Defne's pov:
Die ersten Sonnenstrahlen, die durch die Vorhänge ins Zimmer fielen, weckten mich langsam. Es war kühl, aber ich spürte immer noch die Wärme von Kenans Arm, der leicht um meine Taille lag. Sein Atem war ruhig, gleichmäßig, aber mein eigener war alles andere als das. Jeder Atemzug schien schwerer, jedes Gefühl intensiver, als ich seine Nähe spürte.
Ich wagte es nicht, mich zu bewegen. Die Erinnerung an die vergangene Nacht flutete meinen Verstand – die Hitze seines Blicks, die Intensität seiner Berührungen, die rohe Ehrlichkeit, die wir miteinander geteilt hatten. Es war, als hätte sich ein Teil von ihm mir offenbart, den er jahrelang verborgen gehalten hatte.
Langsam drehte ich meinen Kopf und sah ihn an. Sein Gesicht war entspannt, seine Wimpern warfen feine Schatten auf seine Wangen. Es gab etwas so Verletzliches an ihm in diesem Moment, dass es mir den Atem raubte. Ich wollte ihn berühren, spüren, dass dieser Augenblick echt war – dass das, was zwischen uns war, mehr war als ein Zufall oder eine flüchtige Emotion.
Doch bevor ich meinen Gedanken nachgeben konnte, öffneten sich seine Augen. Dunkel, schläfrig und doch so intensiv wie immer. Er blinzelte, als würde er sich an die Situation erinnern, und sein Blick blieb auf mir hängen.
„Morgen", murmelte er, seine Stimme war rau und leise, wie ein tiefes Summen, das durch mich hindurchging.
„Morgen", erwiderte ich, und obwohl ich versuchte, entspannt zu klingen, verriet mich das leichte Zittern in meiner Stimme.
Sein Blick wanderte über mein Gesicht, blieb an meinen Lippen hängen, und ich spürte, wie die Luft zwischen uns sich auflud. Es war keine bewusste Entscheidung – es war, als ob die Spannung uns beide festhielt, uns näher zog, ohne dass wir es steuern konnten.
„Hast du gut geschlafen?" Seine Stimme war tiefer als nötig, fast wie ein Flüstern, das mir unter die Haut ging.
„Ja", sagte ich leise, obwohl ich mir nicht sicher war, ob das stimmte. Ich hatte geschlafen, ja, aber mit jedem Atemzug, den ich in seiner Nähe getan hatte, war mein Körper auf eine Weise wach gewesen, die ich nicht erklären konnte.
Er lehnte sich ein Stück zurück, sein Arm rutschte von meiner Taille, aber nur, um sich an der Lehne des Sofas abzustützen. Er betrachtete mich, als wollte er etwas sagen, doch dann schwieg er.
„Was ist?", fragte ich schließlich, meine Stimme fast ein Flüstern.
„Nichts", sagte er, doch das leichte Zucken in seinem Mundwinkel verriet, dass es mehr gab. Sein Blick wanderte wieder zu meinen Lippen, und ich konnte fühlen, wie sich meine Haut erhitzte.
„Kenan", begann ich, doch er unterbrach mich, indem er sich plötzlich vorbeugte. Es war keine offensive Bewegung, eher etwas, das unbewusst schien – als könnte er sich nicht dagegen wehren. Seine Nähe ließ mich den Atem anhalten.
„Du machst es wirklich schwer, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren", murmelte er, sein Blick tief in meinen verankert.
Mein Herz setzte für einen Moment aus. „Vielleicht geht es mir genauso."
Er schloss für einen Moment die Augen, als würde er sich sammeln, doch als er sie wieder öffnete, war da ein Hauch von einem Lächeln auf seinen Lippen. „Das... ist nicht gerade hilfreich."
„Ich dachte, wir sind ein Team", erwiderte ich und war überrascht, wie ruhig ich klang, obwohl mein Puls raste.
Sein Lachen war leise, rau, und die Art, wie seine Augen mich ansahen, ließ jede vernünftige Distanz, die ich bewahren wollte, verschwinden. „Du hast recht. Aber Teams haben auch ihre Schwachstellen."
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Ungeplantes Spiel
RomanceNach einer schwierigen Vergangenheit in Deutschland wagt Defne einen Neuanfang in Turin, wo sie kurzfristig als Managerin für den aufbrausenden, türkischen Fußballstar Kenan Yildiz einspringt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Während...
