Defne's pov:
Ich stand unschlüssig vor seiner Zimmertür, die Hand in der Luft, bereit zu klopfen. Der Tag war lang gewesen, voller unausgesprochener Spannungen, und obwohl ich mir gesagt hatte, es sei besser, ihn in Ruhe zu lassen, hatte ich es nicht geschafft, den Gedanken an ihn aus meinem Kopf zu verbannen.
Ich hob die Hand und klopfte leise. Keine Antwort. Nach einem Moment des Zögerns drückte ich vorsichtig die Klinke herunter. Die Tür war nicht abgeschlossen.
„Kenan?" fragte ich leise, trat einen Schritt ins Zimmer.
Das Licht war gedämpft, und die Terrassentür stand offen. Eine kühle Nachtbrise strömte hinein, ließ die Vorhänge leicht wehen. Ich hörte ihn draußen, das leise Scharren eines Stuhls über den Boden, und folgte dem Geräusch.
Er saß auf einem der schlichten Stühle, den Rücken halb zu mir gedreht, eine Hand an der Lehne, die andere locker um ein Glas Wasser geschlungen. Der Blick war in die dunkle Ferne gerichtet, wo die Stadtlichter wie winzige Sterne glitzerten.
„Was machst du hier?" fragte er, ohne sich umzudrehen.
„Ich könnte dich dasselbe fragen", antwortete ich, trat näher und lehnte mich an die Terrassentür.
Er warf mir einen flüchtigen Blick über die Schulter zu, bevor er sich wieder abwandte. „Kann nicht schlafen."
„Ich auch nicht."
Für einen Moment herrschte Stille zwischen uns, nur unterbrochen vom leisen Rauschen des Windes und den gedämpften Geräuschen der Stadt. Er deutet auf den Stuhl, um zu signalisieren dass ich mich neben ihn setzen soll.
Ich zog den Stuhl ein wenig zurecht und ließ mich nieder, während ich ihn aus den Augenwinkeln betrachtete. Er wirkte müder als sonst, aber auch ruhiger.
„Warum kannst du nicht schlafen?" fragte er, seine Stimme war dieses Mal weicher, ohne die üblichen scharfen Kanten.
„Zu viele Gedanken", gab ich ehrlich zu. „Und du?"
„Dasselbe." Er drehte sich halb zu mir, seine Hand locker um die Lehne des Stuhls gelegt. „Manchmal fühlt es sich an, als würde mein Kopf einfach nicht abschalten wollen."
„Das kenne ich."
Er lächelte erneut, dieses Mal etwas deutlicher, als würde er die Gemeinsamkeit in unseren Worten bemerken. „Du bist nicht der Typ, der schnell zur Ruhe kommt, oder?"
Ich zuckte die Schultern. „Nicht wirklich. Aber das hier... hilft ein bisschen."
„Was genau?"
„Das hier." Ich deutete um uns herum – die frische Luft, die Stille, die gedämpften Lichter. „Manchmal reicht es, einfach mal innezuhalten."
Er betrachtete mich für einen Moment, seine Augen wirkten weniger verschlossen als sonst. „Du bist eine interessante Frau, weißt du das?"
Ich spürte, wie meine Wangen bei seinen Worten warm wurden, aber ich zwang mich, ruhig zu bleiben. „Interessant im positiven Sinne, hoffe ich?"
„Ja." Seine Stimme war leise, fast nachdenklich. „Du hast eine Art, Menschen dazu zu bringen, sich zu öffnen. Selbst jemanden wie mich."
„Das ist nicht immer eine schlechte Sache."
„Vielleicht nicht", murmelte er, und für einen Moment senkte er den Blick, bevor er wieder aufschaute. „Aber es macht mir manchmal Angst."
„Warum?"
„Weil ich nicht gut darin bin, loszulassen. Zu vertrauen."
Seine Worte hingen in der Luft, und ich konnte spüren, wie viel es ihm abverlangte, das auszusprechen. Ich wollte ihn nicht drängen, aber ich konnte auch nicht anders, als ihn zu beruhigen.
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Ungeplantes Spiel
RomanceNach einer schwierigen Vergangenheit in Deutschland wagt Defne einen Neuanfang in Turin, wo sie kurzfristig als Managerin für den aufbrausenden, türkischen Fußballstar Kenan Yildiz einspringt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Während...
