Defne's pov:
Die Pressekonferenz fühlte sich von Anfang an wie ein Minenfeld an. Ich saß in der ersten Reihe, mit einem professionellen Lächeln auf den Lippen, aber mein Inneres war angespannt. Mein Job verlangte von mir, dass ich immer den Überblick behielt – das Gesicht der Ruhe und Kontrolle. Doch mit jedem Satz, den Kenan ins Mikrofon sprach, wuchs die Nervosität in meinem Bauch.
Kenan saß oben auf dem Podium, die Arme verschränkt, seine Körperhaltung unnahbar. Sein Blick war direkt und herausfordernd, eine klare Botschaft an die Reporter: "Stellt keine dummen Fragen." Ich wusste, dass er diese Art von Events hasste, dass sie ihn auf eine Weise frustrierten, die er nur schwer verbergen konnte. Und genau deshalb war ich da – um seine Fassade zu schützen, um sicherzustellen, dass nichts schiefging.
Alles lief reibungslos, bis diese letzte Frage fiel.
„Kenan, es gibt Gerüchte, dass Sie und Ihre Managerin, Frau Tekin, nachts im Hotel gesichtet wurden. Hat das Auswirkungen auf Ihre Konzentration oder Ihr Spiel?"
Für einen Moment schien die Zeit stehen zu bleiben. Ich fühlte, wie mein Herz aussetzte, und der Raum um mich herum schien plötzlich stiller zu werden, als ob jeder Atem angehalten wurde. Mein Magen zog sich zusammen, eine Mischung aus Panik und Wut stieg in mir auf. Wer hatte sich diese Frage erlaubt?
Kenan hielt inne, seine Lippen pressten sich zusammen, und ich konnte die Spannung in seinen Schultern sehen. Ich wusste, wie er reagieren würde: mit Abwehr. Mit etwas, das die Situation vielleicht noch schlimmer machte.
Mein Blick wanderte zu ihm, suchte nach einem Weg, ihn zu beruhigen, ihn aus dieser angespannten Haltung herauszuholen. Ich beugte mich leicht nach vorne, als könnte ich ihn durch bloße Willenskraft erreichen. Bleib ruhig, dachte ich, fast flehend.
Er spürte meinen Blick, seine Augen flackerten zu mir, wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Da war Wut in seinem Blick, aber auch etwas anderes – ein Funken von Verständnis. Ich hielt seinen Blick fest, versuchte, ihn zu erden. Meine Hände lagen auf meinen Knien, angespannt, doch ich zwang mich, äußerlich ruhig zu bleiben.
„Das ist lächerlich", sagte er schließlich, und ich hörte, wie er die Worte mit kontrollierter Kälte formte. Seine Stimme war ruhig, aber schneidend, so scharf, dass sie den Raum durchtrennte. „Frau Tekin ist hier, um ihre Arbeit zu machen. Was ich in meiner Freizeit tue, geht niemanden etwas an."
Die Worte hallten nach, und obwohl sie professionell klangen, konnte ich die unterschwellige Wut dahinter spüren. Er hatte die Kontrolle behalten, ja – aber es war eine knappe Sache gewesen. Die Reporter murmelten untereinander, und ich konnte spüren, wie die Situation sich langsam entspannte, obwohl mein Herz noch immer raste.
Die Konferenz endete kurz darauf, aber ich fühlte mich, als hätte ich Stunden auf glühenden Kohlen gesessen. Sobald die Kameras abgeschaltet waren, schnappte ich mir meine Tasche und verließ den Raum, noch bevor jemand auf die Idee kommen konnte, mich anzusprechen.
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Ich stand vor meinem provisorischen Büro, die Stirn gegen die kühle Wand gelehnt, und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Meine Gedanken überschlugen sich. Wer hatte uns gesehen? Was hatte die Presse überhaupt mitbekommen? Und vor allem: Wie würde Kenan damit umgehen?
Ein Teil von mir wollte ihn sofort zur Rede stellen, ihn dazu bringen, offener mit mir zu reden. Aber ein anderer Teil wusste, dass er sich jetzt zurückziehen würde. Er hasste es, angreifbar zu sein, und genau das war er in diesem Moment.
Ich atmete tief ein, zwang mich zur Ruhe. Es war mein Job, die Situation zu kontrollieren, egal wie sehr sie mich persönlich betraf. Und wenn ich ehrlich war, tat sie das mehr, als ich mir eingestehen wollte.
Plötzlich spürte ich eine Präsenz hinter mir. Noch bevor ich mich umdrehte, wusste ich, dass es Kenan war. Seine Ausstrahlung war unverkennbar – kraftvoll und irgendwie einschüchternd.
„Defne."
Ich drehte mich um und sah in seine dunklen Augen, die jetzt noch undurchdringlicher wirkten als zuvor.
„Danke", sagte er leise, und für einen Moment war ich überrascht.
„Für was?" fragte ich vorsichtig.
„Für nichts zu sagen. Für..." Er stockte und sah weg, als kämpfte er mit den richtigen Worten. „Für deine Ruhe."
Mein Herz zog sich zusammen. Er hatte es bemerkt, mein Versuch, ihn mit meinem Blick zu beruhigen.
„Das ist mein Job", sagte ich schließlich, ein kleines Lächeln auf meinen Lippen.
Er lachte leise, ein Geräusch, das so selten war, dass es fast unnatürlich wirkte. „Dein Job ist es, mich auf den Fußball zu fokussieren, nicht, mich vor der Presse zu retten."
„Beides", sagte ich und legte meinen Kopf schief, meine Stimme fest. „Ich sorge dafür, dass du das Beste aus dir herausholst. Und das fängt damit an, dass du nicht wegen irgendeiner dummen Frage die Kontrolle verlierst."
Er sah mich an, und für einen Moment dachte ich, ich hätte ihn erreicht. Aber dann schüttelte er nur den Kopf und wandte sich ab. „Ich sollte zurück zum Training."
Ich ließ ihn gehen, obwohl ein Teil von mir ihn aufhalten wollte. Irgendetwas an ihm brach mein Herz, auch wenn ich nicht wusste, warum. Vielleicht war es die Last, die er auf seinen Schultern trug. Vielleicht war es die Art, wie er so viel in sich verschloss, dass es manchmal fast schmerzte, ihn anzusehen.
Aber ich wusste eines sicher: Ich würde ihn nicht im Stich lassen. Egal, wie schwierig er war.
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Später war ich wieder in mein provisorisches Büro zurückgekehrt und war wieder fleißig am arbeiten. Es klopfte an der Tür, und der Teammanager, Herr Yıldırım, trat ein. Er sah ernst aus, fast besorgt.
„Defne, wir müssen reden."
Ich nickte und ließ ihn Platz nehmen.
„Das, was heute passiert ist, darf sich nicht wiederholen", begann er ohne Umschweife. „Die Presse hat ein scharfes Auge auf Kenan, und solche Gerüchte schaden seinem Fokus. Aber das ist nicht alles."
Ich runzelte die Stirn. „Was meinen Sie?"
„Wir haben bemerkt, dass Kenan in den letzten Tagen... unkonzentriert ist. Sein Verhalten schwankt – mal ist er gereizt, mal zu still. Die Coaches machen sich Sorgen, dass er den Fokus verliert."
„Das ist doch normal", wandte ich ein. „Die EM steht vor der Tür, der Druck ist enorm."
Yıldırım schüttelte den Kopf. „Es geht um mehr als nur den Druck. Wir haben das Gefühl, dass er innerlich blockiert ist. Wir wissen, dass er Ihnen vertraut, mehr als den meisten hier. Vielleicht können Sie mit ihm sprechen, ihn motivieren, den Fokus wieder auf den Fußball zu legen."
Ein bittersüßes Gefühl stieg in mir auf. Einerseits war es meine Aufgabe, Kenan zu unterstützen, andererseits schmerzte es, dass ich jetzt die Verantwortung für sein Wohl übernehmen sollte.
„Ich werde mit ihm reden", versprach ich.
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Hi Leute noch ein Kapitel für heute weil es gerade mega Spaß macht zu schreiben. Hoffe es gefällt euch ❤️
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Ungeplantes Spiel
RomanceNach einer schwierigen Vergangenheit in Deutschland wagt Defne einen Neuanfang in Turin, wo sie kurzfristig als Managerin für den aufbrausenden, türkischen Fußballstar Kenan Yildiz einspringt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Während...
