Kapitel 37

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Defne's pov:

Mert. 

Ich blinzelte, sicher, dass ich halluzinierte. Aber nein, er war wirklich hier, keine fünf Meter von mir entfernt. Dieselben dunklen Augen, die ich früher so geliebt hatte, dieselbe Haltung, die einmal so viel Sicherheit ausstrahlte – und mich jetzt nur nervös machte. 

„Mert?" Meine Stimme klang rau, fast ungläubig. „Was... was machst du hier?" 

Er trat näher, seine Hände in den Taschen seiner Jacke vergraben. „Ich habe gehört, dass du in der Stadt bist. Ich wollte dich sehen." 

Ich sprang auf und ging ein paar Schritte zurück. „Wieso? Hast du nicht genug angerichtet?" 

Sein Gesicht verzog sich leicht, und für einen Moment dachte ich, er würde etwas Erwiderndes sagen. Doch er blieb still. Stattdessen kam er noch einen Schritt näher, und ich wich zurück, bis mein Rücken die kalte Metalllehne der Bank berührte. 

„Defne, ich... ich wollte mich entschuldigen", sagte er schließlich. „Für alles. Für das, was ich dir angetan habe. Für Ilayda. Für alles." 

Sein Name auf ihren Lippen fühlte sich wie ein Messerstich an. Ilayda – meine beste Freundin, die mich genauso verraten hatte wie er. Es war eine Erinnerung, die ich so tief wie möglich vergraben wollte. 

„Das ist Jahre her, Mert. Und jetzt tauchst du plötzlich wieder auf?" Ich verschränkte die Arme vor der Brust, mehr aus Schutz als aus Trotz. „Warum jetzt? Was erwartest du?" 

„Nichts", sagte er schnell. „Ich erwarte nichts. Ich wollte nur... dich sehen. Und dir sagen, dass es mir leid tut." 

Ich schüttelte den Kopf, unfähig, die Wut und die Verwirrung in mir zu ordnen. „Das ist dir reichlich spät eingefallen." 

„Ich weiß." Seine Stimme war leise, fast flehend. „Aber du warst... du bist der größte Fehler meines Lebens, Defne. Und ich konnte nie aufhören, an dich zu denken." 

Ich lachte bitter, die Worte schnitten mehr, als sie sollten. „Das ist reichlich dramatisch, findest du nicht? Vielleicht solltest du das Ilayda erzählen." 

Er zuckte zusammen, und ich konnte sehen, wie sehr meine Worte ihn trafen. Doch es war mir egal. Es war nicht mein Job, seine Wunden zu heilen. Nicht nach allem, was er mir angetan hatte. 

„Defne, ich weiß, dass ich alles ruiniert habe. Aber ich... ich wollte dir zeigen, dass ich mich verändert habe. Ich bin nicht mehr derselbe Typ wie damals." 

„Und das soll mich jetzt beeindrucken?" Ich spürte, wie meine Stimme an Schärfe gewann. „Du hast mich damals zerstört, Mert. Glaubst du wirklich, dass eine Entschuldigung alles wieder gutmachen kann?" 

Er schwieg. Seine Hände zuckten, als wolle er mich berühren, doch er hielt inne. „Ich wollte nur, dass du das weißt. Es tut mir leid. Wirklich." 

„Es ist zu spät." Ich trat an ihm vorbei, mein Herz hämmerte in meiner Brust. „Ich habe jemanden gefunden, der mich wieder zusammengesetzt hat. Und ich werde das nicht für dich aufs Spiel setzen." 

Sein Gesicht verhärtete sich, doch er sagte nichts. Ich ging weiter, ohne mich umzudrehen. Doch die Begegnung ließ mich nicht los. 

Kenan. Mein Herz zog sich zusammen, als ich an ihn dachte. Was würde er sagen, wenn er wüsste, dass ich Mert getroffen hatte? Und warum fühlte es sich an, als würde ich alles, was wir aufgebaut hatten, erneut verlieren?

„Das war ein Fehler. Und ich will nichts mehr mit dir zu tun haben."

„So sprichst du mit mir?" Seine Stimme war ruhig, fast kalt, und er trat näher. „Nach allem, was wir hatten?"

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