Unleidlich
Taran schwitzte wurde aber gleichzeitig von kälte geschüttelt. Drei ganze Tage schlief er, aß und schlief wieder ein. Doch schon am Morgen des vierten Tages, konnte er mit mir in der Halle essen. Er erzählte mir und seinen Brüdern von Pauline und Nori und auch das Paula offensichtlich versucht hatte schlimmeres zu verhindern.
Er biss beherzt in das frische Brot in seinen Händen auf dem die Butter schon geschmolzen war. "Vielleicht war es ja Pauline die dich abgepasst hatte."
"Wer weiß..." erleichtert ihm wieder zu haben, fuhr ich ihn durch sein dichtes Haar. "Du denkst doch nicht das es das schon war mit den Zigeunern? Immerhin kennen wir ihr Versteck."
Grinsend knuffte er meine Wange und zwinkerte frech. "Lass mein Haar zufrieden."
"Sag schon. Was denkst du kommt da noch auf uns zu?"
"Das kann man nie sagen. Sie sind Füchse. Windig und heimtückisch. Wir können uns nur bereit halten." Er drückte mir mit nachdruck ein Brötchen in die Hand. "Ich gehe später zu Avan und bespreche mit ihm und Ben diese Sache. Ich kläre dich auf, sobald es einen Plan gibt. Also zerbrich dir nicht den Kopf. Das macht Avan schon genug."
"Ach, deshalb bist du so gelassen?"
Er hielt kurz in der Bewegung inne. "Das bin ich nicht. Ich fühle mich nicht wohl zu wissen das diese Skrupellosen Menschen, die über Leichen gehen, durch Paula wissen wo wir wohnen und hier meine kleinen Neffen und Nichten rum laufen. Ich hasse es, das ich dich nicht einfach haben kann ohne das sich der Untergrund auftut um dich zu quälen und mich um die Ecke zu bringen."
Taran lächelte dennoch gelöst und zuckte die Achsel. "Aber jeder hat ein Problem. Hinter Arin war verdammt nochmal ganz England her. Und weiß Gott was für andere Kreaturen. Und das haben wir doch auch geschafft. Da werden wir mit ein paar blutdürstigen Zigeunern klar kommen."
Aha... einen Moment starrte ich ihn an und überlegte ob das ein Scherz war, aber nein. Er nahm das tatsächlich nicht so schwer. Na dann. Bemerkenswert.
***
Avan trommelte mit Zeige- und Mittelfinger auf der Tischkante. "Wohin willst du sie denn bringen?"
"Ich weiß nicht. Vielleicht nach Nashville? Dort wären sie sicher."
"Keiner unsere Brüder würden ihre Kinder auch nur für eine Woche aus den Augen lassen."
Taran fuhr sich frustriert durchs Haar. "Dann wären sie dumm. Die kleinen müssen weg. Sogar Syman sollte mit gehen."
Avan grinste schief. "Michel würde seinen Bengel keine Sekunde aus den Augen lassen. Arin soll Armin wegbringen? Natürlich."
Ben klopfte Avan schadenfroh die Schulter. "Und Avan seine Prinzessin Helena? So sieht unser Avi aus."
Taran hob ungläubig die Brauen. "Das ist eure Entscheidung. Ich finde es zwar besser, aber es sind nicht meine Kinder."
Ben fuhr sich übers Kinn. "Der weiße Ritter ist einer der sichersten Burgen in England. Unsere Mutter war deshalb so versessen auf sie. Kora und du gehen dann durch die ganzen Gänge und Wäge und Fallen um sie nochmal aufzupeppeln. Mehr ist nicht nötig."
Das wusste Taran selber sehr gut. Aber er traute Pauline einfach nicht. Und der Gedanke, an einen Unglück mit einen seiner Geliebten Neffen oder Nichten Schuld zu sein, brachte ihm ins Schwitzen. Für ihn war es unverantwortlich die Kleinen hier zu lassen, aber er verstand es auch sehr gut.
Avan gab sich einen sichtlichen Ruck. "Ohne dich beleidigen zu wollen... Hast du Angst, das du vielleicht wieder in ihre Hände kommst?"
Taran war nicht beleidigt. Er dachte sogar kurz darüber nach. Aber eigentlich fürchtete er sich nicht. "Ich glaube eigentlich nicht. Vermutlich bin ich einfach nur rastlos. Wieso kann ich Sienna nicht einfach lieben ohne das schlimmste zu befürchten. Seit wir zusammen sind, geht die Welt unter. Wann hört das endlich auf?"
Avan und Ben wechselten ein freudloses Lächeln. Der ältere schnalzte mit der Zunge. "Wenn du sie heiratest."
***
Armin zog an einer meiner Strähnen und hatte eine diebische freude an meinem Schmerz. Er lachte und strampelte. Syman lächelte heiter. "Sieh mal wie viel Spaß er hat!"
"Ja..." ich befreite mich aus dem eisernen Griff und setzte Armin zurück auf die dicke Fell Decke. "Du Rabauke kannst weiter unheil stiften. Aber nicht an mir."
Syman war wie üblich sofort neben ihm und ließ sich selbst dafür ein wenig drangsalieren. "So zahm kennt man dich ja gar nicht, Syman."
Mit zwei knuffigen Grübchen sah der Junge auf. "Naja, Taran und ich... ähm..."
"Ich weiß schon, so seit ihr eben." Armin griff behände nach Symans Finger und nuckelte daran. Der schien es gar nicht zu bemerken.
Syman nickte und sah sich den zwei Monate alten kleinen Armin genauer an. "Ich hatte mächtig angst als er gefangen war. Auch wenn wir uns oft angiften, ist er mein Cousin und so..."
"Und so?" Eiferte Taran plötzlich und hockte sich zu uns auf die Decke.
Syman verdrehte die Augen. "Ich wollte nicht sagen was ich wirklich dachte, weißt du?"
Taran hob gespielt drohend eine Augenbraue und hob beiläufig Armin auf seinem Schoß. Der verzog unwillig das Gesicht. "Schau dich nur mal an, du Brocken. Lass dich doch kurz drücken... oh Gott, du bist wie dein wertes Pappilein. Du hälst dich jetzt, solange du dich noch nicht wehren kannst."
Also fügte sich das Baby mit Zornumwölkter Miene. Taran zwinkerte mir zu. "Ich glaube er mag mich."
"Bestimmt. Wie wars bei Avan?"
Als hätte ich ihn bei etwas erwischt, wandte er den Blick sofort ab und wurde leicht rot. "Gut. Aufschlüssig."
"Ja? Habt ihr eine Heimtücke entwickelt?"
Taran ließ das langsam ungeduldig meckernde Baby auf seine Decke zurück. "Eh... ja. Wir haben viel gesprochen und..." Als Armin nun entgültig entnervt, von seinem Onkel, anfing zu brüllen das die Wände wackelten, sprang Taran mit ihm auf. "Na komm, wir suchen deine Ma, hm?"
Skeptisch hielt ich ihn jedoch zurück. Was verheimkichte er mir denn? "Taran, was hast du vor?"
"Hörst du dieses arme Baby nicht?"
"Taran du-"
Syman zog Armin bestimmt an sich. "Ich versteh dich gut, Kleiner. Auf Taran geht es mir auch so..."
Taran packte Syman untypisch streng am Ärmel. "Das war einmal zu viel. Komm mit..."
Syman und ich tauschten einen verstörrten Blick, als Taran mir Armin in die Arme drückte und sich mit Syman aus den Staub machte. Nun erstrecht sprachlos über so viel untypischer Dinge, stand ich da und verlor mein Gehör an Tarans Neffen...
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Der feurige Ritter
Ficção HistóricaSienna hatte von ihm gehört. Jeder in Dorf hatte das. Keine Magd und keine Küchenhilfe waren vor Taran Campbell sicher. Den charmanten und verdammt gutaussehenden Ritter mit den schwarzen Haaren und diesem sexy Grübchen, konnte einfach niemand wiede...
