»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Der Tag neigte sich dem Ende, doch für mich schien er gerade erst begonnen zu haben. Mit jedem Schritt, den ich auf dem Weg zum Krankenhaus machte, lastete eine drückende Sorge auf meinen Schultern. Die Worte des Arztes hallten in meinem Kopf wider: „Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen mitteilen soll, aber der Zustand Ihres Vaters verschlechtert sich. Er hat nach Ihnen gefragt." Die Kälte des Abends schien sich mit meiner Angst zu vermischen, und ich spürte, wie meine Hände zitterten.
Ich bin von einer tiefen Angst erfasst, meinen Vater zu verlieren. Es quält mich, den Gedanken zuzulassen, dass dies vielleicht sein letzter Tag sein könnte. Die Vorstellung, ihn möglicherweise nicht mehr lebend zu sehen, macht mich verzweifelt und lähmt mich. Diese Angst lässt mich sogar mein Fahrverhalten ändern, als ich versuche, so schnell wie möglich zum Krankenhaus zu gelangen. Ich bin mir bewusst, wie gefährlich das ist, aber ich kann die Vorstellung nicht ertragen, nicht bei ihm zu sein.
Es war riskant, jetzt Auto zu fahren, aber die Vorstellung, nicht rechtzeitig bei meinem Vater zu sein, war unerträglich. Tränen liefen mir über die Wangen, als ich mich an das Steuer klammerte. Ein Hupen riss mich aus meinen Gedanken. Als ich den Blick von der Straße hob, bemerkte ich, dass ich leicht auf die andere Spur geraten war. Mein Herz raste. Die Gewissheit, dass ich möglicherweise den letzten Tag meines Vaters erleben könnte, trieb mich an, ohne Rücksicht auf meine eigene Sicherheit.
Ich fühle mich schuldig. Es scheint mir egoistisch, mich in meinem warmen Bett ausruhen zu wollen, während mein Vater leidet. Diese Schuldgefühle treiben mich dazu, meine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren und alles zu tun, um bei ihm zu sein. Ich frage mich ständig, ob ich eine gute Tochter bin und ob ich genug tue, um ihm beizustehen. Diese Fragen quälen mich und lassen mich glauben, dass ich nicht genug bin. Also beschleunigte ich, das Adrenalin ließ meine Reaktionen träge und hektisch zugleich werden. Als ich den Parkplatz des Krankenhauses erreichte, war ich innerlich aufgewühlt und meine Hände schweißnass.
Im Krankenhausflur angekommen, war der Gedanke, allein durch diesen kahlen Gang zu laufen, quälend. Die Neonlichter flackerten manchmal schwach, und der Geruch von Desinfektionsmittel mischte sich mit dem unaufhörlichen Geräusch der Gespräche und des Bodens. Mein Herz klopfte laut in meiner Brust, während ich tief durchatmete, um nicht zusammenzubrechen. Der Blick auf den schwarzen Bildschirm in der Reflexion der Wand zeigte mir ein gebrochenes Bild – mich selbst, in einem Zustand der Erschöpfung und des Schmerzes.
Als ich den Flur entlangging, sah ich ein kleines Mädchen allein auf einer Sitzbank sitzen. Sie war etwa fünf Jahre alt, ihr Gesicht war von Tränen geschwollen. Sie weinte leise, und ich erkannte etwas von mir selbst in ihr. Ihre Traurigkeit berührte mich tief. Mein Herz zog sich zusammen, und ich konnte nicht anders, als mich zu ihr zu setzen.
„Hey," sagte ich sanft, meine Stimme zitterte leicht. „Ich heiße Nisa. Und wie heißt du?"
Das Mädchen schaute mit ihren großen, feuchten Augen zu mir auf. „Mama hat mir gesagt, ich soll nicht mit Fremden reden," sagte sie und wandte sich wieder von mir ab.
Ihre Zurückhaltung war mir vertraut. Ich holte langsam einen Lutscher aus meiner Tasche und hielt ihn vorsichtig vor ihr Gesicht. Langsam ließ ihr Weinen nach, und ihre Neugier schien ihre Traurigkeit zu verdrängen. „Vielleicht magst du diesen Lutscher? Ich habe noch einen, und wir könnten ihn gemeinsam auspacken," schlug ich vor. Ihre Augen hellten sich auf, als sie den Lutscher sah.
Sie nickte hastig, ihre Traurigkeit schien für einen Moment vergessen. Während ich neben ihr saß und den Lutscher auspackte, kam ein leichtes Lächeln auf ihr Gesicht. „Ich heiße Rosa," sagte sie schließlich, ihre Stimme war immer noch klein und unsicher. „Freut mich, dich kennenzulernen," antwortete ich und reichte ihr meine Hand, die sie vorsichtig ergriff.
Ich versuchte, sie abzulenken, indem ich ihr von meinem Vater erzählte, ohne die traurigen Details preiszugeben. Rosa schien durch meine Geschichten ein wenig getröstet zu werden. Ihre Stimme wurde leiser, als sie mir erzählte, dass ihr Lieblingsspielzeug ein kleiner Eisbär war, den sie von ihrer Mutter bekommen hatte. Sie sprach wenig über ihren Vater, nur dass er selten nach Hause kam und dann nicht lange blieb. Ich schloss daraus, dass ihre Eltern wahrscheinlich getrennt waren.
Nachdem wir eine halbe Stunde miteinander verbracht hatten, schaute ich auf die Uhr und stellte fest, dass ich meinen Vater nicht länger aufschieben konnte. „Ich muss jetzt noch kurz zu meinem Vater," erklärte ich Rosa sanft. Sie nickte, noch immer mit dem Lutscher in ihrem Mund, und ich ließ ihr den Lutscher, den ich ursprünglich für mich selbst behalten wollte.
Als ich das Krankenzimmer meines Vaters betrat, setzte ich ein Lächeln auf, obwohl ich mich innerlich zerrissen fühlte. „Papa, ich habe Rosa getroffen," begann ich und erzählte ihm von dem kleinen Mädchen und ihrer Mutter. „Es tut mir leid, ich wollte dich nur ein wenig ablenken," sagte ich, während ich mich neben ihm setzte. Sein Zustand war besorgniserregend. Er lag schlaff auf dem Bett, sein Kopf zur Seite geneigt, und hörte mir nur halb zu.
Ich kämpfte, um nicht vor ihm zusammenzubrechen. Die gläsernen Augen, die an das Fenster gerichtet waren, schienen durch den Raum zu streifen, als ob sie nach etwas suchten. Es fiel mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Wie sollte ich ihm Kraft geben, wenn ich selbst am Ende meiner Kräfte war? Meine Kehle war zugeschnürt, der Schmerz war beinahe unerträglich, aber ich versuchte, stark zu bleiben.
☯︎
Später, in der Stille meines Zimmers, schloss ich mich in meinem eigenen Kummer ein. Die Müdigkeit und der Schmerz hatten mich körperlich und emotional erschöpft. Die Gedanken an meinen Vater und die Traurigkeit, die ich fühlte, drückten mich nieder. Niemand wusste, wie es mir wirklich ging. Niemand war da, um mir zu helfen.
Ich hatte mich entschieden, meine Gefühle auf Papier zu bringen, obwohl ich normalerweise nicht viel schrieb. Die Worte kamen tröpfchenweise, während ich stundenlang weinte. Das Kissen, das ich in den Armen hielt, war mein einziges Ventil für den Kummer, den ich kaum aushalten konnte. Die Stille meines Zimmers wurde nur von meinem Schluchzen durchbrochen.
„Ich fühle mich, als wäre ich gefallen und könnte nicht mehr aufstehen," schrieb ich verzweifelt. „Meine Kraft reicht für jeden außer mich selbst."
Es war ein verzweifelter Versuch, meine inneren Qualen zu verarbeiten, auch wenn ich wusste, dass das Papier keine Antworten geben konnte. Vielleicht hätte ich mehr versuchen sollen, die Dinge zu reparieren, aber ich hatte es nicht getan. Nun saß ich allein im Dunkeln, während ich mit meinen eigenen Schatten kämpfte.
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Und was haltet ihr von Rosa? <3
Btw Rosa wird nicht wie die Farbe Rosa ausgesprochen. In dem Fall wird das R gerollt, da es aus dem Süden Europas stammt. Es wird in einem weiteren Kapitel mehr dazu geben. Natürlich könnt ihr den Namen so aussprechen wie ihr mögt.