„Ich merke doch, wie es zwischen uns funkt, wenn wir alleine sind. K... Kannst du das auch fühlen?" Ich muss schlucken, weil ich Angst habe. Angst vor der Reaktion, die hierauf folgt.
Chris lässt einfach nichts erahnen. Diese Sekunden fühlen sich wie Stunden an und es ist unerträglich. Hier stehe ich nun und habe ihm meine Gefühle offenbart. Wenn er nicht so empfindet, dann gehe ich gedemütigt und enttäuscht mit ihm nach Hause. Was mache ich, wenn er genauso fühlt? Noch bin ich mit Jonas zusammen. Das wär aber das kleinste Problem. Ich bin von Chris verzaubert und ich hoffe, so ist es auch für ihn.
„Gina, ich will dich nicht verletzen." Oh nein. „Ich arbeite für deinen Vater und so etwas kann ich in meinem Job nicht zulassen. Wenn ich dir die falschen Signale gesendet habe, dann tut es mir aufrichtig leid und ich kann nur hoffen, dass du es verstehst, wenn ich deine Gefühle nicht erwidern kann."
...
...
...
Was soll ich dazu sagen? Ich habe das Gefühl, mir wurde mein Magen rausgerissen. Wieso der Magen? Keine Ahnung. Das Herz springt trotz allem oder gerade deshalb gleich aus meiner Brust. Mein Gehirn füllt sich mit Luft... Das muss ich erstmal verarbeiten. Meine Augen füllen sich mit Tränen und mein Hals fühlt sich an, als hätte ich gerade in einer Minute eine ganze Packung Zigaretten geraucht. Es schmerzt und ich muss mich zusammenreißen, um ihm nicht entgegen zu fallen. Chris würde mich nicht auslachen, aber die Demütigung ist unerträglich. Auch jetzt möchte ich mich einfach irgendwo verstecken und nie wieder rauskommen.
Meine Arbeit ist getan, der Körper fühlt sich irgendwie taub an... Ich denke, die gesamte Welle an Enttäuschung kommt demnächst. Jetzt gerade wirke ich sicher sehr verständnisvoll. Demnach nicke ich leicht, sehr bedächtig, um nicht hysterisch zu wirken. ,,Okay." Mehr bekomme ich nicht raus, ohne dass sich meine Augen wie zwei große Wasserfälle anfühlen. Ohne Chris noch weiter anzuschauen, gehe ich an ihm vorbei, will hier einfach nur weg. Doch bevor ich das in die Tat umsetzen kann, hält mich eine starke Hand davon ab weiterzugehen.
,,Gina...", fängt Chris an und sieht mich mit seinen kalten Augen so unglaublich mitleidig an, sodass ich noch selber denke, dass ich es verdient hätte bemitleidet zu werden und es keine Schande ist. So ist es aber nicht. Mein Gefühl weiß genau, dass Mitleid mich nur schwächer macht... So wie Chris mich ansieht, könnte ich nicht genug davon bekommen...
So dumm es klingt. Es ist wie eine Beruhigung... eine Wertschätzung.
So als ob er an dieser Sache Schuld wär und mir den ganzen Scham abnimmt.
Das... das ist so komisch und trotzdem sagt er nichts weiter.
Es bleibt bei meinem Namen, bei seiner Hand, die meinen Arm hält...
,,Was?", frage ich und versuche so cool wie möglich zu bleiben. Innerlich verwese ich und will einfach nur in mein Bett. Chris ringt nach Worten, führt einen Kampf mit sich und verliert, denn am Ende kann er nichts relevantes sagen.
,,Es tut mir leid." Das sind seine Worte, die an mir abprallen. Ich nicke und befreie mich aus seinem Griff. Klar tut es ihm leid. Immerhin passt er auf mich auf. Wer hätte denn erahnen können, dass ich Gefallen an ihm finde? Wer hätte ebenso erahnen können, dass er mich korbt? Genau, niemand!
Ohne ein einziges weiteres Wort, stürme ich in mein Zimmer und lasse mich auf mein Bett fallen. Ich glaube, meinem Gehirn ist gar nicht so richtig bewusst, wie peinlich das gerade war. Das könnte es auch gar nicht, denn Mama kommt in mein Zimmer und bittet mich runter zu kommen, denn es gibt Essen. Doch sie bleibt stehen, statt einfach wieder runter zu gehen und schaut mich genauer an. ,,Was ist los, mein Schatz?", fragt sie mich und schließt die Tür, damit es wohl niemand mitbekommt. Ich richte mich auf und schaue sie einfach nur an.
DU LIEST GERADE
Ich will Dich!
RomanceIch hoffe, Chris gesteht sich seine Gefühle ein. Ich glaube nämlich, ich habe mich verliebt. In Chris. Meinen Leibwächter. Leseprobe: „Ist dir kalt?" Mein Mut sinkt und das urplötzlich. Ob mir kalt ist? Das kann nicht sein Ernst sein. Ich sehe doch...
