»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Das Bett war hart und unbequem, und mit jeder Nacht wurden meine Rückenschmerzen schlimmer. Die Decke über mir war eintönig und farblos, genau wie die weiß gestrichenen Wände. Alles wirkte kalt und trostlos – ein passendes Bild für meinen eintönigen Alltag hier.
Das einzige Licht kam von den Neonlampen, die durch die schmalen Fenster ganz oben in der Zelle fielen. Mein Schrank enthielt nur das Nötigste: Decken, Anstaltskleidung, Handtücher und ein paar persönliche Dinge. Über dem kleinen Tisch hing ein Pinboard, an das ich ein paar Bilder geheftet hatte – ein schwacher Trost in dieser grauen Umgebung.
Ich stand vom Bett auf und zog eine Aufbewahrungskiste hervor. Darin lagen einige persönliche Dinge, darunter die Schokolade von Nisa. Sie war noch immer unberührt. Ein kleines Lächeln huschte über mein Gesicht. Es bedeutete mir viel zu wissen, dass jemand an mich dachte – selbst wenn es für sie riskant war. Gleichzeitig erinnerte es mich schmerzlich an mein Leben draußen, an alles, was ich verloren hatte. Vorsichtig legte ich die Schokolade zurück in die Kiste und schob sie wieder unter das Bett.
Nisa hatte es geschafft, mir eine Topfpflanze und ein Buch zu besorgen. Die Pflanze war das einzige Lebendige in dieser sterilen Zelle, und das Buch bot mir eine Flucht aus der Realität. Ihr Antrag war bewilligt worden, und dafür war ich dankbar. Doch es reichte nicht aus, um die Einsamkeit und den Schmerz hier zu vertreiben.
Jeder von uns hatte seine eigene Zelle – das war ein kleiner Trost. Es bedeutete wenigstens ein bisschen Privatsphäre, auch wenn der Raum eng und karg war. Jeden Morgen um Punkt sechs wurden wir von den Wärtern geweckt. Die Türen wurden aufgeschlossen, und wir durften ins Gemeinschaftsbad.
Das Bad war eine graue, feuchte Kammer. Der Geruch von Desinfektionsmittel mischte sich mit Schweiß. Die Fliesen waren alt und abgenutzt, das Wasser wechselte ständig zwischen heiß und kalt. Aber wir mussten uns damit abfinden. Anfangs war es unangenehm, mit anderen Männern zu duschen, aber irgendwann gewöhnte ich mich daran. Ich wusste, dass ich mich anpassen musste, um hier zu überleben.
Ich nahm frische Kleidung aus meinem Schrank, inklusive meiner eigenen Unterwäsche – die Anstaltsunterhosen waren einfach widerlich. Mit meinem Handtuch ging ich ins Bad. Ich hatte gelernt, schnell zu duschen und mich nicht in Gespräche zu verwickeln. Jeder Moment unter dem Wasser war ein Moment für mich allein, und den wollte ich nicht mit belanglosem Gerede verschwenden.
Nach dem Duschen mussten wir pünktlich in der Kantine sein. Der Raum war groß, hell erleuchtet und voller Metalltische mit Bänken. Die Wände waren kahl, die Fenster vergittert. Alles hier verstärkte meine Gefühle von Isolation und Hoffnungslosigkeit.
Um sieben begann für viele die Arbeit. Ich setzte mich wie immer an meinen Platz. Die Einsamkeit war schwer zu ertragen. Ich hatte hier niemanden, dem ich wirklich vertraute. Karim und Semih waren freundlich, aber unsere Gespräche blieben oberflächlich. Ich wusste nicht, wem ich trauen konnte und mit jedem Tag wuchs mein Misstrauen.