Unabhängigkeit
Taran und ich teilten uns ein Pferd, ritten durch den Wald, das Dorf und ritten über einige seichte Hügeln die so typisch für diese Gegend waren. In der nähe einiger kleinerer Hütten in der nähe einer Handelsstraße, hielten wir an. Die Dächer waren mit Stroh gedeckt und hinter den wenigen aber schlichten Häusern, lagen weite und breite Fälder. Im Moment lang weit und breit nur Schnee darauf, der wunderschön glitzerte, dank der strahlenden Sonne.
Taran nahm unsere kleines Bündel mit unseren Frühstück an sich und deutete auf die Weite. "Das ist das erste Feld von Avan. Damals haben wir Weizen angepflanzt, aber dieses Jahr kommen Sonnenblumen und vielleicht hier am Rande Flieder."
Ich konnte mir das wunderschön vorstellen. Sofort entstand ein Bild in meinen Kopf, wenn die Kupferfarbene Sonne aufging, die Sonnenblumenköpfe sich in ihre Richtung streckten und die vom Flieder angelockten Schmetterlinge zwischen den kleinen Hütten flogen. "Wow..."
Ein wenig nervös kam Taran mir vor, als er unsicher auf seine Lippe biss. "Es gefällt dir? Kannst du es dir Vorstellen wie es aussehen könnte?"
"Oh ja... unglaublich. Für was gebraucht ihr Sonnenblumen? So viele?"
"Die Kerne und das Öl. Mit den Kernen backen wir Brot oder Naschen sie sogar so. Und wenn genug zusammen kommt, verkaufen wir es."
Er führte mich an eine kleine Hütte, mittig der unordentlich angereihten Häuschen. Wie selbstverständlich öffnete er die Tür, band zuerst seinen Gaul an und führte mich hinein. Genau vor uns an der Wand war ein Fenster. Die Sonne schien herrein und auf den Tisch direkt davor. Das Bett rechts neben der Tür, war so groß wie das in Tarans Zimmer, nur ohne die Vorhänge. Links war die Kochstelle, ein Schrank und vom Boden bis zur Decke ein Regal. Und alles unbewohnt.
"Gefällt es dir?"
"Es ist wahnsinnig schön und bequem. Wem gehört es?"
Immernoch nervös, stellte er das Bündel auf den Tisch. "Wenn du magst, dann gehört es dir."
"Was...?"
Taran drehte sich zu mir um, fuhr sich aufgewühlt durch sein Haar. "Ich will dich damit nicht rausschmeißen. Ich finde nur, du hast es verdient unabhängig von mir zu sein. Das du die Möglichkeit hast, ohne Sorgen Entscheidungen zu treffen. Weil du etwas besitzt und... naja..."
Als er geendet hatte, hob ich kurz die Hände. "Also machst du nicht Schluss?"
"Nein nein!" Er ergriff meine Hände. "Aber da du kein Zuhause mehr hast, dachte ich, da es ja auch irgendwie meine Schuld ist, ich mache dir ein neues. Auf keinen Fall möchte ich, das du ausziehst. Nur wenn du möchtest, das du nicht Mittellos bist."
Um einiges Beruhigter, ließ ich die Hütte nochmal auf mich wirken, endeckte die vielen Liebevollen Details. Er hatte sich wirklich Gedanken gemacht..."Wie viel Zeit du hier investiert hast... woher hast du die Zeit genommen?"
Ich legte die Arme um ihm und küsste ihn. Noch nie konnte ich einen so wunderschönes Haus mein Eigentum nennen. Taran erröte ein wenig und grinste nun gelöst. "Bin ich froh das du mich nicht falsch verstehst. Eric hat mich gewarnt, das ich dich vor den Kopf stoßen könnte."
Es war einen Moment auch kurz komisch gewesen, aber das war nicht mehr wichtig. "Unsinn."
"Schön das du so strahlst. Sehr schön..." als er mich küsste, spührte ich sein Lächeln. "Hast du das Regal gesehen? Da kannst du alles hinstellen was du so willst."
"Ich habs gesehen, vielen Dank." Mit leuchtenden Augen führte er mich zu den robusten Tisch.
"Und hier kannst du mit den schlimmsten Hack Messern arbeiten, der Tisch wird nicht wackeln."
Einfach Sprachlos ließ ich mir von Taran alles vorführen und erklären. Er zeigte mir kleine Verstecke und weil es zugig war im Winter, zündete er auch gleich ein Feuer an. Danach setzten wir uns an den Tisch und packten das Frühstück aus. Aber ich war zu aufgeregt um zu essen.
Lächelnd stopfte Taran das Brot in seinen Mund und musste nun meinen Vorstellungen lauschen. Als ich geendet hatte, war auch er mit den Essen endlich fertig. Endlich zerrte ich ihn auf mein eiskaltes aber extra für mich gezimmertes Bett...
***
Taran sah auf die schlafende Sienna an seiner Brust. Er war völlig im reihnen mit sich und seiner schönen Elfengleichen Sienna. Er spührte sein Herz klopfen wenn er sie so betrachtete. Es wurde kühler im Raum, deshalb musste er sich von ihr lösen und Holz nachlegen.
Es war so einfach sich vorzustellen wie er jeden Morgen extra Holz holte, das Feuer anheizte und mit ihr Frühstückte. Vielleicht mit einer auffälligen Wölbung unter ihrem Kleid.
"Taran?" Murmelte sie plötzlich müde. Er hörte die Decken rascheln und wandte sich zu ihr um. "Komm wieder ins Bett."
"Gern. Aber ich werde hungrig."
Sie streckte sich genüsslich wie eine Katze in der Sonne. "Hast du alles aufgegessen?"
"Jetzt tu nicht so als wäre ich verfressen. So viel war das nicht."
Während er sie so ansah, fand er die kälte ziemlich nützlich... Sie fing seinen Blick auf und zog sich die Decke bis zum Kinn. "Lass dir lieber einfallen was du essen willst."
Als ob mich eine Decke aufhalten würde, dachte er grinsend und tiegerte zurück zu ihr. Er nahm die Frau in die Arme und zog dabei die Decke wieder herunter. "Oh man, Taran... ich dachte du hast hunger..."
Er hörte gar nicht hin und wälzte sich auf sie. Sie tat empört und kreischte auf, versuchte mit ihren kleinen zarten Händen ihn weg zu drücken, umschloss ihn allerdings mit ihren Schenkeln. Er vergrub seinen Kopf in ihren Nacken und fuhr mit seinen Armen über ihre kalten Rippen.
"Taran! Lass das, es kitzelt! Hörst du?"
Warum erzählte sie ihm das? Jetzt würde er auf keinen Fall aufhören. Sie lachte, kreischte und wollte ihn nun ehrlich von sich stoßen.
Es war so schön und so perfekt, das Taran vor Euphorie schreien wollte. Ausgelassen lachen und raufen war das was er den halben Tag mit Sienna machen konnte. Die andere hälfte... nun...
Sienna sah ihm ernst in die Augen. "Wenn du nicht aufhörst mich zu kitzeln, verlass ich dich!"
Taran der immer sein Herz auf der Zunge trug und einfach nicht mehr länger warten konnte, schaffte es nicht es zurück zu halten. "Heirate mich lieber, Maid Sienna."
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Der feurige Ritter
Historical FictionSienna hatte von ihm gehört. Jeder in Dorf hatte das. Keine Magd und keine Küchenhilfe waren vor Taran Campbell sicher. Den charmanten und verdammt gutaussehenden Ritter mit den schwarzen Haaren und diesem sexy Grübchen, konnte einfach niemand wiede...
