»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
10 Tage zuvor
Ein langer Arbeitstag neigte sich seinem Ende entgegen. Die Straßen waren bereits stiller geworden, als ich mich auf den Heimweg machte. Der Himmel leuchtete in satten Orange- und Rosatönen und ich spürte, wie sich die Wärme des Sonnenuntergangs sanft in mir ausbreitete. Es tat gut, den Tag auf diese Weise zu verabschieden - den Morgen mit der aufgehenden Sonne zu beginnen und den Abend in der sanften Dämmerung ausklingen zu lassen. Wie jeden Tag hatte ich auch heute meine morgendliche Runde nicht ausgelassen, die mir Kraft und Antrieb für die Stunden in der Galerie gab.
Doch trotz meiner heutigen Erfolge, trotz der Provision aus einem erfolgreichen Verkauf, schien mich die Zufriedenheit nicht zu erreichen. Ein beklemmendes Gefühl haftete mir an, das mich schon seit Tagen verfolgte. Es gab keinen Grund dafür, zumindest keinen offensichtlichen. Ich konnte es nicht benennen, diese unklare Schwere, die in mir ruhte, als ich die Haustür aufschloss.
Um mich abzulenken, bereitete ich mir ein einfaches, aber leckeres Abendessen zu. Die Einsamkeit meiner Wohnung hatte ich längst akzeptiert; seit meinem 18. Lebensjahr war ich auf mich allein gestellt. Jetzt, mit Mitte zwanzig, hatte ich mich daran gewöhnt, unabhängig zu sein. Meine erste Wohnung hatte ich mir mit zwei Nebenjobs finanziert - es war nie leicht gewesen, aber ich hatte mich durchgebissen. Täglich dankte ich dem Leben, dass ich alles hatte, was ich brauchte.
Während ich in der Küche stand, war mir bewusst, dass sich all die Mühen ausgezahlt hatten. Ich verdiente inzwischen gut und konnte auf das, was ich erreicht hatte, stolz sein. Vieles davon verdankte ich meiner Mutter, meiner größten Unterstützerin. Sie war immer da gewesen, hatte mich durch die schweren Zeiten getragen. Es gab nichts, das ich tun würde, um sie zu enttäuschen. Für mich war sie eine Königin, die ich auf Händen tragen würde.
Als das Essen fertig war, schob ich meine Gedanken beiseite und setzte mich mit meinem Teller aufs Sofa. Es tat gut, den Moment auszukosten, die Ruhe und den Geschmack des warmen Essens zu genießen. Unter Freunden kam oft die Frage auf, wer von uns wohl der beste Koch sei. Insgeheim wusste ich, dass ich durchaus ein Talent hatte, und nicht selten griff ich zu einer zweiten Portion, bis ich satt und zufrieden war. Heute war einer dieser Abende. Der volle Magen machte mich träge und eine angenehme Müdigkeit legte sich über mich.
Meine Augen wurden schwer, und ich wusste, es war Zeit für das Bett. Ich zog mein weißes Hemd aus, ließ es achtlos am Fußende des Bettes fallen und schlüpfte in eine bequeme Jogginghose. Kaum hatte ich mich hingelegt, übermannte mich die Erschöpfung. Es dauerte nicht lange, bis ich in einen tiefen Schlaf fiel - tiefer, als ich es seit Wochen erlebt hatte.
Es war eine finstere Nacht. Der Wald wurde vom Mond, den Sternen und dem Feuer beleuchtet. Ich kniete auf meinen Knien. Vor mir lag ein lebloser Körper, hinter mir eine brennende Hütte. Der beißende Geruch von Rauch und verbranntem Holz lag in der Luft. Ich starrte abwechselnd auf den Körper und in die Dunkelheit. Im Wald war keine Menschenseele. Die Kälte machte mir nichts aus.
Mein Blick blieb in der Tiefe des Waldweges hängen. Minuten vergingen. Ich tastete mich langsam zum Körper vor. Ich versuchte, den Puls abzutasten, als würde ich nach einer kleinen Hoffnung suchen. Ich wollte Leben retten. Oder vielleicht nur meine eigene Haut. Mit meinen kalten Händen war es nicht leicht. Ich spürte meine Fingerspitzen kaum. Schließlich bemerkte ich einen leichten Puls. Ein Hauch von Erleichterung durchströmte mich.
Ich suchte schnell nach meinem Handy. Es war in keiner Tasche. Ich schaute mich im Dunkeln um. Zwei Meter weiter lag mein Handy auf dem Boden. Ich wischte mit meinem Oberteil den Schmutz vom Handy. Mit zittrigen Fingern wählte ich den Notruf. Wenn die mir nicht helfen konnten, wer dann? Es klingelte zweimal.
Ich sah blaues Licht, das von Sekunde zu Sekunde greller wurde. Ich verstand nicht ganz, was vor sich ging. Ich legte in derselben Sekunde auf. Ich wartete neben der leblosen Leiche. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Ich war gerettet, dachte ich zumindest. Ein Krankenwagen und zwei Streifenwagen kamen. Sechs Polizisten stiegen aus. Behutsam kamen sie auf uns zu.
Zwei Beamte zogen mich vom Körper weg. Ohne ein Wort über die Lippen zu bringen, hörte ich den Staatsanwalt sagen: „Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht, zu jeder Vernehmung einen Verteidiger hinzuzuziehen. Wenn Sie sich keinen Verteidiger leisten können, wird Ihnen einer gestellt. Haben Sie das verstanden?"
☯︎
Ein kleiner Vorgeschmack, aus der Sicht von Alper, denn ihr werdet etwas Geduld haben müssen bis die Geschichte richtig zum rollen kommt.
Der Anfang entwickelt sich etwas langsam. Dafür geht es dann, wenn es soweit ist, richtig los. Die Sicht von Alper hätte ich euch nicht enthalten können.
Vorerst liegt der Fokus auf Nisa, unserer Ehrgeizigen Anwältin.