»Der Abschied hinterließ einen Seelenschmerz, so leise und tief wie das Flüstern vergangener Träume.«
In einer Welt, in der Loyalität und Verrat oft nur einen Atemzug voneinander entfernt sind, gibt es Menschen, die ihre wahren Absichten hinter Mask...
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Ich saß in der kalten, steril wirkenden Wartelounge des Gerichtsgebäudes, mein Blick wanderte immer wieder zur Tür. Der Raum war von einer unangenehmen Spannung erfüllt, und ich versuchte, mich zu entspannen, doch das gelang mir nur mäßig. Die Zeit zog sich, wie zähflüssiger Honig, und jedes Mal, wenn sich die Tür öffnete, zuckte ich zusammen, in der Hoffnung, Nisa würde hereinkommen. Doch sie war nicht da.
Ich wusste, dass sie mir den besten Anwalt besorgt hatte, und das wusste ich auch zu schätzen. Sie hatte die ganze Organisation übernommen – sie war es, die die Fäden in der Hand hielt, während ich mich eher zurückgehalten hatte. Aber das Gefühl, dass sie nicht hier war, nagte an mir. Enttäuschung schlich sich in meine Brust, als die Minuten verstrichen und sie nicht auftauchte.
Ich hatte es mir selbst eingeredet – dass sie kommen würde, dass sie bis zur letzten Sekunde bleiben würde, auch wenn sie offiziell nicht vor Gericht auftreten konnte. Aber da saß ich nun, allein, und fühlte mich plötzlich viel kleiner und verloren als zu Beginn des Verfahrens. Schließlich atmete ich tief durch und stand auf. Die Zeit war gekommen.
Ich trat alleine in den Gerichtssaal. Das Dröhnen der Türen, die sich hinter mir schlossen, hallte in mir nach.
Die Luft im Gerichtssaal war kühl, beinahe steril. Der Saal war groß, doch in diesem Moment kam er mir enger vor, als er eigentlich war.
„Bitte erheben Sie sich."
Der Vorsitzende Richter betrat den Saal, gefolgt von den Schöffen. Das Holz seines Pults knarrte leise, als er Platz nahm und mit einem prüfenden Blick durch den Raum fuhr.
„Die Verhandlung ist hiermit eröffnet. Es geht um das Verfahren gegen Alper Kalkan." Mein Name hallte durch den Saal. Ich straffte die Schultern, während ich versuchte, die auf mir lastenden Blicke auszublenden.
„Zunächst werden die Personalien festgestellt. Können Sie uns bitte den vollständigen Namen, das Geburtsdatum und die aktuelle Anschrift mitteilen?"
Ich antwortete mechanisch auf die Fragen – Name, Geburtsdatum, Wohnort. Alles Routine. Doch mein Kopf war längst woanders.
Der Richter nickte zustimmend und sagte: „Vielen Dank, Herr Kalkan."
Der Staatsanwalt trat nach vorne, zog seine Unterlagen zurecht und räusperte sich. Dann begann er mit ruhiger, fester Stimme zu sprechen:
„Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Angeklagten Alper, wegen Betrugs, Hehlerei, gewerbsmäßigen Schmuggels sowie der Bildung einer kriminellen Vereinigung."
Meine Kiefermuskeln spannten sich unwillkürlich an. Ich hatte diese Worte schon unzählige Male gehört, in den Akten gelesen, in Gesprächen mit meinem Anwalt besprochen. Und doch klangen sie aus dem Mund der Staatsanwaltschaft anders – schärfer.
„Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, über einen längeren Zeitraum hinweg Teil eines kriminellen Netzwerks gewesen zu sein, dass sich dem organisierten Schmuggel und der illegalen Weiterveräußerung von Waren verschrieben hat. Durch diese Machenschaften sei dem Staat und diversen Unternehmen ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden."