Kapitel 83 - Familie

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*Violetta*
Nun saß ich da und hoffte inständig, dass mein Vater gleich zu mir zurückkehren würde. Nachdem ich ihm von meiner Schwangerschaft erzählt hatte, verweilte er für einige schier endlose Sekunden in einer Schockstarre, worauf er überstürzt den Raum und somit auch mich verließ. Offenbar um mit Angie zu sprechen. Worüber wusste ich leider selbst nicht so richtig.
Als es an der Tür klopfte, zuckte ich kaum merklich zusammen und richtete meinen Blick darauf. Wer konnte das nun wieder sein? Und wieso in solch einem unpassenden Augenblick? „Violetta.“ León trat herein und sah mich aus seinen smaragdgrünen Augen prüfend an. „Hast du es ihm erzählt?“ Er sprach die Frage nicht aus, doch sein Gesichtsausdruck sprach Bände. Ich nickte ihm lediglich leicht zu, ohne auch nur ein einziges Wort von mir geben zu können. Was gab es denn auch noch zu sagen? León wusste so oder so immer wie ich mich fühlte, was in unserer unglaublichen Verbindung begründet lag. Nun ja, in der Verbindung, die ich mutwillig beinahe zerstört hatte. Der Gedanken hinterließ einen bitteren Geschmack in meinem Mund. Ich konnte nicht begreifen, weshalb er weiterhin um mich und meine verlorene Seele kämpfte. Er musste mich einfach lieben – eine andere Erklärung gab es nicht. Gerade als er auf die Couch zusteuern wollte, auf der ich bereits seit geraumer Zeit saß und meinen gewölbten Bauch unter dem Stoff meines warmen Mantels versteckte, öffnete sich die Küchentür und mein Vater betrat das Wohnzimmer. Mein Herz hörte für einige Augenblicke auf zu schlagen, worauf es in doppelter Geschwindigkeit fortfuhr. Das Atmen fiel mir von Sekunde zu Sekunde immer schwerer, als sein Blick abwechselnd von mir zu León irrte.
Ihm musste klar sein, dass León und ich... dass wir in jener Nacht miteinander geschlafen hatten. Ich fragte mich, wie sich diese Erkenntnis für Papá anfühlen mochte. Vielleicht wollte er es ja gar nicht so genau wissen.
„Germán...“ León streckte ihm seine Hand entgegen, ließ sie aber sinken, als mein Erzeuger keinerlei Anstalten machte, sie zu ergreifen. War er wütend auf León? Oder einfach nur schockiert? Mir wurde kotzübel. Am Liebsten hatte ich mich wirklich übergeben, da die kleine in mir auch wieder ein kleines Tanzstück aufführte. Doch ich nahm all meinen Mut zusammen und sprach ein Machtwort: „Könnten wir reden? Zu dritt?“ León fuhr sich unbeholfen durch die Haare und räusperte sich hörbar. „Ich wäre dafür bereit.“ Ohne weiteres setzte er sich zu mir und griff nach meiner Hand. Ein angenehmes Kribbeln breitete sich in mir aus. Ein unbestimmtes Flattern in meiner Magengegend, die allein eine Berührung von León auslösen konnte. Ich war froh, dass sich gar nicht so viel zwischen uns beiden verändert hatte, wie ich dachte. Abgesehen von der Frucht unserer Liebe – sie war zwar nicht geplant und hatte mich vollkommen überrumpelt, aber ich liebte das kleine Geschöpf in mir jetzt schon, auch wenn sie mich ziemlich auf Trab hiel. Abfinden würde ich mich später noch können. Und León würde mir dabei helfen. Das konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken behaupten. Nur zögernd und unsicher kam auch mein Vater nach und ließ sich mir gegenüber nieder. Für keine einzige Sekunde unterbrach er den Blickkontakt zu mir. „Was hast du jetzt vor?“, fragte er schließlich mit brüchiger Stimme und seufzte schwer auf. Worüber hat er mit meiner Tante gesprochen?, die Frage schob sich wieder vor mein inneres Auge, aber ich ignorierte sie so gut es ging. Es hatte aber wahrscheinlich gut geholfen. Nun ja meine Tante ist wirklich ein Engel. Doch was sie ihn gesagt hatte, das würde ich schon noch in Erfahrung bringen. Früher oder später jedenfalls.
„Ich werde unser Kind zur Welt bringen und dann...dann werden wir sehen...“, demonstrativ wanderte mein Blick zu León, der mich aufmunternd anlächelte. Ich liebte ihn. „Wir bekommen das sicherlich auf die Reihe. Ich werde einen Weg finden, um alles zu finanzieren...“, mischte sich mein Freund kurzerhand ein und streichelte beruhigend über meinen Handrücken. Mein Vater legte die Stirn in Falten: „Das meinte ich nicht. Ich würde viel lieber wissen, ob ihr überhaupt darauf vorbereitet seid. So ein Kind ist kein Goldhamster...“ Ich verstand was er uns damit sagen wollte. „Ich denke ich spreche für Violetta und mich wenn ich sage, dass es uns ziemlich, ähm, überrascht hat“, verkündete León mit einem verständnisvollen Unterton. „Ich denke, dass wir das dennoch schaffen können. Zusammen.“ Erneut drückte er meine Hand, wobei ich mit den Tränen kämpfte. Wie und womit hatte ich mir einen Freund wie ihn verdient? „Wir sind jung, das ist klar, aber es ist machbar.“ Damit schloss er seine kurze Rede und atmete tief aus. Es hatte ihn offenbar viel gekostet seine Meinung zu diesem Thema zu äußern. Mein Vater schwieg noch eine Weile bis er selbst zu Sprechen anfing. Mein Herz hämmerte gegen meine Brust. „Ich bin zwar immer noch, wie soll ich sagen...irgendwie schockiert, oder eher überrascht...aber so wie ich das sehe, habt ihr euch bereits mit der Sache auseinandergesetzt und seid euch über die Konsequenzen und alles andere im Bilde. Ich werde euch unterstützen...und Angeles ebenfalls. Wir sind für euch da. Ihr könntet auch hier wohnen, da ich bezweifle, dass León gerne bei seinen Eltern wohnen würde. Mit seiner eigenen Familie.“ Er schloss geschafft die Augen um sie voller neuer Lebensenergie wieder zuöffnen. Ich war komplett sprachlos. Solch eine wunderbare Antwort hätte ich niemals erwartet. „Ich liebe dich, Papá.“ Er lächelte mich zärtlich an und sagte etwas, das sich für immer in meinem Gehirn einbrennen würde. „Deine Mutter wäre überglücklich. Nein, ich weiß sie ist überglücklich!“ Nun gab es kein Halten mehr. Ich fiel ihm weinend um den Hals und verlor mich in seinen starken Armen. „Danke. Du bist der beste Vater, den man sich wünschen kann.“

* *

Wie ihr sieht hält such die #DramaQueen etwas zurück 🙈
Aber was kann das leider für euch bedeutet?

Ja, so lange wird die Story nicht mehr sein, doch es die kleine #DramaQueen wird sich nochmal so zum Abschied zeigen und das von ihrer besten Seite xD

Neugierg ??

Ps. Es kommt jetzt bis zum Ende immer Mittwochs ein neues Kapitel 😉

Leonetta - Loving can hurt sometimesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt