Defne's pov:
Der Flug war ruhig, das gedimmte Licht der Kabine sorgte für eine schläfrige Atmosphäre. Ich saß in meinem großzügigen Business-Class-Sitz, lehnte mich zurück und blickte nach draußen auf das endlose Dunkel, das vom Mondlicht durchbrochen wurde. Meine Gedanken schweiften zurück zu gestern, zu dem perfekten Tag, der sich wie ein kleiner Traum angefühlt hatte.
Auf der Rückfahrt vom Hafen konnte ich kaum die Finger von Kenan lassen – und er von mir. Wir saßen im Auto, und jedes Mal, wenn seine Hand nach meiner griff oder er mir einen seiner typischen Blicke zuwarf, durchzuckte mich ein angenehmes Kribbeln. Es war, als hätte sich alles um uns herum in Luft aufgelöst. Der Abend auf dem Boot, das Dinner, der Moment, in dem er mir die Armkette umgelegt hatte und mich gefragt hatte, ob ich mit ihm zusammen sein wollte – alles fühlte sich an, als hätte das Schicksal uns ein perfektes kleines Fenster geschenkt.
Das Lachen, die zarten Berührungen, die leisen Küsse, die wir im Auto getauscht hatten... mein Herz flatterte allein beim Gedanken daran. Noch nie hatte ich mich so sicher und gleichzeitig so lebendig gefühlt.
Doch der Moment, in dem wir zurück ins Hotel gekommen waren, hatte uns beide auf den Boden der Realität zurückgeholt. Widerwillig hatten wir uns voneinander verabschiedet, um in unsere Zimmer zu gehen und zu packen.
Und jetzt? Jetzt saß ich hier. Business Class. Mit einem riesigen Abstand zu ihm und den anderen Spielern, die ganz vorne in der First Class untergebracht waren. Der Abstand fühlte sich an wie eine halbe Weltreise.
Ein leises Vibrieren an meinem Arm ließ mich nach meinem Handy greifen. Ich sah die Nachricht und sofort zog sich ein Lächeln auf mein Gesicht.
Kenan: "Mir ist langweilig..."
Ein Selfie war angehängt. Es zeigte ihn, wie er entspannt in seinem First-Class-Sitz saß, die Schiebetür seiner Kabine hinter ihm geschlossen. Trotz seiner Lässigkeit war es unmöglich, das Funkeln in seinen Augen zu übersehen.
Ich biss mir auf die Unterlippe und schrieb zurück:
Ich: „Was kann ich für dich tun?"
Seine Antwort kam schneller, als ich erwartet hatte.
Kenan: „Komm zu mir. Ich brauch dich"
Ich schüttelte grinsend den Kopf und tippte weiter.
Ich: „Du weißt schon, dass wir gerade 10.000 Meter in der Luft sind? Und die halbe Mannschaft schläft."
Kenan: „Genau deshalb. Niemand bekommt es mit."
Ich ließ mein Handy sinken, während meine Wangen glühten. Er wusste genau, wie er mich aus der Reserve locken konnte. Ich warf einen kurzen Blick um mich – die Kabine war dunkel, alle anderen Passagiere schienen tief zu schlafen. Trotzdem. Es war verrückt. Es war gefährlich.
Das Handy vibrierte erneut.
Kenan: „Defne... niemand vermisst dich fünf Minuten. Sei leise und komm her. Ich warte."
Ein Teil von mir schimpfte auf meine Dummheit, der andere konnte die Vorstellung nicht ertragen, dass er da vorne allein saß. Die Sehnsucht nach ihm, die sich seit dem Moment, in dem wir uns getrennt hatten, in mir angesammelt hatte, war zu stark.
Er hatte recht, und wir wussten es beide. Ich atmete tief durch, stand leise auf und schlüpfte aus meinem Sitz. Mein Herz schlug so laut, dass ich fürchtete, es könnte jemand hören. Mit vorsichtigen Schritten bewegte ich mich durch die abgedunkelte Kabine, bis ich den Vorhang erreichte, der First Class von Business Class trennte. Ich schob ihn vorsichtig zur Seite und lugte hinein.
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Ungeplantes Spiel
RomanceNach einer schwierigen Vergangenheit in Deutschland wagt Defne einen Neuanfang in Turin, wo sie kurzfristig als Managerin für den aufbrausenden, türkischen Fußballstar Kenan Yildiz einspringt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Während...
