Kapitel 42

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Defne's pov:

Ich zog mir schnell mein Kleid über, während ich versuchte, meinen Atem zu beruhigen. Mein Herz raste immer noch, und ich spürte die Hitze auf meiner Haut, die nicht nur von der stickigen Luft in dem kleinen Raum kam, sondern vor allem von Kenans Berührungen, seinen Lippen, der Art, wie er mich ansah, als gäbe es nichts Wichtigeres als diesen Moment.

Ich strich mir mit den Fingern durch die Haare und atmete tief durch, bevor ich die Tür öffnete. Der Flur war leer, nur das entfernte Murmeln einiger Mitarbeiter war zu hören. Kenan trat neben mich, seine Haltung locker, doch seine Augen funkelten vor unterschwelliger Zufriedenheit.

„Glaubst du, jemand hat uns gehört?" murmelte ich und versuchte, meine Stimme neutral zu halten.

Er grinste. „Wenn ja, dann wissen sie jetzt wenigstens, dass ich nicht so angespannt ins Spiel morgen gehe."

Ich stieß ihm gespielt empört gegen die Brust. „Kenan!."

Er fing meine Hand ab, hielt sie fest, sein Daumen strich sanft über meine Haut. „Was denn? Ist doch so?."

Mein Blick wurde weich, und für einen Moment standen wir einfach nur da, die Welt um uns herum verschwamm. Es war verrückt, wie schnell wir uns wieder in unsere Dynamik eingefunden hatten – nach all dem Drama, den Missverständnissen, den verletzten Worten. Aber Kenan war jemand, den man nicht einfach aus seinem Leben streichen konnte. Und vielleicht wollte ich das auch gar nicht.

Ich räusperte mich und löste meine Hand aus seiner. „Ich muss zurück an die Arbeit."

„Ich weiß." Seine Stimme war leise, aber in seinem Blick lag dieses Versprechen, dass das hier nicht einfach ein Moment war, den man abstreifen konnte.

Ich drehte mich um und machte mich auf den Weg zurück in mein Büro. Doch als ich ein paar Schritte gegangen war, rief er mir hinterher:

„Defne."

Ich hielt inne und drehte mich noch einmal um.

„Ich schlaf heute nicht alleine ein."

Mein Herz setzte kurz aus. Die Worte waren einfach, beiläufig fast – aber ich wusste genau, was er meinte.

Ein Lächeln huschte über meine Lippen. „Das hab ich auch nicht erwartet."

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Der restliche Tag verlief hektisch. Meetings, Medienkoordinierung, letzte Abstimmungen für das Spiel gegen Tschechien. Die Anspannung im Team war spürbar, aber es war eine kontrollierte, zielgerichtete Energie. Ich saß mit ein paar Kollegen in der Lounge, als Can und Ece sich zu uns gesellten.

„Glaubt ihr, wir packen es morgen?" fragte Ece und zog ihre Knie an ihre Brust.

Can zuckte mit den Schultern. „Hängt davon ab, ob Kenan morgen in Topform ist."

Ich schnaubte leise. „Kenan ist immer in Topform."

Ece schielte mich grinsend an. „Oh, das klingt ja, als würdest du es aus erster Hand wissen."

Ich verdrehte die Augen. „Sehr witzig."

Aber selbst als das Gespräch weiterging, spürte ich ein Brennen in meiner Brust. Die Wahrheit war, dass ich mich immer noch an jede Sekunde in diesem Raum mit ihm erinnerte – an die Art, wie er mich gehalten hatte, wie er mir gezeigt hatte, dass ich der einzige Anker in seinem Chaos war. Es war beängstigend, wie sehr ich ihn brauchte.

Später am Abend, als das Hotel langsam ruhiger wurde und die Spieler sich auf ihre Zimmer zurückzogen, klopfte es an meiner Tür.

Ich wusste genau, wer es war.

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