»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Ich saß an Alpers Akte und ließ die Stunden vergehen, während ich mich in den Details verlor. Die Stellungnahme, die ich verfasst hatte, war mein Versuch, einen glimmernden Hoffnungsschimmer für ihn zu schaffen. Doch während ich die Seiten durchging, nagte ein Gefühl der Unruhe an mir. Die Herausforderung, den ersten großen Fall zu stemmen, drückte wie eine schwere Last auf meinen Schultern. Es war nicht nur die Verantwortung gegenüber meinem Mandanten, sondern auch die ständige Frage, ob ich als Anwältin wirklich den richtigen Weg einschlug.
Der Gedanke, dass Alper sich vielleicht einfach nur in einem Sumpf aus Desinteresse und Aussichtslosigkeit wälzte, machte mir Sorgen. War ich wirklich bereit, mich auf diese Art von Fall einzulassen? Und was, wenn meine Bemühungen vergeblich waren? Der Gedanke, dass ich möglicherweise nicht genug getan hatte, verfolgte mich wie ein Schatten.
Als ich den Kopf vom Pult hob, fiel mein Blick auf den Kaffeebecher, den Selma mir gebracht hatte. Die Wärme des Kaffees war eine willkommene Ablenkung, doch der bittere Geschmack spiegelte die Bitterkeit in mir wider, die mich seit dem gestrigen Gespräch mit Alper begleitete. Ich hatte versucht, die vielen Emotionen zu ordnen, die in mir hochgekommen waren, doch es war schwer, einen klaren Gedanken zu fassen.
Alper war... nicht der Mann, den ich mir vorgestellt hatte. Er war zornig und abweisend, sein Blick verschloss sich schnell, als ich versuchte, ihm näher zu kommen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass etwas in ihm verborgen lag – eine Zerrissenheit, die mich unwillkürlich an meinen eigenen inneren Kampf erinnerte. Ich wusste, dass er die Tat begangen hatte. Das stand fest. Doch was, wenn er zu einem Menschen wurde, der sich irgendwann nicht mehr erkannte? Was, wenn er sich selbst nicht mehr verstand? Ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken.
Das Gespräch mit ihm war alles andere als einfach gewesen. Jeder Versuch, zu ihm durchzudringen, prallte an einer unsichtbaren Wand ab. Es war fast, als wollte er gar nicht, dass ich ihn verteidigte, als ob er die Verantwortung für das, was er getan hatte, lieber selbst tragen wollte.
„Du wirst ihm helfen, Nisa. Du musst es," dachte ich und versuchte, mir selbst Mut zu machen. Doch dann kam die Frage, die mich quälte: War ich wirklich die Richtige, um ihm zu helfen? Ich kannte seine Geschichte nicht vollständig, wusste nicht, was in seinem Kopf vor sich ging. Ich war mir nicht sicher, ob er mir überhaupt vertrauen würde.
Ich seufzte und nahm einen weiteren Schluck Kaffee, als Selma mir gegenüber Platz nahm. Sie beobachtete mich aufmerksam, als wollte sie mir in die Gedanken sehen. Ihre ruhige Präsenz war in diesem Moment genau das, was ich brauchte.
„Na, wie lief es gestern mit Herrn Kalkan?" fragte Selma mit einem kleinen Lächeln, das versuchte, die Spannung aus dem Raum zu nehmen. Ihre Frage ließ mich für einen Moment abgelenkt aufblicken. Ich wusste, sie würde eine detaillierte Antwort erwarten, aber die Gedanken an Alper ließen sich nur schwer abschütteln.
„Es war schwierig," antwortete ich und versuchte, meine Gefühle unter Kontrolle zu halten. „Er... er ist ein schwieriger Fall. Zornig, abweisend. Hat sich verschlossen, als ich versuchte, mit ihm zu sprechen." Selma nickte nachdenklich. „Verstehe. Aber du bleibst bei deiner Linie, dass er es war?"