Kapitel 15

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Kenan's pov:

Der Raum ist klein, stickig, das Licht grell und kalt. Ihre Augen flackern kurz, als sie meinen Blick trifft, und ich sehe es: diesen kurzen Moment des Zögerns, der alles verrät.

Sie starrte mich weiterhin an als wäre ich nur eine Illusion, die sie ausblenden könnte, wenn sie es nur stark genug wollte. Ich schließe die Tür hinter mir, langsam, fast geräuschlos, doch das Klicken des Schlosses hallt wie ein Donnerschlag zwischen uns wider.

Jeder Schritt, den ich mache, bringt mich näher, lässt die Luft schwerer werden, als wäre sie aus Blei. Ich kann ihren Atem hören, kurz und flach, als ob sie versucht, ihre Nervosität zu verbergen, aber wir wissen beide, dass es zu spät ist, so zu tun, als sei nichts zwischen uns.

Endlich als ich näher bin sehe ich einen Funken in ihren Augen, der sich mit einer Mischung aus Wut und etwas anderem mischt, das wir beide nicht zugeben wollen. „Was machst du", flüstert sie, aber sie geht keinen Schritt zurück. Ich merke, wie ihre Schultern sich straffen, als ob sie sich darauf vorbereitet, mich wegzuschieben, doch ihre Hände bleiben regungslos.

„Einer muss ja die größere Person sein wenn du dich weiterhin wie eine Zicke verhältst muss ich das sein", erwidere ich, und jetzt stehe ich direkt vor ihr. Ich kann den Duft ihres Parfüms riechen, etwas süßes, das unter dem stechenden Geruch von Desinfektionsmittel hervortritt. Der Raum um uns scheint zu schrumpfen, wird enger, als wäre das Badezimmer zu einem Käfig geworden, der uns gefangen hält. „Ich bin also die Zicke?".
Sie war sauer, irgendwie find ich diese Seite von ihr attraktiv. „Genau, die bist du" sagte ich und drückte meinen Finger gegen ihre nackte Haut.
„Hm, könnte es daran liegen dass du mich indirekt rausgeschmissen hast?" argumentiert sie wieder. „rausgeschmissen?" lachte ich nur. Ach, anscheinend beschäftigt sie das mehr als ich dachte.
Plötzlich viel mir in ihrer Nähe wieder auf dass sie kaum was anhatte, zumindest in meinen Augen. Ihre gebräunten Beine kamen bei dem Rock gut zum vorscheinen. Ich muss zugeben, sie ist optisch ein reiner Treffer. Ich konnte nicht anders als ihren flimmsigen Stofffetzen den sie Rock nannte zu umranden.
„Sag mal, für wen ziehst du dich eigentlich immer so an?" fragte ich sie.
Ihre Augen wurden plötzlich noch dunkler als zuvor und ich konnte deutlich sehen dass sie diese Frage dumm fand.
„Sana ne?" (Geht dich nichts an) erwidert sie nur frech. Ihre launische Art gefiel mir, ich liebe Herausforderungen.
„Sana ne, öyle mi?" wiederholte ich mit einem Grinsen.
Ich trat ihr näher und schloss somit den minimalen Abstand der noch zwischen uns war.

Ihre Augen verengen sich, und sie öffnet den Mund, um etwas zu sagen, doch die Worte sterben, bevor sie sie formen kann. Stattdessen sehe ich, wie ihre Kehle sich bewegt, als ob sie gegen einen Kloß ankämpft. Dann schüttelt sie den Kopf, wie um sich selbst zu rügen.

Ich weiß, dass ich sie loslassen sollte, sie einfach gehen lassen, aber etwas in mir weigert sich, aufzugeben. Meine Hand findet ihren Weg zu ihrem Gesicht, meine Finger streichen sanft über ihre Wange. Sie schließt die Augen, nur für einen Moment, aber es reicht, um alles in mir zum Stillstand zu bringen. Die Welt draußen hört auf zu existieren; es gibt nur noch dieses winzige, grelle Badezimmer und sie, so nah, dass ich ihre Wärme spüren kann.

„Sag mir, dass du mich hasst", flüstere ich, meine Stimme kaum mehr als ein heiseres Flüstern. Ihre Augen fliegen auf, überrascht, verletzt, oder vielleicht etwas anderes – ich bin mir nicht sicher. Aber sie sagt es nicht. Stattdessen ist da dieser Moment, dieser schmale Grat zwischen Verlangen und Ablehnung, und ich merke, wie sich meine Finger in ihre dunklen seidigem Haar vergraben, sie näher zu mir ziehen.
Eine weitere Präfenz die ich bereit war mit ihr auszuprobieren.

Unsere Lippen sind nur noch einen Atemzug voneinander entfernt. Ich kann ihre Unsicherheit spüren, das Zittern, das durch ihren Körper geht, und für einen Moment halte ich inne, frage mich, ob ich zu weit gegangen bin. Doch dann hebt sie das Kinn, als wäre sie bereit, alles zu riskieren, und ihre Augen suchen meine, als könnte sie darin die Antwort finden.

Aber ich warte, lasse die Sekunden verstreichen, quälend langsam. Unsere Nasen berühren sich fast, ich kann ihren Atem auf meinen Lippen spüren.

Ich grinste als ich merkte dass ich sie unter meinem Bann hatte.
„Ich werde dich nicht küssen, nicht hier, nicht so. Du wirst zu mir kommen, du wirst mich beten dich zu küssen."
flüsterte ich und schob dabei eine kleine Strähne hinter ihr Ohr.
Ihre schwere Atmung ließ nicht nach.
Ich betrachtete sie ein letztes Mal, bevor ich von ihr abließ und mich entfernte um zurück zu unserem Tisch zu gehen.

„Wo warst du?" fragte Can. „Auf dem Klo, wieso?" sagte ich ohne mich auffällig zu verhalten.
„Vielleicht sollte ich nach Defne sehen, sie ist schon länger weg." meinte Ece. Doch genau da kam Defne zurück. Ihre Wangen waren leicht gerötet und sie sah etwas durch den Wind aus.

„Defne? Alles okay?" harkte sie nach.
Defne saß sich und antwortete mit einem kurzen Nicken. „Alles bestens" sagte sie mit einem Lächeln während sie den Augenkontakt hielt.

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Hi Leute, hoffe es hat euch gefallen, was denkt ihr passiert als nächstes?

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