Kapitel 12

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Die Bank, auf der ich saß, vibrierte leicht, als Giray neben mir Platz nahm

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Die Bank, auf der ich saß, vibrierte leicht, als Giray neben mir Platz nahm. Der Raum des Amtsgerichts war karg und funktional, mit grauen Wänden und einem grell erleuchteten Saal, dessen Atmosphäre von einer erdrückenden Stille geprägt war. Die Möbel waren schlicht: die Stühle aus Leder, die Tische aus dunklem Holz. Es roch nach frischem Papier und dem unvermeidlichen Hauch von Bürochemikalien. Die Anspannung in der Luft war fast greifbar – ein schwerer Nebel, der den Raum umhüllte und das Herz schwer machte.

Giray sah aus, als würde er gleich in sich zusammenfallen. Seine Augen waren weit aufgerissen, der Blick irrte unruhig umher. Ich konnte sehen, wie sich die Knoten in seinen Händen festzogen, während er versuchte, die nervöse Energie abzubauen. Die Schweißperlen auf seiner Stirn waren kaum zu übersehen, und er wischte sich mehrmals nervös über die Stirn, als ob er dadurch die Situation vielleicht ändern könnte. Ich konnte seinen inneren Kampf förmlich spüren, und obwohl ich ihm in dieser Situation beistehen wollte, fühlte ich auch ein tiefes Mitleid mit ihm.

„Versuchen Sie, ruhig zu bleiben," flüsterte ich ihm leise zu, während ich eine Hand beruhigend auf seinen Arm legte. Die Berührung sollte ihn ein wenig beruhigen, auch wenn ich selbst den Puls in meinem Hals schlagen spürte. „Wir haben alle nötigen Beweise. Vertrauen Sie mir, wir gewinnen das hier."

Giray schien nach meinem Zuspruch ein wenig zu beruhigen, aber als er mich ansah, war da immer noch eine tiefe Unsicherheit in seinen Augen. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, als er zögerlich sagte: „Was, wenn sie mich verurteilen?" Die Frage traf mich wie ein Schlag. Was, wenn er verurteilt wurde? Was, wenn all die Arbeit, die wir investiert hatten, nicht ausreichte?

„Das werden sie nicht," antwortete ich fest, obwohl mein eigener Herzschlag das Gegenteil vermuten ließ. „Bleiben Sie ruhig, antworten Sie ehrlich, und wir schaffen das."

Mit einem knarrenden Geräusch öffnete sich die schwere Tür zum Gerichtssaal. Ein Beamter trat ein, seine Uniform wirkte wie ein Anzug aus Autorität. Die Augen der Anwesenden folgten ihm, als er die Worte sprach, die uns in den Saal riefen. „Die Parteien im Fall Eser gegen die Staatsanwaltschaft, bitte in den Saal."

Giray zuckte zusammen und stand hastig auf, als ob er aus einem Traum erwacht wäre. Seine Beine schienen wie aus Blei, und ich konnte die Verzweiflung in seinen Augen sehen. „Ich schaffe das nicht," murmelte er, seine Stimme schien sich in der Menge zu verlieren.

„Doch, das tun Sie," flüsterte ich zurück, während ich ihm half, sich durch die Menge zu bewegen. „Vertrauen Sie mir. Ich stehe an Ihrer Seite."

Der Gerichtssaal war ein Ort der strengen Ordnung. Die Stühle waren in geraden Reihen aufgestellt, die Wände in einem neutralen Grau gestrichen. Der Richter, in seiner Robe, saß auf seinem erhöhten Platz. Sein Gesicht war einstudiert neutral, sein Blick durchdringend, als ob er jede Regung in den Gesichtern der Beteiligten erfassen wollte.

Wir nahmen unsere Plätze ein, und ich konnte spüren, wie sich Giray neben mir zusammenkrampfte. Der Stuhl schien ihn noch kleiner zu machen, die Farbe seiner Haut noch blasser. Seine Hände zitterten, und ich konnte sehen, wie er verzweifelt versuchte, die Kontrolle zu behalten. Die Stille des Saals war erdrückend, die Stühle der Zuschauer schienen wie stumme Zeugen dieses nervenaufreibenden Prozesses.

𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt