»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Ich musste noch einige Akten abarbeiten, aber seit heute Morgen fiel es mir schwer, mich zu konzentrieren. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab. Vor zwei Tagen hatte ich Güneş darum gebeten, ihn zu besuchen.
Die Genehmigung für den Besuch war alles andere als sicher. Normalerweise sind solche Besuche zwischen Täter und Opfer während eines laufenden Verfahrens nicht gestattet, aber Güneş hatte ausdrücklich darum gebeten, den Täter zu sehen und mit ihm zu sprechen. Und dieser Wunsch, so ungewöhnlich er auch war, eröffnete mir die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen.
Ich wusste, dass ich bei den Behörden überzeugend argumentieren musste. Es war nicht nur eine Frage der formalen Genehmigung, sondern auch der richtigen Darstellung der Situation. Güneş' Wunsch war nicht von Rache getrieben, sondern von einem tieferliegenden Bedürfnis nach Antworten und möglicherweise einer Art persönlicher Aufarbeitung. Dieser Aspekt konnte ich herausstellen: Sie wollte verstehen, was passiert war, und vielleicht einen Schritt in Richtung emotionaler Heilung tun. Es war wichtig, diesen Punkt zu betonen.
Ich argumentierte, dass das Gespräch den Verlauf des Verfahrens nicht gefährden würde. Der Besuch würde unter strengsten Auflagen stattfinden – in einem überwachten Raum, mit einer festgelegten Zeit und unter ständiger Kontrolle der Behörden. Güneş hatte diesen Wunsch völlig freiwillig geäußert, ohne äußeren Druck.
Es war eine heikle Situation. Alper hatte bis kurz vor dem Treffen nichts von Güneş' Wunsch gewusst. Ich hatte ihn nicht vorab informiert, um ihn nicht unnötig zu belasten, und wusste, dass er nach der Entscheidung zu diesem Schritt keine Einwände mehr haben würde.
Am Ende überzeugte der ausdrückliche Wunsch von Güneş die Behörden, die Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Es war eine ungewöhnliche Entscheidung, aber für Güneş war es ein Schritt, den sie selbst brauchte.
Ich hatte ihn seit dem Vorfall mit Güneş nicht mehr gesehen. Vielleicht würde er mir jetzt böse sein, doch irgendwann würde er verstehen, dass ich ihm einen Gefallen getan hatte. Es hatte lange gedauert, es mir selbst einzugestehen, aber wir waren unmöglich füreinander. Es machte keinen Sinn, Gedanken an ihn zu verschwenden. Ich sah in seine Augen, und sie zeigten mir, dass er mich nicht einmal sehen wollte. Seine Gedanken waren voll von ihr. Ich konnte sie nicht einmal ansatzweise ersetzen. Ich war kein Pflaster für Wunden, für die ich nicht verantwortlich war. Er war nie wirklich an mir interessiert, und er würde es auch nie sein. Aber zu wissen, dass sie ihn besuchen ging und dadurch eine neue Chance für die beiden entstand, brach mir insgeheim das Herz.
Die Fenster in meinem Büro boten einen Blick auf die belebte Innenstadt. Der Verkehr draußen war ein endloses Mosaik aus Fahrzeugen und Fußgängern, die ihren täglichen Geschäften nachgingen. Der Klang der Stadt drang leise durch das Glas, ein sanftes Hintergrundrauschen, das in der Stille meines Büros besonders präsent war. Die Sonne stand hoch am Himmel, und die Lichtstrahlen, die durch die Jalousien drangen, schufen ein Muster aus hellen und dunklen Streifen auf meinem Schreibtisch.