Kapiel 21

260 14 151
                                        

Ich saß in einem monotonen Gesprächsraum des Gefängnisses

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.

Ich saß in einem monotonen Gesprächsraum des Gefängnisses. Der Raum war spärlich eingerichtet: ein grauer Tisch und zwei harte Stühle standen sich gegenüber, und an der Wand hing ein kleines, verschmutztes Fenster, das kaum Tageslicht hereinzulassen schien.

Als ich erfahren hatte, dass Güneş mich besuchen wollte, verspürte ich ein Ziehen in meinem Kiefer. Ich presste die Zähne zusammen, um den Schmerz zu unterdrücken, der sich in meinem Kiefer breit machte. Anfangs hatte ich ihren Besuch abgelehnt, doch als mir die Wärterin erneut berichtete, dass sie unbedingt sehen wollte, entschloss ich mich schließlich, einen letzten Blick auf sie zu werfen. Es war notwendig, mit ihr endgültig abzuschließen.

Eine unveränderliche Wahrheit, die ich mir über die Jahre bewahrt hatte, war: Eines Tages würde jeder den Wert dessen verstehen, was er verloren hatte. Güneş schien ihren Weg gefunden zu haben, doch es war bereits zu spät. Wie oft hatte ich in der Anfangszeit an sie gedacht? Fünfmal? Zehnmal? Vielleicht sogar mehr. Und ich hatte es genauso oft bereut. Ich wollte ihr so oft sagen, dass ich sie vermisst hatte, doch ich konnte es nicht. Wie hätte ich es tun sollen? Sie war nicht in der Lage, mich zu besuchen. Und wie konnte sie es wagen, zu sagen: „Es ist vorbei." Jeden Abend wollte ich mit ihr sprechen, ihre Nähe suchen. Die Erinnerung an ihre Abwesenheit schmerzte tief, aber gleichzeitig wusste ich, dass es richtig war, sie loszulassen. Die Zeit hatte mir gezeigt, dass dies der einzige Weg war.

Nun saß ich dort, mit Sicht auf die Tür, und wartete auf ihren Eintritt. Die Uhr an der Wand tickte langsam vor sich hin, und ich konnte die Anspannung in mir spüren. Als sie den Raum betrat, war ihr Kopf gesenkt, als ob sie schon wusste, was sie mir angetan hatte. Ihre Körpersprache spiegelte ein gewisses Maß an Schuld und Unsicherheit wider. Die Schwachheit in ihrem Gang und die Art, wie sie sich in den Stuhl plumpsen ließ, zeugten von innerer Zerrissenheit. Ihre Augen waren leicht gerötet, und sie versuchte, ihre Emotionen zu verbergen, indem sie den Blick senkte. Der Raum schien sich für mich zu verengen, und ich fühlte, wie sich mein Herzschlag beschleunigte. Die Anspannung in meinem Körper machte es schwer, ruhig zu bleiben.

Ich zeigte ihr durch meine Körpersprache deutlich, dass ich nicht offen für sie war. Meine Arme lagen verschränkt vor mir auf dem Tisch, und ich konnte nicht verhindern, dass sich mein Gesichtsausdruck verhärtete. Die Tür knarrte leise, als sie hinter sich schloss, und ich spürte, wie meine Kiefermuskeln sich erneut anspannten.

Wir waren die einzigen im Besucherraum. Ein Zufall, dachte ich mir, während ich sie genau beobachtete. Der Raum war leer und trostlos, nur wir beide inmitten dieser Umgebung. Sie setzte sich auf den Stuhl gegenüber von mir und atmete tief aus. Offenbar war es auch für sie ein emotionaler Moment. Ihre Handflächen lagen flach auf dem Tisch, als ob sie sich an dem Tisch festhalten wollte, um nicht umzufallen. Ihre Augen suchten verzweifelt nach Kontakt. Ich konnte sehen, wie sich ihre Lippen leicht zitterten, als sie versuchte, ihre Worte zu finden. Die Luft zwischen uns war angespannt, und ich hatte nicht vor, viele Worte zu machen. Mein Ziel war es, zuzuhören. Es war nicht schwer, einfach still zu bleiben. Was konnte sie mir schon sagen, was nicht bereits gesagt worden war?

𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt