Das ist die schlimmste Nachtwanderung, die ich je mitgemacht habe. Alex lässt sich nicht mehr von mir wegdrängen. Bevor sie zu mir gekommen ist, hat sie Tim noch einen Tritt verpasst. Dafür liebe ich sie und ich denke, dass es Chris auch beruhigt hat, weswegen er nun wieder bei mir ist... Also vor mir...Direkt vor mir.
Ich höre nur dieses dumme Gegacker dieser obercoolen Clique. Das nervt. Die haben wohl ein scheiß Spiel, wo ich gerade der Nebendarsteller war. Danke, dass die Klasse auch an mich denkt...Nicht. Die Schule mochte ich noch nie besonders.
Wir sind auch schon wieder am Hotel angekommen und müssen warten, denn unsere Lehrerin hat noch was zu sagen. ,,Ich möchte davon ausgehen, dass Sie alle wissen, dass hier keine alkoholischen Getränke mitgebracht werden dürfen. Ansonsten fahren Sie nach Hause und tragen dementsprechend die Kosten für diese Extrafahrt. Sie dürfen sich bis 24 Uhr draußen aufhalten. Das Frühstück beginnt um acht Uhr und da möchte ich Sie alle sehen. Wir gehen morgen um zehn Uhr los. Wer auf den Plan geguckt hat, weiß, dass wir die Deutsche Botschaft besuchen. Das wird ein weiter weg, daher ziehen Sie sich festes Schuhwerk an. Ansonsten wünsche ich Ihnen eine Gute Nacht für den ersten Tag." Einige gehen schon direkt los in die Stadt, obwohl fast nichts mehr los ist und andere stürmen ins Hotel. Ich warte erstmal. Alex hat es nicht leicht mit mir. Sie wär auch eine Kandidatin für den Spurt ins Zimmer.
Chris tritt an Alex Seite und spricht zu ihr. Sie zuckt ihre Schultern und sagt laut: ,,Oh Danke!" Damit klaut sie mir die Zimmerkarte und rennt davon. Da keiner mehr da ist, sehe ich Chris sauer an und zucke meine Schultern.
,,Äh, auch Danke?" Damit will ich gehen, aber Chris hält mich auf.
,,Warte doch mal." Er nimmt kurz mein Handgelenk, lässt es aber los, als ich mich rumdrehe und ihn ansehe. ,,Wie geht es dir?", fragt er mich und ich muss lachen.
,,Fantastisch", sprießt es aus mir heraus. Wie soll es mir denn bitte gehen? Ich bin mit so vielen Idioten in einem Hotel eingesperrt. Für eine Woche. Prima.
,,Ich weiß doch, dass das nicht die Wahrheit ist", stößt Chris fast schon müde aus und lehnt sich mit seiner Schulter an die Hotelwand.
,,Chris ganz ehrlich, was willst du von mir hören? Du solltest eigentlich ganz genau wissen, wie es mir geht..."
,,Deshalb frage ich ja..."
,,Nicht fragen", unterbreche ich ihn, so wie er mich unterbrochen hat. ,,Vielleicht solltest du dir einfach darüber klar werden, wieso es mir so schlecht geht und etwas ändern", belehre ich ihn und gehe mit der Aussage hoch.
Chris bleibt nicht an seinem Fleck stehen, sondern geht direkt mit mir hoch. Er will also nichts mehr dazu sagen. Fühlt er sich gut damit mir einfach hinterher zu laufen? Nichts zu sagen? Was? Reicht ihm die Nähe? Was ist er denn für ein Masochist?
Chris
Ich gehe hinter Gina her. Mir ist klar, dass ich sie mit meinem Verhalten kränke und trotzdem kann ich nicht anders, als zu versuchen, ihr ein besseres Leben offen zu halten. Ihr Trotz ist bis zu mir spürbar. Sie versteht es nicht, für sie ist die Situation klar. Wenn sich zwei Menschen lieben, gehören sie zusammen. In diesem Fall stimmt das nicht. Ich würde Gina runterziehen, sie in mein Leben schleusen und damit alles zerstören.
Wir sind oben angekommen und Gina klopft an ihre Tür. Alex ist vorgegangen, nachdem ich sie darum gebeten habe. Ich höre Schritte und sage im gleichen Atemzug: ,,Gute Nacht, Gina." Sie dreht sich zu mir um, sobald ihre Tür aufgeht. Ihr Augen glitzern und das gibt mir einen gewaltigen Stich in mein Herz. Ich muss dem Drang widerstehen, sie an mich zu ziehen und ihr zu sagen, dass ich sie liebe und mich nichts auf der Welt dazu bringen könnte das zu ändern.
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Ich will Dich!
RomanceIch hoffe, Chris gesteht sich seine Gefühle ein. Ich glaube nämlich, ich habe mich verliebt. In Chris. Meinen Leibwächter. Leseprobe: „Ist dir kalt?" Mein Mut sinkt und das urplötzlich. Ob mir kalt ist? Das kann nicht sein Ernst sein. Ich sehe doch...
