Es war so klar, dass mir sowas passieren muss. Die Party war so gut und dann das. Nur wegen diesen scheiß Drogen, die ich nicht einmal genommen habe. Wir stehen an der Haustür. Mit Wir meine ich mich und die zwei Polizeibeamten, die ganz schön gemeingefährlich aussehen. Mit der Haustür meine ich die Haustür meiner Eltern, die sicher nicht erfreut sein werden, wenn sie das sehen. Wenn ich es mir so anschaue, haben sie meine Flucht nicht mitbekommen. Dafür aber jetzt.
Die Tür wird geöffnet und Papa steht da. Kein Anflug von Schlaf ist in seinem Gesicht zu sehen. Egal um welche Uhrzeit, meine Eltern sehen perfekt aus. Hätte ich doch mal deren Gene.
Sobald er mich erblickt, wird ihm einiges klar und ich vermeide es seinen Blick zu erwidern. „Guten Morgen, Mr. Stark. Dürfen wir reinkommen", fragt einer der Beamten. Papa nickt und steht den Polizisten in nichts nach. Alle drei haben einen Blick drauf, der auch einer Beerdigung angemessen wäre. Wir stehen im Hausflur und da kommt Mama im langen Morgenmantel die Treppe runter geschlendert.
„Was ist denn hier los? Gina?", fragt sie fassungslos, denn diese zwei Polizisten stehen nicht nur zur Deko da. Da sind sich meine Eltern einig.
„Ihre Tochter hat an einer illegalen Party teilgenommen, an der wir beachtliche Mengen Kokain sicherstellen konnten." Mama blickt mich entsetzt an. Papas Blick ist wie versteinert, wie immer halt. „ Sie ist noch minderjährig, weswegen wir sie in Ihre Obhut übergeben. Soweit wir das feststellen konnten, hat sie kein Kokain konsumiert..." Blablabla. Ich höre gar nicht mehr zu und möchte einfach nur schlafen gehen. Was reden die da so lange? Papa hört denen genau zu, sagt etwas dazu und dann gehen die Polizisten auch wieder. Ich will hoch gehen, aber das habe ich mir leichter vorgestellt, als es tatsächlich ist. „Stopp!", hält Papa mich grob auf und ich sollte wohl machen, was er sagt. Langsam drehe ich mich zu Papa, dessen eisiger Blick mich trifft. Jetzt fängt mein Gehirn an zu verstehen was hier abgeht. „Was denkst du, was das hier gerade war", fragt Papa mich ruhig und doch fühle ich mich angeschrien. Alleine das erweckt den Wunsch in mir zu weinen. Keine Ahnung wieso...
„Ja, was soll ich sagen? Ich wusste nicht, dass es da Koks gab", entgegne ich wahrheitsgemäß und doch beschleicht mich das Gefühl, dass Papa nicht das meint.
„Gina, willst du uns für blöd verkaufen? Du bist mitten in der Nacht auf eine Party gegangen, die ich dir niemals erlaubt hätte. Du hast mich erst angelogen und behauptet es wär eine Übernachtungsfeier. Jetzt stehst du hier und stempelst das als Lächerlichkeit ab. Du warst auf einer Party mit Drogen, ist dir das klar?", wird er lauter und ich muss sehr häufig blinzeln, um die Tränen wegzudrücken.
„Ich habe keine genommen", verteidige ich mich, aber das nützt nichts.
„Das ist mir egal. Du warst da. Du hast mich angelogen, deine Mutter hat sich für dich eingesetzt und auch sie hast du belogen. Ich frage mich wirklich, wer dich in all den Jahren erzogen hat, denn das ist nicht meine Tochter. Dein Verhalten dulde ich in keinster Weise mehr..."
„Aber..."
„Kein Aber, Gina", verbietet er mir das Wort und es tut weh, was er gesagt hat. Ich würde so viel mehr sagen wollen, aber er lässt mich nicht. „Geh hoch in dein Zimmer. Du wirst morgen nach der Schule sofort nach Hause kommen und dein Zimmer aufsuchen, denn da bleibst du, bis du gelernt hast dich richtig zu verhalten." Die Tränen kommen direkt, weswegen ich auch sofort hoch renne. Da lege ich mich heulend aufs Bett. Es ist so scheiße! Alles ist scheiße!
Jess (Ginas Mutter)
Ich sehe zu Dave, der an der Treppe steht. Ihm fallen die Worte nicht leicht, das weiß ich. Er geht hoch und ich lasse ihm eine Minute. Dave und Gina haben wirklich eine komplizierte Beziehung. Dies ist aber das Verhalten eines Vaters, der nicht akzeptieren will, dass seine Tochter erwachsen wird und Gina versteht nicht, wieso er so vorsichtig ist. Damals hat er ihr alles durchgehen lassen. Da war er zu Tyler sehr viel strenger. Dann fing es aber an. Sie trifft Jungs, will auf Partys... Meine Vergangenheit scheint ihn schreckhafter zu machen. Ich habe wirklich mit jedem Typen geschlafen, den ich auf einer Party aufgegabelt habe. Das ist schrecklich und wenn ich das ändern könnte, würde ich das sofort, aber es ist nun mal passiert.
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Ich will Dich!
RomanceIch hoffe, Chris gesteht sich seine Gefühle ein. Ich glaube nämlich, ich habe mich verliebt. In Chris. Meinen Leibwächter. Leseprobe: „Ist dir kalt?" Mein Mut sinkt und das urplötzlich. Ob mir kalt ist? Das kann nicht sein Ernst sein. Ich sehe doch...
