»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Der Morgen war still. Zu still. Nach grade mal zwei Wochen stand das zweite Treffen unserer Mütter bevor. Ohne seinen Vater. Allein dieser Gedanke ließ mein Magen sich zusammenziehen. Ich hatte noch immer die Worte von letztem Mal im Ohr.
Alpers Vater hatte mich nicht nur abgelehnt. Er hatte mich entmenschlicht, wie etwas, das in seinem Weltbild keinen Platz hatte. Und ich? Ich hatte geschwiegen. Nicht aus Schwäche, sondern weil alles andere den Knoten nur fester gezogen hätte.
„Es wird heute besser," sagte Alper leise, während wir ins Auto stiegen. Seine Stimme war ruhig, fast vorsichtig.
Ich sah ihn an. Sein Blick wich nicht aus, aber ich spürte, dass er selbst nicht daran glaubte.
„Glaubst du das wirklich?" fragte ich.
Er zögerte einen Moment zu lang. „Ich hoffe es einfach."
Ich nickte stumm und legte meine Hände in den Schoß.
Die Fahrt verlief wortlos. Keine Musik, keine Geräusche außer dem Motor und dem leisen Rauschen der Straße unter uns. Manchmal fiel ein Blick von ihm zu mir, flüchtig, aber keiner von uns sagte etwas.
Es war nicht nur das Treffen, das auf uns lastete. Es war alles. Unsere „Ehe", dieses Netz aus Halbwahrheiten, das uns zusammenhielt. Dieses Schauspiel, das irgendwann zu echt geworden war, um noch gespielt zu wirken, aber zu unausgesprochen, um ehrlich zu sein.
Als wir vor dem Haus hielten, zog ich die Luft scharf ein, wie jemand, der kurz davor ist, ins kalte Wasser zu springen.
Alper drehte sich leicht zu mir, legte seine Hand auf meine. Sie war warm, fest und gab mir Stabilität.
Die Haustür öffnete sich, und Alpers Mutter trat vor, ein vorsichtiges Lächeln auf den Lippen. Sie umarmte mich kurz, dabei lag in ihrer Geste eine spürbare Anspannung, als wollte sie sagen: „Ich will, dass es heute gut wird." Ich erwiderte die Umarmung, bemühte mich, nicht zu verraten, wie sehr mich das letzte Treffen noch beschäftigte.
„Schön, dass ihr da seid," sagte sie leise, fast wie ein Versprechen an sich selbst. „Ich hoffe, wir kriegen das heute besser hin als beim letzten Mal."
Meine Mutter kam kurz nach unserer Ankunft an, wir tauschten ein kurzes, aber warmes Lächeln aus.
Alper stellte die Teekanne ab und nahm Platz. Die kleine Stille, die sich ausbreitete, war nicht unangenehm, sondern von vorsichtigem Verhalten geprägt. Alpers Mutter nahm einen Schluck Tee und atmete tief durch.
„Letztes Mal war es nicht einfach," begann sie, „mein Mann... er meint es nicht böse. Manchmal bringt er seine Sorgen auf eine Weise zum Ausdruck, die vielleicht zu scharf wirkt. Aber ich glaube, er meint es eigentlich nur gut."
Ich sah zu Alper, der kurz nickte, sich aber nicht weiter äußerte. Ich wusste, dass er nicht alles so sehen konnte, wollte seine Mutter aber nicht verletzen.