»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Ich saß aufrecht und versuchte, meine Haltung so professionell wie möglich zu halten. Die Atmosphäre im Raum war schwer, fast drückend. Vor mir saß ein älteres Ehepaar, das sich überraschend gut gehalten hatte. Trotz ihres Alters wirkten sie fit und gepflegt. Die Frau, elegant gekleidet, hatte ihr graues Haar zu einem strengen Knoten zusammengebunden. Ihr Mann, still und zurückhaltend, strahlte eine ausgeglichene Ruhe aus, die mich jedoch nicht täuschen konnte.
Warum sie ausgerechnet mich aufgesucht hatten, wusste ich nicht. Normalerweise hätte unser Empfangsdame, mich über solche Besuche vorab informiert. Stattdessen fand ich mich hier wieder, ohne eine Ahnung zu haben, was auf mich zukam. Die Stille zwischen uns war unangenehm, fast erdrückend. Um die Spannung zu lösen, nahm ich einen Schluck von meinem mittlerweile lauwarmen Kaffee und setzte mich noch einmal aufrechter hin.
„Sie haben nach mir gefragt. Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?" Meine Stimme klang ruhig, aber innerlich spürte ich eine leichte Nervosität.
Die Frau sah zunächst zu ihrem Mann, dann wieder zu mir. Man konnte sehen, wie sie innerlich rang, bevor sie schließlich das Wort ergriff. „Es geht um meinen Sohn, Alper Kalkan."
In meinem Kopf machte sich sofort Unruhe breit. Alper Kalkan – das war Akins Mandant, der Mann, der während seines gesamten Aufenthalts kein einziges Wort gesprochen hatte. Warum wollte die Familie ausgerechnet mit mir sprechen?
„Wir... also, ich bin nicht zufrieden mit dem Pflichtverteidiger. Ich habe viel Gutes über Sie gehört. Eigentlich wollte ich nur fragen, ob Sie sich den Fall meines Sohnes ansehen und übernehmen würden?" Ihre Worte kamen schnell und fast flehend. Es war, als ob sie alles in einem Atemzug herausbringen wollte, bevor sie ihre Meinung ändern konnte.
Ich war überrascht, überfordert sogar. So viele Informationen prasselten auf mich ein, dass ich nicht einmal daran dachte, zu fragen, wer sie zu mir geschickt hatte.
„Bevor ich Ihren Sohn als Mandanten annehme, müsste ich wissen, was genau vorgefallen ist." Mein professioneller Ton wurde mit der Unsicherheit eins, die in mir wuchs. Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich hier einließ.
„Meinem Sohn wird Einbruch und schwere Brandstiftung vorgeworfen." Sie zögerte kurz und fügte dann hinzu: „Ich sage nicht, dass er unschuldig ist. Auf keinen Fall. Ich behaupte nicht, dass mein Sohn so etwas niemals tun würde. Es kann sein, dass er den falschen Weg eingeschlagen hat, aber ich bitte Sie, mein Sohn soll die geringste Strafe erhalten."
Ihre Stimme brach gegen Ende und als ich den Schmerz in ihren Augen sah, spürte ich, wie sich ein Knoten in meinem Magen bildete. Die Tränen, die sie hastig wegwischte, machten die Situation nicht leichter. Es war offensichtlich, dass sie nicht hier war, um die Unschuld ihres Sohnes zu beweisen, sondern um für eine milde Strafe zu bitten.
Ich wusste von Akin, dass dieser Mandant nicht sprach. Dass er jede Kommunikation verweigerte, machte meine Aufgabe noch schwieriger. Aber die verzweifelte Bitte einer Mutter ließ mich innerlich nachgeben. „Ich werde den Fall annehmen", hörte ich mich sagen, noch bevor mein Verstand alle Konsequenzen durchdacht hatte.