»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Mein Handy läutete viel zu früh am Morgen. Ein nervtötendes Geräusch, das mir unmissverständlich klarmachte, dass der Tag mich schneller eingeholt hatte, als mir lieb war. Ich warf einen müden Blick auf die Uhr. Es war mein freier Tag, und ich hatte mir fest vorgenommen, endlich einmal auszuschlafen. Stattdessen riss mich ein Anruf aus dem Schlaf. Die unbekannte Nummer, die auf dem Bildschirm blinkte, ließ mich kurz zögern. Noch halb im Traum schälte ich mich widerwillig aus dem Bett.
„Hallo?" murmelte ich mit einer rauen, verschlafenen Stimme und räusperte mich. Mein Versuch, wacher zu klingen, klang halbherzig.
„Hier ist die Justizvollzugsanstalt. Ihr Mandant, Herr Kalkan, möchte dringend mit Ihnen sprechen."
Die Worte hingen wie eine kalte, unangenehme Wahrheit in der Luft. Ich blinzelte ein paarmal, um die Bedeutung zu erfassen. Alper Kalkan? Warum sollte er mich so früh anrufen, und was war so dringend, dass es keine Stunde später warten konnte? Mein Verstand arbeitete, aber die Informationen wollten nicht zueinanderpassen. Gefangene hatten nur in Ausnahmefällen Zugang zu Telefonen, und Alper Kalkan war keiner, der leichtfertig um Hilfe bat.
Ohne länger zu zögern, zog ich mich an. Meine Bewegungen waren gehetzt, aber nicht unüberlegt. Draußen war es überraschend warm, also entschied ich mich für eine helle Jeans und ein schwarzes Langarmshirt, dass meiner Stimmung entsprach. Ein schwarzer Blazer komplettierte den Look – er gab mir das Gefühl von Professionalität, das ich brauchte, um mich selbstbewusst zu fühlen.
Die Fahrt zur Justizvollzugsanstalt verlief ruhig, doch meine Gedanken waren ein Sturm. Was wollte Kalkan? Was konnte so wichtig sein? Die Fragen türmten sich wie eine unüberwindbare Welle, aber ich wusste, dass ich Antworten bekommen würde – ob ich darauf vorbereitet war oder nicht.
Der Besuchsraum der Anstalt war so trist, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Ein kalter Metalltisch, umgeben von unbequemen Stühlen, und Wände, die so weiß und steril waren, dass sie beinahe blendeten. Das flackernde Licht verstärkte den Eindruck, dass dieser Raum für alles gedacht war, außer für Komfort.
Die Tür öffnete sich, und Kalkan trat ein. Seine Haltung war aufrecht, fast stolz, und seine Bewegungen waren von einer kontrollierten Schärfe. Er war dünner geworden, seine Gesichtszüge noch markanter als beim letzten Mal. Dennoch strahlte er eine Energie aus, die sich schwer greifen ließ – eine Mischung aus Entschlossenheit und einer unterschwelligen Drohung. Seine Kleidung war ordentlich, aber abgetragen, und die Schatten unter seinen Augen verrieten schlaflose Nächte.
Er setzte sich mir gegenüber, sein Blick durchbohrte mich, noch bevor er ein Wort sprach. Diese Augen waren eindringlich – fordernd, herausfordernd. Für einen Moment war die Stille zwischen uns fast erdrückend. Doch ich hatte nicht vor, sie zuerst zu brechen.
„Ich habe meine Meinung geändert," sagte er schließlich, seine tiefe Stimme ruhig, aber mit einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.
Ich hob eine Augenbraue, mein Gesicht blieb ansonsten regungslos. „Bezüglich?" fragte ich, mein Ton war beherrscht, meine Haltung unverändert. Ich würde ihm nicht die Genugtuung geben, eine Reaktion von mir zu provozieren, bevor ich verstand, worauf er hinauswollte.