Kapitel 28

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Meine Augen waren von den Tränen gerötet, mein Gesicht von Verzweiflung gezeichnet

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Meine Augen waren von den Tränen gerötet, mein Gesicht von Verzweiflung gezeichnet. Die Zeit schien stillzustehen, während ich auf eine Nachricht von ihr wartete. Jeder Tag fühlte sich wie eine Ewigkeit an, und ich konnte nicht anders, als mich in meiner Verzweiflung zu verlieren. Die Welt schien gegen mich zu sein. Ich fühlte mich hilflos und allein gelassen.

Die Tage, in denen ich keinen Kontakt zu Nisa hatte, vergingen unglaublich langsam. Sie hatte ihren Vater verloren und kam an ihrem ersten Tag, mich zu besuchen. Ich hatte sie dafür verurteilt, dass sie mich eine Woche lang nicht besucht hatte. Ich hatte ihr schreckliche Dinge vorgeworfen und war überzeugt, dass sie mich aufgegeben hatte. Es schmerzte, zu wissen, dass ich wieder auf mich allein gestellt war, auch wenn dem in Wahrheit gar nicht so war, denn all das spielte sich in meinem Kopf ab. Die Zeit, in der ich ganz allein war, ohne jeglichen Kontakt, war für mich grausam.

Die Wände schienen sich immer enger um mich zu schließen, als könnten sie meine Verzweiflung spüren. Jeden Tag saß ich in meiner Zelle und starrte auf die grauen Wände, die weder Antworten noch Trost boten. Die Ungewissheit über meine Zukunft nagte an mir, und ich konnte nicht verstehen, wie ich in diese Situation geraten war und wie das Leben so ungerecht sein konnte.

Meine Gedanken waren ein ständiger Kampf zwischen Hoffnung und Resignation. Ich versuchte, mich an die guten Zeiten zu erinnern, an die Momente des Glücks und der Freiheit, die ich einst erlebt hatte. Doch die Realität holte mich immer wieder ein und erdrückte mich mit der Schwere der Situation.

Die anderen Insassen in der Justizvollzugsanstalt wirkten wie flüchtige Schatten, die an mir vorbeizogen. Ich fühlte mich isoliert und verlassen, unfähig, mich mit jemandem zu verbinden, der meine Lage verstehen konnte. Niemand war da, dem ich meine Geschichte anvertrauen konnte, niemand, der mir zuhörte.

Als ich für eine Tat verurteilt wurde, die ich nicht begangen hatte, hatte ich einen Teil meiner Seele verloren. Die Ungerechtigkeit fraß mich auf. Ich konnte nicht begreifen, wie die Welt so blind sein konnte und wie die Wahrheit so leicht übersehen wurde. Ich betete zu Gott, dass die Wahrheit ans Licht kommen, meine Unschuld erkannt und ich endlich befreit würde.

Doch die Tage vergingen ohne Veränderung. Die Hoffnung schwand langsam, und ich fühlte mich immer mehr in einem endlosen Albtraum gefangen. Von Nisa gab es immer noch keine handfesten Beweise. Die Dunkelheit umhüllte mich wie ein schwerer Mantel, und ich kämpfte darum, nicht darin zu ertrinken.

Trotz allem versuchte ich, stark zu bleiben. Ich weigerte mich, meine Unschuld aufzugeben, auch wenn es schien, als wäre die ganze Welt gegen mich. Alles lag in Nisas Händen. Sie war diejenige, die mir stets den Mut gab, doch sie war tagelang nicht da. Weder ein Brief noch ein Anruf erreichten mich. Sie hatte mir versprochen, mich aus dieser Hölle zu befreien. Ich kämpfte gegen die Verzweiflung an, gegen die Gedanken, die mir sagten, dass ich nie wieder die Freiheit spüren würde.

Ich hatte volles Vertrauen in sie, bis dann das Thema ihres Vaters aufkam. Sie hatte erst gestern davon erzählt, und ich hatte das Gefühl, dass sie sich dem Fall nicht widmen konnte. Daraus schloss ich, dass ich meine Hoffnungen loslassen und der Realität ins Auge sehen musste. Mit schwerem Herzen hatte ich mich zu etwas entschieden.

𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt