Prolog
Melody streckte ihre runden Ärmchen über den Kopf. Das Frühstück hatte gemundet und nun konnte man zufrieden weiterschlafen. Taran betrachtete sie hingerissen und knuffte ihre runde Wange.
Knapp einen Monat nachdem Taran und ich darüber gesprochen hatte und tatsächlich ruhe eingekehrt war, wurde ich schwanger. Im Frühling heirateten wir ganz romantisch in weiß und im Spätsommer war unsere Melody gekommen.
Wir saßen vor unserer Hütte auf einer provisorischen Bank, wo Taran sich immer die Stiefel an und auszog oder den Abend ausklingen ließ. Die Sonne ging so eben auf und die ersten Vögel wurden wach. Melody lag in einen breiten Korb zwischen uns. Denn Taran musste sie Morgens immer besonders beachten. Er fand es hinreißend wie knuffig sie war nach dem aufwachen.
"Ein Babyleben ist doch was feines. Essen, schlafen, warme bäder und pupsen. Was gibt es netteres?" Wie immer streichelte er ihren schwarzen Flaum.
Zu ihrer Geburt hatte Nori uns ein kleines Glöckchen aus Irland geschickt. Paula hatte kleine Söckchen dazugelegt. Sie waren mit Paulina aus dem Land gezogen. Sie musste dringend in eine neue Umgebung. Dennoch fuhr Nori regelmäßig mit Eric zur See. Die beiden hatten alles bereinigt was nach all der Zeit noch zwischen ihnen war und waren nun endlich wieder auf See.
Das Dorf wünschte Lord Taran Campbell alles gute zu seinem kleinen Mädchen, hatten aber mich selbst mit keiner Silbe erwähnt. Auch war ich dort nicht Willkommen.
Dafür liebten mich meine neuen Nachbarn. Wir arbeiteten oft gemeinsam an den neuen Sonnenblumen und neulich hatte eine Freundin auch ein Kind geboren. Nun standen wir oft mit unseren umgebunden Kindern am Feld und quasselten miteinander.
Nachdem Melody nicht schnell genug schlief, hatte Taran sie hoch genommen und schmuste mit ihr. Ich hätte ihn vielleicht ausgelacht, würde er nicht so selig und glücklich dabei sein. Außerdem tat ich es auch gern. Sie roch einfach viel zu gut.
Zwischen den Küsschen verzog das Gesicht. "Wenn ich nicht bald aufbreche, gehe ich wohl nie."
"Joe bringt dich um wenn du wieder nicht auftauchst." Sachte nahm ich den Säugling an mich. "Mach dich auf und besorg uns Einkommen."
Sehnsüchtig sah er erst auf Melody dann auf mich. "Ich weiß das dieses Glück nicht für immer hält. So spielt das Leben nicht. Aber wenn mal alles so unreal schön ist, dann will ich es genießen. Egal was ist." Er drückte erst mir und dann seinen Töchterchen einen kangen Kuss auf. "Nimm es mir nicht übel, ich muss weg."
"Sie wird endlich schlaf finden wenn du gehst."
Schuldbewusst nickte er und ging auf seinen Gaul zu. Wie immer folgte ich und sah ihm untätig beim aufsteigen zu. "Was gibt es heute Abend zu Essen, Weib?"
"Die Keule wenn du mich je wieder so nennst."
Taran strahlte, enthüllte sein goldenes Grübchen und zwinkerte. "Maid Sienna."
"Lord Taran."
Ich sah ihm zu, wie er im goldenen Sonnenschein davon gallopierte, wiegte das warme Kind in meinen Arm und sah auf meine wunderschöne Hütte.
Es war wie es Taran, mein feuriger Ritter, gesagt hatte. Das Leben hatte viele Seiten. Sowohl Dunkle als auch Helle. Man musste selbst entscheiden ob man sich von der dunklen Seite in einem auffressen lässt, oder sie durch kämpft und die hellen Momente dafür umso mehr genießt.
- ENDE -
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Der feurige Ritter
Historical FictionSienna hatte von ihm gehört. Jeder in Dorf hatte das. Keine Magd und keine Küchenhilfe waren vor Taran Campbell sicher. Den charmanten und verdammt gutaussehenden Ritter mit den schwarzen Haaren und diesem sexy Grübchen, konnte einfach niemand wiede...
