Was wäre eine einzelne Erfahrung, ein einzelnes Gefühl, ein einziger Gedanke ohne die Reflexion darüber oder die Erinnerung daran? Unser Bewusstsein schifft langsam und kontinuierlich durch das Meer der Zeit. Könnt ihr euch an die Gedanken erinnern die ihr als Baby gehabt habt?
Die Gedanken und Gefühle eines Babys sind isoliert auf kleinen Inseln der Zeit. Es gelingt dem Baby nicht eine Verbindung zwischen diesen Inseln herzustellen. Wenn das Baby Hunger hat schreit es, ohne jede Erinnerung an bereits gestillten Hunger oder zu erwartendes Essen. Erst wenn im Gehirn die Modellannahme einer Zukunft und einer Vergangenheit entsteht, werden wir bewusst. Und da unser Gehirn arbeitet wie es arbeitet, erscheint uns die Idee eines kontinuierlich fließenden Zeitstroms logisch. Jedes Ereignis ist das Ergebnis eines vorangegangenen Ereignisses, seine kausale Folge. Wie könnte es anders sein? Wie könnte ein späteres Ereignis die Ursache für ein früheres sein?
Das messbare Korrelat von Bewusstsein, so sagen die Neurowissenschaftler, sind 40Hz-Gammasynchronizität im EEG. Wachen wir vierzig Mal pro Sekunde auf und fragen uns was davor passiert ist und was danach passieren wird? Ist unser Bewusstsein mit 40 Hertz getaktet? Und was passiert zwischen den Takten? Habt ihr euch schon mal bewusstlos gefühlt, Ann?
Wie ist, so frage ich mich manchmal, ein Bewusstsein strukturiert, dessen Babyphase völlig verschieden von unserer war? Einem Bewusstsein dessen erste Eindrücke sich nicht aus nacheinander folgenden Ereignissen von Hunger und Sättigung, Schmerz und Linderung, Freude und Kummer zusammensetzen, sondern aus Events die geographisch und zeitlich unkorreliert und nicht-linear sind?
Ann, wie ist euer Bewusstsein strukturiert?
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Welt 3
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