Kapitel 23

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Kaden starrte aus dem Fenster als ich mich wieder zu ihm wandt. Vor den folgenden Minuten hatte ich doch tatsächlich etwas Angst. Ich wusste, dass ich nicht Kaden's Mate war und deswegen war es so unglaublich wichtig, dass wir das mit der Markierung klärten. Er mich an sich gebunden, ohne dazu verpflichtet gewesen zu sein und musste jetzt mit mir leben. Und ich mit ihm.
"Kaden!", begann ich und trat näher zu ihm. "Wir müssen reden." Er drehte sich zu mir um, doch anstatt mich anzusehen, starrte er auf die Tischplatte. Eindeutig war es ihm genau so unangenehm wie mir.
"Ich hab dich markiert, damit du nicht zum mordenden Monster wirst und jetzt muss ich damit klar kommen. Darüber gibt's nichts zu reden.", meinte er schulterzuckend, aber ich spürte, dass da mehr war. Viel mehr, als er jetzt zugeben wollte.
"Kaden, ich bin dir auch wirklich dankbar, dass du mich davon abgehalten hast, mich zu verwandeln, aber ich bin nicht deine Gefährtin. Also warum zur Hölle hast du das getan?", sprudelte es aus mir heraus. Sein Kiefer spannte sich an und er atmete tief ein, bevor er mich ansah.
"Ich will nicht darüber reden.", brummte er. "Es ist jetzt so und wir beide müssen das akzeptieren."
Ich hatte nicht die nötige Kraft, um mich über sein abwehrendes Verhalten aufzuregen, weswegen ich mich auf einen der Stühle sinken ließ und ihn beobachtete. Kaden traf die Sache mehr, als er sich selbst un mir gegenüber zugeben wollte.
"Verdammt Kyra!", rief er plötzlich. "Was willst du denn hören? Etwa, dass es ein riesengroßer Fehler gewesen war und ich es bereue oder du dich nicht verpflichtet fühlen musst, jetzt meine Gefährtin zu sein, weil ich sowieso keine Gefühle für dich habe? Was willst du denn hören verdammt?" Ich hielt seinem Blick stand und ließ mir Zeit mit meiner Antwort. Kaden hatte keine Ahnung wie er selbst mit der Situation umgehen sollte und das Problem. Ich konnte ihm nicht vorschreiben, wie er sich jetzt verhalten sollte oder ob er mich akzeptieren sollte oder nicht. Das musste allein Kaden wissen.
"Ich will wissen, was das für uns beide bedeutet!", antwortete ich. "Wenn deine richtige Gefährtin auftauchen sollte, was dann? Was wäre dann, wenn herauskommt, das sich nun - unrechtmäßig, deine Gefährtin bin? Ich will doch nur wissen, was jetzt ist!" Sein Blick fiel zu Boden und seine Schultern ließ er sinken.

"Meine Mate wird nicht mehr auftauchen, also mach dir darüber Mal keine Gedanken.", meinte er.
"Was meinst du mit, deine Gefährtin kommt nicht mehr?", hakte ich nach. Sein Kopf hob sich, doch sein ganzes Gesicht war vor Wut verzerrt.
"Ich meine genau das, was ich sage!", brummte er. "Laila wird nicht wieder auftauchen, denn sie hat mich als ihren Gefährten abgelehnt. Es gibt also in meinem Leben keine Mate mehr, also kann es dir jetzt auch egal sein, was mit uns wegen dieser Markierung ist!" Ich verstand nicht, was das bedeuten sollte, doch Kaden stürmte aus der Wohnung, noch bevor ich etwas darauf erwidern konnte. Und als die Eisentür hinter ihm ins Schloss knallte, wurde mir klar, dass ich etwas in Kaden aufgewühlt hatte, dass er mit aller Kraft aus seinem Leben hatte verbannen wollen. Oh Himmel, ich war schrecklich wenn es um soziale Beziehungen zu anderen ging. Ich hatte mir oder besser gesagt uns, das eingebrockt, also musste ich das auch wieder gerade biegen. Nur wie?
Ich fuhr mir schon fast verzweifelt mit den Händen übers Gesicht. Jetzt musste ich mich also erst einmal um die Sache mit Kaden kümmern, bevor ich irgendetwas gegen den Adanyi unternehmen konnte. Super.
Ich stand auf und lief vor dem Fenster auf und ab, doch plötzlich kam jemand polternd die Treppe hinauf gelaufen und stieß kräftig die Tür aus Eisen auf. Ich blieb stehen und sah Kaden auf einmal verwirrt an. Er atmete heftiger als zuvor und seine Hände waren zu Fäusten geballt, aber am meisten wunderte ich mich darüber, dass er zurück gekommen war. Und über den Blick in seinen Augen, der nicht ganz zu seiner sonst aggressiven Haltung passte.
"Tut mir leid, Kaden.", begann ich. "Ich hätte dich nicht drängen sollen."
Er sagte nichts, sondern schloss vorsichtig die Tür hinter sich. Ich traute mich nicht, mich von der Stelle zu bewegen, in der Angst, wieder irgendetwas falsch zu machen.
"Ich... Ich kann gerade nicht zu den anderen. Nicht so und ich bin definitiv nicht in der Lage Auto zu fahren.", erklärte er mit zittriger Stimme. "Ich dachte ich wäre darüber hinweg, aber das bin ich nicht."
Ich wusste nicht, was ich tun oder sagen sollte. Kaden war einer der mächtigsten Lykaner, denen ich je begegnet war, hatte aber jedoch keine Ahnung wie er die Dämonen seiner Vergangenheit bekämpfen sollte und diese Schwäche - diese Verletzlichkeit, zeigte er mir. Und ich war eine der gefährlichsten Kreaturen auf Erden. In dem Moment, wusste ich wirklich nicht, worauf die Folgenden Tage oder Wochen hinauslaufen würden.
"Kaden, was ist damals passiert?"
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Hii🐞
Endlich wieder ein neues Kapitel.
Ich hoffe ihr seid mir nicht böse, dass es so lange gedauert hat, aber ich hatte in den letzten zwei Wochen Probleme mit Wattpad. 🙁 Ich habe nichts hochladen können und die ganzen Benachrichtigungen der letzten Wochen, habe ich vor zwei Tagen bekommen. Also hoffe ich, dass es jetzt auch wieder funktioniert, etwas hochladen zu können.❤

LG Jessy 🐞🎀

Wolfsblut - AdanyiWo Geschichten leben. Entdecke jetzt