»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Ich war diesmal auf dem Weg zu jemandem ganz bestimmten. Güneş war die einzige Person, die Alper vielleicht aus seiner schwierigen Lage helfen konnte. Ich musste wissen, was an diesem Tag wirklich geschehen war. Ihre Sichtweise könnte entscheidend sein, und ich war mir sicher, dass sie mehr wusste, als sie zugegeben hatte. Ich spürte eine Mischung aus Nervosität und Entschlossenheit. Es war wichtig, keine Zeit zu verlieren und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Tatsache, dass ich hier war, bedeutete, dass ich bereit war, auch unethische Wege zu gehen, um Alper zu helfen.
Güneş hatte bereits ihre Zeugenaussage gemacht. Ihre präzise Darstellung der Ereignisse passte perfekt zu den Beweislagen, fast so, als wäre alles einstudiert. Laut ihrer Version hatte Alper sie angerufen und sie erzählt, ihr Handy verloren zu haben – eine glatte Lüge. Die Gedanken über ihre Verlogenheit ließen mich nicht los. Wenn man den Druck auf eine Person erhöht, wird es schwieriger für sie, sich zu verstellen. Im besten Fall würde sie sich verplappern. Ich wusste, dass es nicht gerade moralisch einwandfrei war, aber es war notwendig, um die Wahrheit herauszufinden.
Der Weg zur Wohnung war kurz, und ich kam schnell zum Wohnblock, der sich in einem ruhigeren Teil der Stadt befand. Die Straßen waren gesäumt von alten, charmanten Häusern, und die Bäume, die entlang der Gehwege standen, spendeten Schatten. Die Atmosphäre war ruhig, fast idyllisch, doch ich wusste, dass dies trügerisch sein konnte. Der Wohnblock selbst war ein etwas in die Jahre gekommenes Gebäude mit verwittertem Putz und einem großen Eingang, der über eine steile, leicht abschüssige Treppe zu erreichen war.
Als ich vor der Haustür stand, sah ich den Namen „Poyraz" an der Klingel. Ich wartete einen Moment und klingelte dann erneut. Dieses Mal wurde die Tür mit einem piepsenden Ton geöffnet. Die Haustür war aus Holz und trug einige Gebrauchsspuren; der Glaseinsatz war leicht verstaubt. Der Gang dahinter war schmal und hell erleuchtet, der Boden glänzte frisch gewischt. Ich ging die Treppen hoch, die in einem sanften Bogen nach oben führten, und versuchte, keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Die letzten Wochen hatten mich aufgewühlt, und jeder Schritt fühlte sich an wie ein Schritt auf dünnem Eis. Es war wichtig, Güneş unauffällig zu begegnen, um keine Verdachtsmomente zu wecken.
Vor ihrer Wohnung angekommen, stand die Tür einen Spalt offen. Durch den Spalt konnte ich ein gemütliches Wohnzimmer erblicken, das in sanften Beige- und Grautönen gehalten war. Ein paar Pflanzen in Töpfen standen neben der Tür, und eine kleine Fußmatte mit dem Schriftzug „Willkommen" lag vor der Tür. Güneş, eine junge Frau wahrscheinlich Anfang zwanzig, schien durch den Türspalt zu erkennen, dass ich da war. Ihre Kleidung war schlicht, ein einfaches, aber elegantes Kleid in hellblau, das ihr Alter unterstrich. Doch die Anspannung in ihrer Haltung war deutlich.
Mit einem freundlichen Lächeln trat ich hervor und fragte sie, ob sie Güneş Poyraz sei. Sie nickte zögerlich und trat einen Schritt zurück, um mir Platz zu machen. Ich fühlte eine leichte Anspannung in der Luft und versuchte, diese zu ignorieren, um nicht noch mehr Druck auszuüben.
„Ich bin Nisa Tekin. Sie haben vielleicht schon von mir gehört. Ich bin die Anwältin von Herrn Kalkan." Ihre Augen weiteten sich bei meinem Namen, ein Zeichen der Überraschung und möglicherweise des Unbehagens. Ich fügte hinzu, dass ich gerne über den Vorfall sprechen würde. Güneş deutete mir an, dass ich eintreten sollte. Die Wohnung war gemütlich, aber schmal geschnitten. Der Flur, in dem wir uns nun befanden, führte direkt in ein Wohnzimmer, das durch eine offene Tür sichtbar war.
Güneş bat mich, meine Stilettos anzubehalten, und führte mich in ihr Wohnzimmer. Der Raum war hell erleuchtet, mit großen Fenstern, die einen Blick auf einen kleinen Balkon freigaben. Der Boden war mit einem weichen, hellgrauen Teppich ausgelegt, und die Wände waren in einem sanften Cremeweiß gestrichen. Das Möbelstück in der Mitte des Raumes war ein bequemes, cremefarbenes Sofa, umgeben von niedrigen Holztischen und ein paar Stühlen. In der Ecke stand ein Regal voller Bücher und einige dekorative Figuren. Der Raum war ruhig und ordentlich, aber es war eine spürbare Spannung in der Luft, die die Atmosphäre belastete.
Ich setzte mich auf das Sofa, das ziemlich schlicht, aber gemütlich wirkte. Güneş brachte mir ein Glas Wasser und eine Karaffe, obwohl ich das nicht angefordert hatte. Ihre Bewegungen waren ein wenig angespannt, was die ständige Anspannung zwischen uns widerspiegelte. Ich atmete tief durch und bat sie, mir die Ereignisse noch einmal von Anfang an zu schildern.
„Er hat mich angerufen", begann sie und blickte mir direkt in die Augen. Ihre Stimme war ruhig, aber ich spürte die Unwahrheit in ihren Worten. „Ich hatte mein Handy verloren, deshalb konnte ich nicht ans Telefon gehen. Er wollte mir mitteilen, dass wir uns treffen sollten."
Die Gedanken wirbelten in meinem Kopf. Ich versuchte, meine Enttäuschung und Ungeduld nicht zu zeigen. „Güneş, wir wissen beide, dass das nicht stimmt. Was ist wirklich passiert?"
Sie schüttelte den Kopf, ihre Augen weichten meinem Blick aus. Ihre Schultern waren angespannt, ihre Hände verkrampft vor sich haltend, als ob sie sich schützen wollte. Ihre Körperhaltung sprach Bände – ein Versuch, sich vor der Wahrheit zu verstecken.
„Ich wollte mich von ihm trennen, aber ich konnte es nicht. Ich hatte Angst vor ihm." Ihre Stimme zitterte leicht, und ich konnte sehen, wie schwer es ihr fiel, diese Worte auszusprechen.
„Das steht in Ihrer Zeugenaussage", sagte ich sachlich. „Aber es gibt keine neuen Informationen. Ich muss jetzt gehen. Es scheint, dass ich keinen Fortschritt gemacht habe."
Ich packte meinen Block ein und machte mich bereit, das Wohnzimmer zu verlassen. Die Gedanken über den erfolglosen Besuch machten mich frustriert. Doch bevor ich die Tür erreichte, drehte ich mich um. „Sie haben kein Recht, so über Alper zu sprechen. Ihm geht es wirklich schlecht."
Güneş blieb ruhig, ihre Miene unverändert, doch ich konnte die schleichende Unsicherheit in ihrem Gesicht erkennen. Ihre Augen blieben auf mich gerichtet, als ob sie versuchte, meine Emotionen zu lesen. „Alper ist in einem schwarzen Loch gefangen", fuhr ich fort. „Seine Augenringe sind tiefschwarz, und er hat kaum geschlafen. Er hat sich vollkommen gehen lassen. Er ist wie ein hilfloses Kind, das nach einer Hand sucht." Ich sah, wie eine Träne in ihren Augen aufstieg. Sie wischte sich hastig die Träne weg, versuchte stark zu bleiben, doch die Emotionen waren schwer zu verbergen. „Mit Ausreden kann man sein Gewissen nicht beruhigen. Nur Sie können ihm jetzt helfen."
Sie wirkte betroffen und unsicher. Ihre Augen zeigten einen inneren Kampf, und ich konnte sehen, dass sie sich sichtlich verändert hatte. „Alper wartet auf Sie", fügte ich hinzu, das war nicht ganz wahr, aber ich hoffte, dass es sie berühren würde.
Güneş schien nachdenklich. Ihre Lippen zitterten leicht, und ihre Augen weiteten sich. „Ich... ich werde darüber nachdenken", murmelte sie schließlich, ihre Stimme war schwach und unsicher.
„Er liebt dich immer noch, wie am ersten Tag", sagte ich leise.
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Wen haben wir den da...
Denkt ihr es war eine gute Idee mit Güneş zu reden?