Defne's pov:
Sein Gesicht zu sehen war wie ein Schlag ins Gesicht. Mert stand da, die Hände lässig in die Taschen seiner Jeans gesteckt, mit diesem selbstgefälligen Grinsen, das mich schon immer in den Wahnsinn getrieben hatte – damals vor Jahren aus falscher Zuneigung, und jetzt nur noch aus Abscheu.
Mein Atem stockte, und die Welt um mich herum schien stillzustehen. Doch dann wurde mir bewusst, dass Kenan ebenfalls dort war, nur einen Schritt entfernt, seine Augen zu schmalen Schlitzen verengt. Die Spannung in der Luft war fast greifbar, und ich wusste, dass das hier nicht gut enden würde.
„Defne," sagte Mert, als wäre er derjenige, der hier das Recht hatte, mich mit meinem Vornamen anzusprechen. „Können wir reden?"
„Was willst du hier?" Meine Stimme klang schärfer, als ich beabsichtigt hatte, aber das war mir egal. Ich wollte ihn nicht hier, nicht in meiner Nähe, nicht in meinem Leben.
„Du...?" Kenans Stimme war tief, fast ein Knurren, und bevor ich reagieren konnte, trat er einen Schritt nach vorne, direkt zwischen Mert und mich. Seine Präsenz war einschüchternd, und ich wusste, dass er jede einzelne Faser in seinem Körper anspannte, um nicht die Kontrolle zu verlieren.
„Oh, du musst Kenan sein," sagte Mert, seine Stimme triefte vor Spott. „Der große Fußballstar."
„Raus." Kenans Stimme war leise, gefährlich leise.
„Ich bin nicht hier, um mit dir zu reden," sagte Mert und ignorierte ihn völlig. Sein Blick wanderte zurück zu mir. „Defne, ich brauche nur fünf Minuten."
„Du brauchst gar nichts," mischte sich Kenan ein, und ich spürte die Hitze seiner Wut förmlich. „Sie hat dir nichts zu sagen."
„Ach, wirklich?" Merts Grinsen wurde breiter, und ich hasste, wie er immer wieder versuchte, die Kontrolle über die Situation zu übernehmen. „Das entscheidet sie doch wohl selbst, oder?"
Bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, machte Kenan einen weiteren Schritt nach vorne. „Ich schwöre dir, wenn du nicht sofort verschwindest, wirst du es bereuen."
Die Worte waren kaum verklungen, da passierte es. Mert machte einen abfälligen Kommentar – ich konnte nicht einmal sagen, was es war, so schnell geschah alles. Kenan schnappte sich sein Hemd und drückte ihn gegen die Wand des Hotelkorridors. Der Aufprall war laut, und ein schriller Schrei entfloh meinen Lippen.
„Kenan!" rief ich und zog an seinem Arm, aber er war wie in einem Tunnel, seine Augen flackerten vor Wut. „Lass ihn los! Das ist es nicht wert!"
Mert verzog das Gesicht, aber er war offensichtlich zu stolz, um zuzugeben, dass er Angst hatte. „Was ist los, Superstar? Musst du dich vor ihr beweisen?"
„Kenan, bitte!" Ich stellte mich direkt vor ihn, meine Hände auf seiner Brust, um ihn zurückzuhalten. Seine Muskeln waren wie Stein, und sein Atem ging schwer.
„Du bist so ein erbärmlicher Wichser," knurrte Kenan, ließ Mert aber schließlich los.
Mert stolperte zurück, seine Augen funkelten vor Triumph, als hätte er genau das bekommen, was er wollte. „Das war ein Fehler, Defne," sagte er, bevor er sich abwandte und den Flur hinunterging.
Ich blieb mit Kenan zurück, der immer noch schwer atmete, seine Fäuste geballt. „Du hättest ihn nicht..." begann ich, aber er unterbrach mich.
„Warum hast du mir nicht gesagt, dass er hier ist?" Seine Stimme war laut, voller Frustration und Schmerz.
„Ich wusste nicht, dass er hier ist!" rief ich zurück. „Wirklich? Was sind dann die Spuren an deinem Arm" sagte er und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare.
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Ungeplantes Spiel
RomanceNach einer schwierigen Vergangenheit in Deutschland wagt Defne einen Neuanfang in Turin, wo sie kurzfristig als Managerin für den aufbrausenden, türkischen Fußballstar Kenan Yildiz einspringt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Während...
