auto war mir sehr wichtig. Es war mein erster eigener Wagen, den ich mir selbst finanziert hatte. Am Innenspiegel hing ein getrocknetes Gänseblümchen – ein Erinnerungsstück an meinen Vater. Die kleine Blume zauberte mir stets ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn mein Vater nicht immer bei mir war.
Als ich am Revier ankam, begegnete ich zum Glück nicht Can. Ich hatte nicht die Energie, mich jetzt mit ihm auseinanderzusetzen. Stattdessen wandte ich mich an einen anderen Beamten, der mir die Akte überreichte. Bevor er sie mir gab, meinte er, ich könnte, wenn ich Zeit hätte, Can besuchen. In Anbetracht meines vollen Terminkalenders und meiner Nervosität wollte ich das Gespräch mit Can auf später verschieben.
Ich zog mich in einen kleinen Raum zurück, der mir zur Verfügung gestellt wurde. Eine Aufsichtsperson saß dort, doch ich ließ mich nicht von ihr ablenken und begann sorgfältig, die Akte durchzusehen.
Während ich die Akte durchging, konnte ich die Angst nicht abschütteln. Was, wenn ich einen entscheidenden Punkt übersehen hatte? Was, wenn ich versagte und damit die Zukunft meines Mandanten ruinierte? Diese Gedanken nagten an mir wie eine ständige, unaufhörliche Welle.
Der Ermittlungsbericht war detailliert und beschrieb die Ereignisse präzise. Ein Gefühl der Unzufriedenheit überkam mich, als ich die Tatortfotos sah. Die brutalen Bilder ließen mir einen Schauer über den Rücken laufen.
Es war schwer zu ertragen, die Details des Verbrechens zu lesen. Ich wusste, dass ich diesen Mann verteidigen musste, aber wie konnte ich jemanden verteidigen, der so grausam gehandelt hatte? Die Vorstellung, dass ich mit jemandem arbeite, der so viel Schmerz verursacht hatte, ließ mich zittern.
Besonders beunruhigend waren die Protokolle aus der Telefonüberwachung. Vor der Tat hatte mein Mandant das Opfer angerufen und erst später den Notruf gewählt. Diese Information war wichtig für die Einschätzung seines Motivs und seiner Absichten.
Meine Hände zitterten leicht, als ich die Akte zusammenklappte. Ich versuchte, ruhig zu bleiben, aber mein Herz klopfte so laut, dass ich das Gefühl hatte, jeder im Raum könnte es hören. Die Kälte, die meine Finger berührte, war ein ständiger Reminder daran, wie viel auf dem Spiel stand. Ich packte die Akte sorgfältig zurück in die Mappe und gab sie dem Beamten. Ohne mich von Can sehen zu lassen, beeilte ich mich zu meinem Auto.