Kenan's pov:
Der Morgen begann wie jeder andere: Training, die obligatorischen Meetings mit dem Trainerstab, und natürlich die immer wiederkehrende Welle von Adrenalin, die kurz vor einem großen Turnier nie nachließ. Doch dieser Morgen war anders. Das Chaos brach aus, bevor ich es überhaupt kommen sah.
Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete, als ich während einer kurzen Trinkpause mein Handy aus der Tasche zog. Eine Nachricht nach der anderen blinkte auf, und die Gruppenchats explodierten förmlich. Fotos, Artikel, Schlagzeilen – alle drehten sich nur um ein Thema: mich und Defne.
"Kenan Yıldız und seine heimliche Romanze – das Liebesgeheimnis des türkischen Stars gelüftet!"
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Die Bilder zeigten uns, wie wir zusammen aus dem Restaurant kamen, in die gleiche Richtung gingen, und eines, das besonders intim wirkte: Ich hielt ihre Hand, ein Moment, den ich für sicher und privat gehalten hatte. Mein Kopf begann zu rasen.
Ich wusste, dass das irgendwann passieren würde. Aber nicht so. Nicht jetzt. Nicht so plötzlich und ohne jegliche Kontrolle.
Mein Trainer rief mich zurück aufs Feld, aber ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Als ich zurück ins Training ging, fühlte es sich an, als würde mein Kopf explodieren. Der Druck, den ich immer spürte, war jetzt unerträglich. Die Blicke der anderen Spieler brannten auf mir. Die meisten sagten nichts, aber ich wusste, dass sie es wussten.
Nach dem Training hielt ich es nicht mehr aus. Ich nahm mein Handy und rief sie an. Sie ging nicht ran. Ein schlechtes Zeichen.
Ohne zu zögern, eilte ich in ihr Hotelzimmer. Mein Herz raste, als ich an ihre Tür klopfte. Es dauerte nur einen Moment, bis sie öffnete – aber der Blick in ihren Augen verriet mir alles. Sie wusste es.
Sie hielt ihr Handy in der Hand, als sie mich ansah. Ihre Augen waren gerötet, als hätte sie geweint, aber sie versuchte, stark zu wirken.
„Du hast es auch gesehen, oder?" fragte sie, ihre Stimme leise, aber scharf wie eine Klinge.
Ich nickte, unfähig, die richtigen Worte zu finden.
„Und was jetzt?" fragte sie erneut, ihre Stimme brach leicht, auch wenn sie versuchte, stark zu wirken.
Ich schloss die Tür hinter mir, lehnte mich dagegen und sah sie an. Defne trug noch immer das gleiche Outfit wie heute Morgen, aber in ihrem Gesicht lag etwas, das ich nicht sofort einordnen konnte – ein Mix aus Sorge und Schuld.
„Was jetzt?" wiederholte ich, meine Stimme schärfer, als ich es beabsichtigt hatte. „Das fragst du mich? Glaubst du, ich habe auf so etwas eine Antwort?"
Ihre Augen weiteten sich leicht, und sie straffte die Schultern. „Das ist nicht fair, Kenan. Es ist nicht meine Schuld, dass jemand uns fotografiert hat. Wir wussten beide, dass das passieren könnte."
„Ja, aber nicht jetzt, Defne!" Meine Stimme wurde lauter, und ich merkte, wie die Wut in mir brodelte. „Ich bin hier, um Fußball zu spielen. Nicht, um in jedem verdammten Boulevardmagazin aufzutauchen!"
„Glaubst du, mir ist das egal?" Ihre Stimme war jetzt ebenso laut. Sie machte einen Schritt auf mich zu, und ich konnte sehen, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten, obwohl sie dagegen ankämpfte. „Ich habe auch ein Leben, das davon beeinflusst wird. Du bist nicht der Einzige, der unter Druck steht!"
Ich starrte sie an, unfähig, eine Antwort zu finden. Für einen Moment war der Raum von einer Stille erfüllt, die fast greifbar war. Dann wandte sie den Blick ab, ihre Hände zitterten leicht.
„Weißt du was, Kenan?" Ihre Stimme war jetzt leiser, aber voller Enttäuschung. „Ich habe gedacht, wir wären ein Team. Dass wir das hier zusammen durchstehen könnten. Aber anscheinend siehst du das anders."
Ihre Worte trafen mich ins Mark. Ich wollte etwas sagen, etwas, das die Situation entschärfen würde, aber stattdessen sprachen meine Emotionen für mich.
„Ein Team?" Ich lachte bitter. „Du hast keine Ahnung, was das bedeutet, Defne. Ich bin seit Jahren allein in diesem Chaos. Immer unter Druck, immer auf der Flucht vor dem nächsten Skandal. Und jetzt—jetzt bin ich nicht nur für meine Karriere verantwortlich, sondern auch für dich und dein verdammtes Image!"
Ihre Augen funkelten vor Zorn. „Sag mir nicht, dass ich dir eine Last bin, Kenan. Wenn das der Fall ist, dann hätten wir das hier nie anfangen dürfen."
„Vielleicht war es ein Fehler", sagte ich, ohne wirklich nachzudenken. Kaum waren die Worte ausgesprochen, wollte ich sie zurücknehmen, aber der Schaden war angerichtet.
Defne wich zurück, als hätte ich sie körperlich verletzt. Ihre Lippen bebten, und eine Träne rollte über ihre Wange, die sie schnell wegwischte.
„Ein Fehler?" Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Dann tut es mir leid, dass ich dachte, ich könnte dir etwas bedeuten."
Ich merkte, wie sie sich abwandte, als ob sie den Raum verlassen wollte. Aber ich konnte sie nicht gehen lassen – nicht so.
„Defne, warte." Ich griff nach ihrem Arm, hielt sie sanft fest. „Das war nicht so gemeint. Es ist nur... ich weiß einfach nicht, wie ich mit all dem umgehen soll."
Sie drehte sich langsam um, ihre Augen suchten meine. „Du weißt nicht, wie du damit umgehen sollst?" Sie lachte leise, aber es war kein glückliches Lachen. „Ich auch nicht, Kenan. Aber das bedeutet nicht, dass du mich einfach wegstoßen kannst."
„Ich stoße dich nicht weg", sagte ich, meine Stimme weicher. „Ich habe nur Angst..."
„Wovor?" Ihre Frage kam schnell, fast fordernd.
Ich zögerte, bevor ich die Wahrheit aussprach. „Dich zu verlieren. Alles zu verlieren. Ich kann das nicht kontrollieren, Defne, und das macht mich verrückt."
Für einen Moment sahen wir uns nur an, beide unfähig, die nächsten Worte zu finden. Aber dann schüttelte sie den Kopf und trat einen Schritt zurück.
„Vielleicht solltest du erstmal herausfinden, was du wirklich willst, Kenan." Ihre Stimme war jetzt fest, obwohl ihre Augen etwas anderes verrieten. „Ich werde nicht bleiben und warten, bis du dich entscheidest."
Mit diesen Worten riss sie sich los und verließ den Raum, die Tür fiel mit einem lauten Knall hinter ihr ins Schloss.
Ich blieb zurück, starrte auf die geschlossene Tür und fühlte, wie die Leere in mir wuchs. Es war, als hätte ich gerade das Wichtigste in meinem Leben zerstört – und ich wusste nicht, wie ich es wieder reparieren konnte.
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Defne's pov:
Die kühle Nachtluft war wie ein Schlag ins Gesicht, als ich die schwere Glastür des Hotels hinter mir schloss. Ich musste raus. Weg von den stickigen Wänden, weg von Kenan, weg von allem, was mich erdrückte. Mein Herz raste, die Tränen brannten hinter meinen Augenlidern, aber ich zwang mich, ruhig zu bleiben. Ich wollte nicht weinen. Nicht jetzt.
Meine Füße trugen mich automatisch durch die stillen Straßen in Richtung des kleinen Parks, den ich am Nachmittag bei einem Spaziergang entdeckt hatte. Die schwache Beleuchtung der Laternen warf lange Schatten auf die Kieswege, und das Rascheln der Blätter im Wind füllte die Stille.
Ich setzte mich auf eine Bank nahe des kleinen Brunnens, zog die Knie an die Brust und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Wie konnte alles nur so chaotisch werden?
Die vergangenen Wochen hatten sich wie ein Traum angefühlt – ein Wirbel aus Euphorie, Leidenschaft und einem Glück, das ich lange nicht mehr gespürt hatte. Doch jetzt schien alles in sich zusammenzufallen. Die Schlagzeilen, Kenans Vorwürfe, mein eigenes Schuldgefühl – es war, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen.
„Defne?"
Die vertraute Stimme ließ mein Herz stocken. Ich hob langsam den Kopf – und da stand er.
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kurzes kapitel, hab euch hoffentlich nicht zu lange warten lassen 😝 noch ein cliffhanger ❤️
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Ungeplantes Spiel
RomanceNach einer schwierigen Vergangenheit in Deutschland wagt Defne einen Neuanfang in Turin, wo sie kurzfristig als Managerin für den aufbrausenden, türkischen Fußballstar Kenan Yildiz einspringt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Während...
