Harte Tatsachen
Taran klopfte kurz und öffnete dann ungebeten die Tür. Avan, Eric und Ben hoben die Köpfe. Er nahm vor seinen Brüdern platz, legte sein Notizbuch auf den Tisch und überschlug die Beine. Avan musterte ihn ungerührt. Also fasste er es kurz zusammen. "Die Aufstellung von den Material das ich brauche. Um alles Winterfest zu machen muss ich erst einiges ausbessern."
Eric knurrte ungeduldig. "Hör auf zu schmollen, Taran."
"Wer schmollt denn?"
Avan blätterte scheinbar ungerührt durch die Seiten. Doch Taran wusste, nicht ein einziges Komma konnte Avan entgehen. Dafür war er viel zu geübt in solchen Dingen. Avan klappte es zu, reichte es an Taran zurück und lehnte sich in seinen Stuhl.
"Kann ich gehen? Ich hab viel zu tun."
Doch Avan sagte kein Wort. Taran leckte sich ungeduldig über die Lippen. "Was denn, verdammt? Hab ich noch nicht alles gehört? Muss ich mir tatsächlich noch mehr Vorwürfe anhören?"
Ben verdrehte die Augen während Eric finster den Kopf schüttelte. "Du kannst wohl nicht leugnen das du deinen Teil beigetragen hast? Und welchen Teil, können wir uns gut vorstellen."
"Als würdest du was anbrennen lassen."
Eric hob eine Augenbraue. "Aber ich zerstöre dabei niemandens Leben."
"Wieso kannst du mich nicht einfach zufrieden lassen!?"
Er hatte genug. Taran machte sich sowieso schon selbst dafür Verantwortlich und in diesen Wunden zu bohren, sah Eric mal wieder ähnlich. Immer ließ er den großen Bruder raushängen und behandelte Taran wie einen kleinen Jungen. Jedesmal wenn er und Eric zu oft zusammen kommen, explodiert die Situation. Aber Taran war erwachsen, verdammt. Er suchte sich seine Frauen aus und stand zu den Problemen wenn welche dadurch entstanden.
Wenn Eric sich so aufspielte, kochte Tarans Blut. Als bräuchte er seinen großen Bruder der ihn seine Fehler aufzeigte. Fehlte nur noch, das er ihn nach seinen standpaucken in sein Zimmer schickte.
Avan lächelte schief und fuhr sich durchs Haar. "Es ist eben nicht einfach." Dann sah er Taran direkt an. "Weil man sich immer um die kleinen sorgt, egal wie alt sie sind. Und du weißt das genau. Eric und du habt genau das selbe Wesen, deshalb streitet ihr am meisten miteinander. Das ändert aber nichts daran, das Eric sich sorgen um dich macht."
Eric schüttelte den Kopf. "Da bist du plötzlich in rede Laune? Aber Arin kommt direkt in den Kerker?"
Avan hob die Hände. "Komm mir nicht mit meinen Methoden wenn du selber keine bessere hast."
"Hallo?" Taran fühlte sich veräppelt. "Sind wir noch Kinder? Leute, wir sind erwachsen. Da gibt es keine Methoden."
Eric winkte ab und fuhr sich durchs Haar. Avan ließ Taran immer noch nicht aus den Augen. "Ob du es gerne hörst oder nicht, Brüderchen. Aber was mit Sienna passiert ist, war kein Zufall. Es gibt viele Gründe. Wir haben dich oft gewarnt und jetzt ist es passiert. Und jetzt kann es sein das ihr und dein Ruf nicht wieder zum herstellen ist."
Als Eric finster nickte, wollte Taran schon explodieren. Aber sie hatten Recht. In fast allen... "Mein eigener Ruf ist nicht wichtig. Aber was geschieht mit Sienna?"
Avan, Eric und Ben blieben stumm. Ntürlich. "Ach, jetzt seid ihr Ratlos ja?"
Zornig kniff Eric die Augen zu. "Du dämmlicher Kerl willst soweiso keine Hilfe."
"Es geht aber jetzt nicht um mich!"
Eric mahlte mit den Kiefer, normalerweiße kam der Streit jetzt ins laufen, doch Avan seufzte entnervt. Somit bleiben sie still. Avan schrieb was auf ein Pergament. "Was du mit Sienna nun unternimmst ist eure Sache. Solange du dir keinen Scheiß einfallen lässt, ist es uns beinahe egal." Er reichte das Pergament an Taran weiter. "Gib das Samuel. Er soll dir das Geld geben."
Taran sah die Brüder einen nach den anderen an. "Ich verstehe das ihr euch sorgt. Aber ich bin fünfundzwanzig. Sienna bedeutet mir viel und nichts was ihr tut, bringt mich dazu, sie einfach zu vergessen."
Als Taran aufstand, sah er wie Eric was sagen wollte und beeilte sich aus den Raum. Er marschierte durch die Burg in den Hof und auf die Schmiede zu. Arin sah ganz in Ruhe auf, als Taran dienTür aufgerissen hatte. "Alles Klar?"
"Hast du kurz Zeit?"
Arin hob eine Braue und lehnte sich an seine Arbeitsplatte. "Was ist passiert?"
"Ich war bei Avan."
Arin verdrehte nickend die Augen, beugte sich kurz unter die Arbeitsfläche und fischte eine Flasche mit Bernsteinfarbener Flüssigkeit hervor. "Du brauchst nichts mehr sagen."
Taran trank einen großen schluck. Ach gott, das war das Zeug das Avan auch trank. Es war wiederlich. "Es geht nicht um Avan."
"Um Eric, ich weiß. Wie immer."
"Ich hasse es wie er mich immer bevormunden möchte. Avan macht das auch nicht und ist aber älter wie er."
"Um ein Jahr."
Taran winkte ab. "Ist doch scheißegal! Eric gibt mir die Schuld an dem mit Sienna. Vielleicht hat er ja Recht, aber ihn hat niemand gefragt."
Arin nahm selbt einen großen Schluck. "Verstehe."
"Wie ich es verabscheue wenn er den großen Bruder rauskehrt. Und keinen anderen störts."
"Naja, weil er es ist. Bei ihm nervt es dich deshalb, und das schon seit ich denken kann, weil ihr euch ähnlich seid. Er durchschaut dich und das nervt dich. Bei ihm kannst du dich nie rauswinden."
"Sowas ähnliches hat Avan auch gesagt. Ihr seid euch auch sehr ähnlich."
Arin lächelte finster. "Das nimmst du zurück." Dann verflog ihm das lächeln. "Wie geht es dir mit deinen Albträumen."
"Wie immer. Es wird besser."
Arin glaubte ihn wohl nicht. "Wie lange hast du nicht mehr geschlafen? Seit Sienna das passiert ist?"
"Ungefähr." Arin starrte ihn streng an. Aber Taran konnte nicht. Wenn seine Neven am Ende waren, wurden sie Träume schlimmer. Und Sienna durfte das nicht sehen. "Wenn sie es bemerkt, läuft sie mir bestimmt davon. Und das würde ich vermutlich nicht aushalten."
"Du musst es ihr sagen..."
"Dann erzählst du Elain das du nicht schwimmen kannst und Angst vor Gewitter und Wasser hast!"
"Hör schon auf, meine Geheimnisse behindern nicht meine Beziehung." Taran fuhr sich über die Stirn. Das konnte er nicht... "Hey Taran, nimm noch einen Schluck."
"Was? Wieso?" Arin deutete mit dem Kopf zur Tür. Taran folgte den Wink und sah Eric in der Tür.
DU LIEST GERADE
Der feurige Ritter
Historical FictionSienna hatte von ihm gehört. Jeder in Dorf hatte das. Keine Magd und keine Küchenhilfe waren vor Taran Campbell sicher. Den charmanten und verdammt gutaussehenden Ritter mit den schwarzen Haaren und diesem sexy Grübchen, konnte einfach niemand wiede...
