„... happy birthday liebe Hannah, happy birthday to you!" Hannah strahlte über das ganze Gesicht. „Was macht ihr denn hier?" Maite kam auf sie zu und drückte sie ganz fest: „Na deinen Geburtstag feiern. Was denkst du denn? Ist noch Kuchen da?" Hannah lachte: „Mama, wusstest du davon?" Ihre Mutter nickte und verschwand auch gleich in der Küche, um Gläser, Besteck und Teller für den Kuchen herbei zu schaffen. Auch Barby und Angelo umarmten Hannah und wünschten ihr alles Gute. Paddy hingegen wusste nicht, wie er Hannah begrüßen sollte. Immerhin sind sie im Streit auseinander gegangen und er hatte seitdem kein Wort mehr mit ihr geredet. Er wollte zuerst auch gar nicht mitkommen, aber Maite drängte ihn dazu und versicherte ihm, dass Hannah sich sicherlich freuen würde ihn zu sehen. Hannahs Wut auf Paddy war in der letzten Zeit auch verflogen. Es gab einige Tage, an denen sie über Paddy nachdenken musste und sich über sein Verhalten in Düsseldorf ärgerte, trotzdem musste sie sich auch eingestehen, dass die Wut mit der Zeit abnahm. Außerdem war sie gerade so glücklich, dass sie selbst ihrem größten Feind nicht böse sein könnte: „Komm schon, ich stecke dich schon nicht an", versicherte sie Paddy, der zögernd auf sie zuging und sie in die Arme schloss: „Happy Birthday, Murmeltier", flüsterte er ihr ins Ohr und drückte sie fest an sich. Die Umarmung dauerte länger als gewöhnlich, so als wollte Paddy seine ehrliche Entschuldigung mit dieser Geste ausdrücken. Hannah verstand diese auf Anhieb, ließ die innige Umarmung ebenfalls zu und strich ihm sanft über den Rücken: „Danke!", flüsterte Hannah. Als sie sich aus der Umarmung lösten, schauten sie sich tief in die Augen und lächelten sich verlegen an. In diesem Moment bemerkte Hannah erst, wie sehr sie Paddy eigentlich vermisst hatte.
Gemeinsam machten es sich die Geschwister, Hannah und Tina im Wohnzimmer bequem. Hannahs Mutter hatte vorgesorgt und Luftmatratzen und weitere Decken und Kissen bezogen, da Barby, Maite, Angelo und Paddy hier übernachten sollten. „Also eine Pyjamaparty ist wesentlich besser als eine normale Party" freute sich Hannah und schlürfte ihren Tee, während die anderen erstmal Schokoladenkuchen aßen. „Schade, dass Ben nicht dabei ist. Ist er immer noch krank?", fragte Barby. Hannah nickte. Eigentlich war sie ganz froh, dass Ben auch noch krank war. Nicht, dass sie ihn nicht sehen wollen würde; Im Gegenteil. Aber die kurze Zeit, die sie mit Maite und ihren Geschwistern verbringen konnte, wollte sie mit niemanden teilen müssen. „Hannah, wir haben auch noch Geschenke für dich", meldete sich Angelo zu Wort und holte eine große bunte Tüte hervor." „Da bin ich aber mal gespannt." Angelo überreichte ihr Geschenk für Geschenk und kommentierte jedes einzelne: „Das ist von Kathy, Patricia und eigentlich auch von John, Jimmy und Joey." Die beiden schenkten ihr irische Kriminalromane, von denen sie wusste, dass Patricia und Kathy diese gerne lasen und die Herren eher weniger etwas damit zu tun hatten. Angelo und Maite grinsten, als Hannah ein dünnes Geschenk entgegennahm und sie dieses genau musterte: „Los, mach es auf." Vorsichtig öffnete sie das Geschenkpapier und grinste ebenfalls, als sie eine Zeitschrift in der Hand hielt und diese auf das Titelblatt umdrehte: „Also, die Bravo hätte ich mir auch selbst kaufen können. Habt ihr die an der Tankstelle besorgt?" Angelo war ganz aufgeregt: „Du musst die mal durchblättern." So langsam kapierte Hannah, was dieses Geschenk eigentlich sollte: „Ist das schon abgedruckt?" Schnell blätterte sie die Zeitschrift durch und wurde in der Mitte fündig. Neun langhaarige, verrückte Geschwister lächelten sie aus der Zeitung an. Jeder der Familie hat in der Zeitung unterschrieben. Hannah freute sich sehr über das Geschenk. „Wie cool! Vielen Dank." Sie strahlte alle an. „Das mit den Unterschriften ist eher als Scherz von Jimmy gemeint gewesen. Wenn jemand die ersten Autogramme in einer Zeitung haben sollte, dann du. Aber wir fanden die Idee ganz witzig", meldete sich nun auch Paddy zu Wort. „Ich finde das echt super von euch." Hannah strahlte über das ganze Gesicht. „Hier, das ist von mir", sagte Maite und hielt ihr einen kleinen Beutel hin, in dem eine Schneekugel versteckt war. In dieser war ein Foto von ihr und Hannah abgebildet, auf das bunter Glitter runterrieselte. Hannah strahlte. Sie liebte solch persönliche Geschenke wirklich sehr. „Oh vielen Dank, Maite. Die ist wirklich schön und bekommt einen Ehrenplatz bei mir im Zimmer", sagte Hannah und fiel ihrer besten Freundin um den Hals. „Hey da fehlt doch noch ein Geschenk." Angelo wühlte verwirrt in der großen Tüte und drehte sie auf den Kopf. Als er fragend seine Geschwister ansah, meldete sich Paddy zu Wort, der aus seiner Hosentasche ein kleines Geschenk hervorholte: „Ich wusste ja nicht, wie du auf mich reagieren würdest und ob du das Geschenk überhaupt verdient hast." Spöttisch grinste er zu Hannah, die ihn verdutzt ansah. „Ich habe ehrlich gesagt gar nicht damit gerechnet, dass jetzt noch etwas kommt." „Dann kann ich das Geschenk ja wieder mitnehmen", sagte Paddy und wollte das Geschenk wieder wegstecken, als Hannah protestierte: „Nein, jetzt möchte ich das auch haben." Sie lächelte und hielt Paddy ihre ausgestreckten Hände entgegen. Mit einem Satz saß Paddy neben ihr auf dem Sofa und überreichte ihr feierlich das kleine Geschenk. Er wirkte plötzlich ziemlich verlegen und stammelte vor sich hin: „Es ist nur eine Kleinigkeit und wenn es dir nicht gefällt, dann musst du das auch nicht tragen." Neugierig öffnete sie Paddys Geschenk und stockte, als sie auf ein Lederarmband hinuntersah, dass aus vielen einzelnen dunkelbraunen Lederbändern geflochten war." „Du magst es nicht oder?" Paddys Körper war angespannt, während er Hannah beobachtete und auf eine positive Reaktion hoffte. Sie begutachtete das gute Stück von allen Seiten und errötete leicht. Hannah lächelte Paddy verlegen an und hielt ihm das Armband hin. Paddy traf es wie ein Schlag. Will Hannah ihm jetzt tatsächlich das Geschenk zurückgeben? Dieser Moment kam Paddy wie Stunden vor. Er wollte etwas sagen und öffnete den Mund, aber es kamen keine Worte hervor. „Warum glotzt du denn so entsetzt? Kannst du mir das ummachen?", riss Hannah ihn aus seinen Gedanken. Paddy schüttelte ungläubig den Kopf und richtete seinen Blick wieder auf Hannah: „Was?" „Na das Armband? Ich kann es mir nicht alleine ummachen." Ihre Worte holten Paddy aus seiner Trance zurück, sein Körper entspannte sich und er kratzte sich verlegen am Kopf: „Ach so, ja klar!" Etwas unbeholfen öffnete er den Verschluss und machte Hannah das Armband um. „Danke", sagte sie und betrachtete es nochmals eindringlich an ihrem Handgelenk. Sie versuchte ganz gelassen zu bleiben, aber innerlich platzte sie nur so vor Freude. Paddys Geschenk bedeutete ihr in diesem Augenblick mehr als alles andere. Warum konnte sie sich auch nicht erklären. Allein, dass Paddy überhaupt auf die Idee gekommen war ihr etwas zu schenken berührte sie zutiefst.
Nach der Geschenkeübergabe herrschte eine ausgelassene Stimmung. Sie spielten Karten und Scharade und kringelten sich vor Lachen, als Angelo pantomimisch eine Kaffeemaschine darstellen sollte. Als Hannahs Mutter nochmal eine Runde mit Pad gehen musste, war Angelo gleich Feuer und Flamme und wollte ebenfalls mitgehen. Er fragte Hannahs Mutter, die zustimmte und fragte die anderen, ob sie eine Runde rausgehen wollten. Gerade als Barby Tinas Frage verneinen wollte, gab Maite ihr einen Stoß in die Rippen: „Wir kommen gerne mit. Eine kleine Runde schadet uns bestimmt nicht." Hannah brummte: „Ja klar, lasst mich ruhig alle alleine." Maite lächelte schelmisch: „Paddy ist doch noch da. Der ist nur im Badezimmer und kommt gleich wieder und will bestimmt nicht mit" Mit diesen Worten ließ sie Hannah, der der Mund offenstand, zurück und ging den anderen hinterher nach draußen.
‚Dieses Biest!', murmelte Hannah vor sich hin. Manchmal war Maite einfach zu auffällig und sie wusste genau, dass sie sie mit Paddy alleine lassen wollte. Warum auch immer. Von ihrer Seite war eigentlich alles geklärt. Paddy stand in der Wohnzimmertür und schaute sie suchend um: „Wo sind denn die anderen?" Hannah schnappte sich das Deckenende und zog sie weiter ihren Körper hoch, da ihr kalt war: „Mit Pad spazieren." „Und sie lassen dich hier ganz alleine? Sehr nett", merkte Paddy an und setzte sich zu aufs Sofa. „Du bist ja noch da." Hannah grinste und verfiel in einen Hustenanfall, der ihr die Tränen in die Augen schießen ließ. „Geht's?", fragte Paddy als der Anfall vorbei war und reichte ihr ihre Tasse Tee. „Ja, danke. Geht schon wieder." Eine Weile saßen sie schweigend da, bis Hannah ein „Danke" nuschelte. Paddy hatte sie nicht verstanden und fragte nach, was sie gesagt hatte. „Ich sagte danke!" Er hob fragend die Augenbrauen. „Wofür?" „Für das Armband. Ich mag es wirklich sehr." Hannah lächelte ihn schüchtern an und spielte mit dem Armband. Paddy betrachtete ihr Handgelenk und strahlte sie an: „Da nicht für. Ich wollte dir einfach eine Freude bereiten, nach all dem, was passiert ist." Verlegen knibbelte er an seinen Fingernägeln. „Wie läuft es denn mit Joelle?", fragte Hannah ohne auf den vorherigen Satz einzugehen. „Ganz gut denke ich. Wir telefonieren häufig. Wahrscheinlich sehen wir uns erst in ein paar Wochen wieder." Seine Stimme wirkte bedrückt. ‚So lange sie dann nicht wieder ausrastet', dachte sich Hannah und nickte: „Hauptsache ihr seht euch dann wieder und habt eine schöne Zeit." Paddy seufzte: „Ist bei uns alles wieder ok?" Hannah lächelte schelmisch: „Nein. Ich habe hier eigentlich eine riesen Entschuldigung von dir erwartet." Er starrte sie fassungslos an bis sie in schallendes Gelächter verfiel und stürmisch Paddy in die Arme nahm. Hannah hatte das innige Bedürfnis sich mitzuteilen und ließ ihren Gefühlen freien Lauf: „Ich bin froh, dass du heute gekommen bist. Weißt du, auch wenn ich wirklich wütend auf dich war und auch enttäuscht...ich...ich...man, ich habe dich irgendwie vermisst. Du bist mir wirklich wichtig, Paddy. Auch, wenn ich Joelle nach alldem immer noch nicht leiden kann. Wenn du glücklich bist, ist das in Ordnung. Aber bitte, lass irgendwelche Weiber nicht zwischen uns stehen..." Paddy drückte sie fest an sich und strich ihr mit einer Hand über ihre zerzausten Haare: „Nur, wenn auch keine Typen zwischen uns stehen" Hannah nickte, ohne ihren Kopf von Paddys Brust zu nehmen. Als sich die Beiden aus ihrer Umarmung lösten, legte Hannah ihren Kopf auf seinen Schoß. Sie erzählte Paddy von Ben und was sie in der letzten Zeit so erlebt hat, während Paddy hingegen von den Auftritten erzählte und kaum etwas über Joelle preisgab, was Hannah nicht sonderlich störte. Während Paddy sprach, strich er ihr gedankenverloren über den Kopf und merkte nicht, dass Hannah langsam weg döste. Die Geburtstagüberraschung war auf jeden Fall gelungen, aber trotzdem kränkelte Hannah weiterhin und war erschöpft. Er lächelte sie verträumt an und war ebenfalls sehr erleichtert, dass zwischen ihr und ihm wieder alles im Lot war.
Hannah wurde erst wieder wach, als die anderen von ihrem Spaziergang wiederkamen und Maite sich direkt auf den Boden vor ihr Gesicht gesetzt hatte: „Kaum lässt man euch alleine, fangt ihr an zu pennen." Maite tippte mit ihrem Finger auf Hannahs Nase, die langsam ihre Augen öffnete und blinzelte. „Wenn ihr auch so ewig braucht." Sie setzte sich auf und schaute zu Paddy auf, der sich streckte. „Vielleicht solltet ihr alle so langsam schlafen", mischte sich jetzt auch Hannahs Mutter ein und ließ Pad von der Leine. Da alle müde waren, protestierte niemand und jeder verschwand nach und nach im Badezimmer. Die fünf machten es sich auf den Luftmatratzen bequem und lagen wie die Orgelpfeifen aneinandergereiht. Auch Hannah gesellte sich zu den anderen, da sie nicht als einzige auf dem Sofa schlafen wollte. Es wurde noch viel gelacht und geredet, bis endlich jeder mit der Zeit einschlief. Hannah lag zwischen Maite und Paddy, der ihr das Gesicht zu gedreht hatte: „Paddy schläfst du schon?", flüsterte Hannah. Paddy blinzelte verschlafen und sah direkt in Hannahs Gesicht, das ihn zu lächeln brachte. Ohne ein Wort zu sagen, streichelte er ihr über die Wange. „Ich kann nicht schlafen", nuschelte Hannah ohne den Blick von Paddys Augen abzuwenden. „Los, komm her." Er drehte sich auf den Rücken und öffnete einladend seine Arme. Hannah robbte zu ihm rüber und schmiegte sich an seinen Oberkörper, während Paddy sie umarmte und lächelnd wieder einschlief.
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Beste Freundinnen
FanfictionHannah ist ein gewöhnliches Mädchen, das wie jede andere Jugendliche auch zur Schule geht und alltägliche Teenagerprobleme bewältigen muss. Doch eine Sache unterscheidet sie doch von ihren Mitschülern. Ihre beste Freundin ist alles andere als ein ge...