Kapitel 47

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Es war ein ungewohntes Gefühl, so dicht an jemanden gekuschelt aufzuwachen

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Es war ein ungewohntes Gefühl, so dicht an jemanden gekuschelt aufzuwachen. Alpers ruhiger Atem war das Erste, was ich hörte, und die Wärme seines Körpers neben mir das Erste, was ich spürte. Einen Moment lang wusste ich nicht, wo ich war. Dann erinnerte ich mich an die Nacht davor: an seine Albträume, an meine beruhigenden Worte, an die Nähe, die plötzlich zwischen uns entstanden war.

Es war kein normaler Morgen. Es war einer dieser seltenen Augenblicke, in denen alles still zu stehen scheint, als wollte die Welt uns noch ein paar Sekunden schenken, bevor der Alltag wieder beginnt. Mein Blick wanderte zu Alper, der noch schlief. Sein Gesicht war entspannt, fast friedlich, und ich musste lächeln. Die Strenge, die ihn sonst oft umgab, war verschwunden. Stattdessen wirkte er sanft und verletzlich.

Es war ein seltsames Gefühl, so nah bei ihm zu liegen. In einem Bett, das sonst nur ihm gehörte. Und trotzdem fühlte es sich nicht falsch an. Es war eher wie ein Schritt in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Für einen Moment spürte ich einen Zweifel. Vielleicht war es genau richtig, dass wir diesen Morgen zusammen begannen. Vielleicht auch nicht.

Langsam löste ich mich aus seiner Umarmung, um ihn nicht zu wecken, und setzte mich auf die Bettkante. Der Raum war noch dunkel. Es war ruhig. Fast zu ruhig. Und in mir stieg eine Mischung aus Unsicherheit und leiser Hoffnung auf. Heute würde ein neuer Tag beginnen, aber mit ihm.

Während ich so da saß, fragte ich mich, wohin uns dieser Morgen führen würde. Würde er die Distanz zwischen uns zurückbringen, die bisher da war? Oder würde er uns näher zueinander bringen, als ich je gedacht hätte?

Ich stand auf und zog mich leise an, um Alper nicht zu wecken. In der Küche angekommen, ging ich zum Kühlschrank und holte mir eine Flasche Wasser, um ein Glas zu füllen. Die Nacht war noch frisch in meinem Kopf.

Es war erstaunlich, wie sehr sich etwas zwischen uns verändert hatte. Noch vor kurzer Zeit hatten wir uns bemüht, Abstand zu halten. Und jetzt fühlte sich das, was passiert war, fast selbstverständlich an. Trotzdem wusste ich nicht, was das alles wirklich bedeutete. Alper war jemand, der mit seinen Gefühlen oft nicht offen umging. Ich konnte nicht einschätzen, wie er die Nacht sehen würde, die wir zusammen verbracht hatten.

Ich machte mir eine Tasse Kaffee und setzte mich ans Fenster. Die ersten Sonnenstrahlen verleiteten den Himmel Wärme. Während ich hinaussah, dachte ich an alles, was hinter uns lag, und an das, was noch vor uns stand. Die Fragen, die in mir aufkamen, betrafen nicht nur uns als Paar, sondern auch mich selbst. Wer waren wir eigentlich füreinander? Und wie würde es weitergehen?

Plötzlich hörte ich, wie sich die Tür hinter mir öffnete. Alper kam in die Küche. Er trug noch die Sachen vom heute Nacht, seine Haare waren zerzaust, und er blinzelte leicht gegen das Licht. Er sah müde aus, aber sein Blick war weich. Er lächelte mich an, während er langsam zu mir kam.

In diesem Moment sah ich ihn mit neuen Augen. Nicht als den verschlossenen Mann, der so oft alles mit sich selbst ausmacht, sondern als jemanden, der einfach nur da war. So, wie er ist. Offen, ruhig, verletzlich. Und ich spürte, dass dieser Morgen für uns beide mehr bedeutete, als wir vielleicht zugeben konnten.

𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt