Ich ließ wieder von Maddy ab und sah, wie Lia auf uns zu kam. "Denkst du, das macht mir was aus?", fragte sie mit abschätziger, kalter Stimme. "Erwartest du jetzt, dass ich heulend wegrenne? Den Gefallen tue ich dir nicht! Ob du es glaubst oder nicht, ich bin in Frankfurt über dich hinweggekommen. Wie gesagt, du stehst nicht mehr im Mittelpunkt meines Lebens.", flüsterte sie mir nun so leise zu, dass selbst Maddy es nicht verstand. Ihr leiser Ton schwächte die Wirkung ihrer neuen, kalten Stimme jedoch nicht im Mindesten. Sie ging zu einem Tisch in der Ecke der Kantine, an dem immer die Mitglieder der Gang von Kai Adams saßen. Sie begrüßte sie mit einem Handschlag und setzte sich.
Ich ließ Maddy einfach stehen und ging vor die Tür. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Helene und Cole ebenfalls rausgingen. "Was hat sie gesagt?", wollte Helene wissen. "Sie hat gefragt, ob ich denken würde, es mache ihr was aus. Dann wollte sie wissen, ob ich jetzt erwartete, dass sie heulend wegnehmen würde. Den Gefallen würde sie mir nicht tun. Ob ich es glauben würde, oder nicht wäre sie in Frankfurt über mich hinweggekommen sein. Dann meinte sie, ich würde nicht mehr im Mittelpunkt ihres Lebens stehen." Ich sah sie niedergeschlagen an. "Also hat es nicht funktioniert.", sagte Cole und sah nach unten. "Ich hab es von Anfang an gesagt! Ihr wolltet ja nicht auf mich hören." Helenes Stimme war verwurfsvoll. Sie hatte recht. "Es ist meine Schuld. Wir hatten entschieden es nicht zu tun, aber dann habe ich zugestimmt und jetzt ist Lia, was ist sie eigentlich?!" Was war sie? Sauer? Enttäuscht? Traurig? Ich wusste es nicht. "Keine Ahnung, aber verletzt schien sie nicht. In dem Moment kamen Mary, Sandy, Amanda, Louis, Mike und Sean zu uns. Sean verschränkte die Arme vor der Brust und meinte "Wir wissen, dass ihr ohne uns Pläne macht und uns etwas entscheidendes verschweigt. Wenn wir Lia wirklich helfen wollen, müssen wir zusammen halten und dazu gehört nicht, dass drei Leute einen Alleingang machen!" Die anderen nickten zustimmend und sie hatten recht. Aber sollten wir Lia's anscheinend Geheimnis einfach so ausplaudern? Ohne ihre Erlaubnis konnten wir das nicht tun! Ich sah zu Helene und Cole. Sie schienen ebenfalls zu überlegen. "Wenn, dann sagst du es ihnen.", bestimmte Helene. "Soll ich? Ich meine es ist ihr Geheimnis und nicht unseres." Sie nickten mir aufmunternd zu und ich begann zu erzählen. "Zuerst müsst ihr alle hoch und heilig schwören, dass ihr es keinem sagt und Lia nicht erfährt, dass ihr davon wisst." Sie schworen und ich erzählte von unserem Kuss. Ich versuchte zu erklären, warum ich sie geküsst hatte, ohne zu gestehen, dass ich sie liebte. Dann erzählte ich von Lia's Liebeserklärung und wie ich sie abserviert hatte. "Ich weiß, dass ihr mich jetzt nicht mehr sympathisch findet, falls ihr es je getan habt, aber ich wollte sie nicht verletzen. Ich habe tausendmal versucht mich zu entschuldigen, doch sie hat mir nicht zugehört.", verteidigte ich mich. "Sie war danach so verletzt, dass sie sich eine Auszeit genommen hat und jetzt ist sie so verändert zurückgekommen. Cole hatte die dumme Idee, dass Jason vor ihrem Augen eine andere küsst, doch es hat auch nicht funktioniert.", erzählte Helene weiter. Danach schaute mich Mary mit funkelnden Augen an. "Dann ist das alles deine Schuld, dass sie so geworden ist?" "Ja" "Wie konntest du nur? Wir holen sie auch alleine zurück!", beschloss Louis und sie ließen mich stehen. Selbst Helene und Cole gingen einfach so. Niedergeschlagen ließ ich mich auf eine der Bänke fallen. Es war meine Schuld, alles!
Liana:
Ich setzte mich zu Dennis und den anderen an den Tisch. Sie hatten sich gestern noch bei mir entschuldigt, als ich mit Kai auf Sauftour war. Ich sah wie Jason raus ging und Maddy einfach stehen ließ. Sie ließ den Kopf hängen und schlich zurück zu Ashley. Aus dem Augenwinkel bekam ich mit, wie Hel und Cole Jason mit etwas Abstand folgten. Es war also wieder einer ihrer Pläne! Konnten sie mich nicht einfach in Ruhe lassen? Was war so schwer daran, zu akzeptieren, dass sich jemand veränderte? Ich sah, wie der Rest meiner ehemaligen Freunde ebenfalls aufstand. Normalerweise blieben sie bis zum Ende der Pause sitzen. Irgendwas stimmte nicht! Ich widmete mich dem Gespräch am Tisch, schließlich gingen mich ihre Probleme nichts mehr an.
Kurze Zeit später:
Ich folgte den Jungs auf den Parkplatz. Sie wollten noch eine rauchen und ich hatte keinen, bei dem ich sonst bleiben konnte. Wir kamen an einer Bank vorbei und ich sah einen niedergeschlagenen Jason mit dem Gesicht in den Händen vergruben. Ich musste mich beherrschen, mich nicht zu ihm zu setzen und ihn zu trösten. Ich hatte vorhin gelogen, ich war nicht über ihn hinweg! Ich zwang mich dazu, weiterzugehen und ihn zu ignorieren. Es war besser für mich, oder?
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Mr. Gray nextdoor
Novela JuvenilLiana's Mutter hat sich wieder verliebt. Als ihr Freund Alex und sein Sohn Jason bei ihnen einziehen, kracht es am Anfang häufig. Nach einer Weile werden sie jedoch wie Geschwister. Doch ist da noch mehr? Liana versucht eine Antwort zu finden. 24.12...
