»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Es regnete kräftig, als ich vor der Justizvollzugsanstalt in meinem Auto saß. Die Tropfen prasselten unaufhörlich auf die Frontscheibe, und mein Blick war leer auf die nassen Straßen gerichtet. Die Zeit schien stillzustehen, und ich fühlte mich wie gefangen in diesem Moment. Schon so oft war ich wegen Alper hier gewesen, immer mit dem Versprechen, ihm beizustehen. Diesmal war es kein einfacher Besuch – ich trug die Last meiner Versprechen und die Verantwortung für die Konsequenzen.
Der Kontrollgang durch die Sicherheitsvorkehrungen war wie gewohnt: lang und unpersönlich. Die Beamten führten ihre Routine mit dem gleichen mechanischen Ausdruck aus, als wäre ich nur eine weitere Nummer. Es gab genug von ihnen, die ihre Aufgaben nicht so genau nahmen, aber in diesem Moment wollte ich nichts anderes als den Blick nach vorn.
Ich setzte mich auf den kalten Plastikstuhl im Wartebereich und warf immer wieder einen Blick auf meine Uhr. Die Minuten schienen sich in die Länge zu ziehen. Gedanken darüber, ob jeder andere Besucher dieselbe Geduld aufbringen musste, schossen mir durch den Kopf. In meinem Leben schien es oft eine schmerzhafte Wahrheit zu sein, dass ich das Pech gepachtet hatte.
Schließlich öffnete sich die Tür, und Alper trat ein.
Sein Auftreten war weit entfernt von der souveränen Fassade, die ich von ihm gewohnt war. Als er den Raum betrat, war seine Körpersprache von Erschöpfung und Frustration geprägt. Seine Schultern hingen tief, als trugen sie eine unsichtbare Last, und sein Kopf war gesenkt. Die Augen, die einst selbstsicher und herausfordernd gewesen waren, flitterten nervös von einer Ecke des Raums zur anderen.
Er setzte sich auf den Stuhl gegenüber mir, ein paar Schritte entfernt, und ich bemerkte, wie seine Beine sich leicht anspannten. Die Hände lagen locker auf seinen Knien, doch die Fingerknöchel waren weiß vor Anspannung. Der Raum zwischen uns schien plötzlich größer, als er sich noch vor kurzem angefühlt hatte.
Ich hatte sofort das Gefühl, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Es war mehr als nur die körperliche Erschöpfung, die seine Haltung prägte. Die Nervosität, die er ausstrahlte, war kaum zu übersehen. Seine Augen, die immer wieder zu Boden blickten, vermieden meinen Blick, was in der Regel nicht seine Art war.
„Warum bist du so ruhig?" fragte er schließlich, und seine Stimme war brüchig, fast wie ein Flüstern. Seine Worte hingen schwer in der Luft, und ich konnte spüren, wie viel Kraft es ihn kostete, überhaupt zu sprechen.
Ich setzte mich etwas aufrechter hin, meine Hände verschränkten sich vorsichtig auf meinem Schoß. Als Anwältin hatte ich gelernt, die Körpersprache meiner Mandanten zu lesen, doch heute war es anders. Etwas an Alper ließ mich nachdenken – vielleicht war es der tiefe Zug um seinen Mund, der schlaue Blick in den Augen, der sich in einer Art Verzweiflung verlor. Ich wusste, dass er mir etwas verheimlichte, aber was genau?
„Was ist los?" fragte ich, ohne den formellen Tonfall aufzugeben. „Hat dir jemand...?"
Er unterbrach mich, die Antwort kam mit einer abrupten Geste. Alper wischte sich mit der Hand über das Gesicht und schüttelte den Kopf. „Nein, es ist nichts, was du denkst."