»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
Ich konnte ihm endlich mitteilen, dass es handfeste Beweise für seine Unschuld gab. Mich durchströmte ein Gefühl der Erleichterung und des Stolzes. Ich hatte so hart für diesen Moment gearbeitet, hatte unzählige Stunden in die Recherche und die Vorbereitung gesteckt und nun war es endlich so weit.
Ich saß auf der Autohaube von Can und sah mir mit einem triumphierenden Lächeln an, wie nach und nach die Verdächtigen in die Streifenwägen geführt wurden. Can kam nach langem hin und her auf mich zu. Wir waren beide mit den Nerven am Ende. Er zog sich seine Anzugjacke aus und legte es über meine Schultern. Er nahm neben mir Platz und starrte in den Nachthimmel, der mit schönen Sternen bestückt war.
„Endlich hast du die handfesten Beweise gefunden, die die Unschuld deines Mandanten zweifelsfrei belegen. Seit Monaten hast du hart daran gearbeitet, seine Unschuld zu beweisen, und nun hast du endlich Erfolg gehabt." Ich konnte es kaum fassen. Ich hatte wirklich dafür gesorgt, dass er einen Freispruch bekam. „Ich habe daran geglaubt, dass er unschuldig ist und habe deswegen alles getan." Alles, was ich tat, war für seine Freiheit. Er musterte mich von der Seite. Als ich dies bemerkte, wendete er nicht einmal sein Kopf. Er schaute mich weiterhin so intensiv an. Mir wurde warm. Ich war es nicht gewohnt so lange unter seinem Blick zu stehen. „Ich muss dir etwas eingestehen. Als wir nichts mehr von dir gehört hatten, habe ich mir Sorgen um dich gemacht. Ich hätte mir es nicht verziehen, wenn dir etwas passiert wäre." Mir wurde warm und meine Wangen nahmen die Farbe Rot an. Aus einer tiefen Stille wurde ein tiefes schwarzes Loch, mit dem ich nichts anfangen konnte.
Neben der Freude über den bevorstehenden Freispruch mischten sich auch andere Gefühle in meine Gedanken. Ich hatte eine Bindung zu Alper aufgebaut. Vielschreiber war es doch platonisch? Ich hatte seine Geschichte gehört, seine Ängste und Sorgen geteilt. Langsam hatten sich auch Gefühle entwickelt, die über die rein professionelle Beziehung hinausgingen.
Ob es wirklich liebe war? Ich hatte mir geschworen, nachdem mir einmal das Herz zutiefst gebrochen wurde, dass ich nie wieder an einer Person festhalten würde, die mich nicht wirklich liebte. Es war eine schmerzhafte Lektion, die mich gelehrt hat, meine eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu schützen. Von diesem Tag an sollte niemand mehr die Macht haben, mein Herz zu brechen, es sei denn, er liebte mich genauso, wie ich ihn liebte.
Ich hatte mich oft dabei erwischt, wie ich an ihn dachte, wie ich mir Szenarien ausmalte, in denen wir gemeinsam die Freude über den Freispruch feierten. Ich hatte begonnen, mir Sorgen um sein Wohlergehen zu machen, um seine Zukunft nach dem Prozess. Und nun konnte ich ihm endlich die gute Nachricht überbringen.
Ich fühlte ein Vibrieren in meiner Tasche und griff nach meinem Handy. Es war eine fremde Nummer, die ich keinem zuordnen konnte. Ich schaute mit einem verwirrten Blick zu Can und nahm den Anruf an. „Guten Abend, Frau Tekin. Entschuldigung für die späte Störung. Ich habe dringende Informationen bezüglich Ihres Mandanten Kalkan." Mir wurde auf Anhieb faul im Magen. Es konnte nichts Gutes heißen, dass die Anstaltsleiterin mich um eine späte Uhrzeit anrief. Ich schaute zu Can herüber, er wartete auf mich geduldig, dass ich das Telefonat beendete. „Guten Abend. Um was ging es denn?" Ich fing vor Nervosität an auf meinen Lippen zu kauen. War ich bereit für das, was jetzt auf mich kam? Mich bangte ein schlechtes Gefühl. Es ließ mich nicht los.